Dienstag, 29. März 2011

Rezension: Das Reich der sieben Städte – Das Spiel der Götter 2 von Steven Erikson

Steven Erikson
Das Reich der sieben Städte
Taschenbuch
512 Seiten
12 Euro
Blanvalet 1. April 2001
Originaltitel: Dead House Gates (1)
ISBN: 978-3442249411 

Kurzbeschreibung:
Das malazanische Imperium ist bis ins Mark erschüttert, doch Imperatrix Laseen sucht ihre Macht mit einer Säuberungswelle im Adel zu festigen. Da braut sich neues Unheil zusammen. Denn in der heiligen Wüste Raraku sammelt die Seherin Sha'ik ein Herr der Unzufriedenen, die nur darauf warten, die verhassten malazanischen Eroberer zu vertreiben.


Der zweite Teil von „Das Spiel der Götter“ hat mir deutlich besser gefallen als der erste, auch wenn er mich auch nicht so ganz überzeugen konnte.

Vor allem der Anfang war so schön grausam und geheimnisvoll geschrieben, dass ich weiter lesen musste. Szenen, die in der Sklaverei spielen und das ganze Elend bis ins Mark beschreiben können mich begeistern. Erikson trifft perfekt die Atmosphäre der Szenerie und lässt den Leser so zum ersten Mal auch auf emotionaler Ebene mit den Figuren mitgehen.
Felisin zum Beispiel war eine sehr interessante wenn auch "graue" Figur. Sich mit ihr zu identifizieren ist ein gefährliches Unterfangen und lohnt sich dennoch sehr. Sie hat so viele Schwächen, dass man zunächst lange nach der Sympathie für diesen Charakter suchen muss. Aber Erikson hat sie so genüsslich ausgestaltet, dass man sich ihrem Bann irgendwann nicht mehr entziehen kann. Genauso wie ihre Begleiter, ist sie eine sehr sehr interessante Figur. Diese Stellen habe ich alle mit Genuss gelesen.
Schade auch hier die vielen Wechseln zwischen den Protagonisten. Hätte der Autor diese Macke an einigen Stellen etwas eingeschränkt, hätte das den Lesefluss enorm steigern können.

Und wieder werden auch in diesem Buch leider einige Stellen zu ausführlich beschrieben. Weniger wäre manchmal einfach mehr gewesen. Unter anderem Kalams Reise in die Wüste hat mich doch arg gelangweilt. Auch hier sind die Beschreibungen seiner Strapazen durchaus atmosphärisch, aber ein etwas weniger langatmiger Schreibstil hätte die ganze Szenerie noch verdichten können.
Dennoch versagt Erikson auch hier wieder nicht auf ganzer Linie. Immer wieder bindet er Ereignisse und Geschehen in die Geschichte ein, die mich aufhorchen lassen und mich nach einigen Sekunden wieder zu fesseln wissen.

Gegen Ende wurde alles sehr verwirrend und undurchschaubar. Bei manchen Handlungssträngen wäre nun etwas mehr Erklärung notwendig gewesen, die Erikson leider schon an anderer Stelle (und an falscher Stelle, wie ich anmerken darf) ausgegeben hatte.
Auch wenn mir die beiden Bücher nicht sonderlich gut gefallen haben, habe ich dennoch das Gefühl noch etwas weiter lesen zu müssen.

Immerhin hält Erikson auch in diesem Buch einige Leckerbissen bereit. Wieder sind es nur Details, aber eben Details, die den Leser neugierig machen und ihn auf mehr hoffen lassen.
Die Bok'arala zum Beispiel gefielen mir immer sehr gut. Sie brachten mich zum Schmunzeln und werteten vor allem die Szenen mit Mappo und Icarium etwas auf. Sonst wäre ich vermutlich bei einigen Stellen eingeschlafen.

Als Fazit kann ich nur sagen: Das Buch hat wieder ein richtig schönes Cover, eine tolle Aufmachung, Schreibstil und Geschichte bleiben auf der Strecke, aber einige Stellen sind durchaus lesenswert und spannend.
Nicht das Beste, was ich je gelesen habe, aber immerhin guter Durchschnitt.

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