Montag, 28. März 2011

Rezension: Das Schlangenschwert von Sergej Lukianenko

Sergej Lukianenko
Das Schlangenschwert
656 Seiten
Heyne Verlag (4. Mai 2009)
Originaltitel: Tanzi na Snegu
Taschenbuch
ISBN: 978-3453525528 

Kurzbeschreibung:
Der kleine Tikki fasst, nach dem Tod seiner Eltern, den Entschluss, die eigene Heimat zu verlassen und sein Glück auf einem anderen Planeten zu versuchen.
Kaum angekommen, wird er in wichtige politische Vorkommnisse verwickelt und kommt nach und nach einer großen Verschwörung auf die Spur.“

Vom Stil her, erinnert „Das Schlangenschwert“ eher an ein Jugendbuch. Die Dialoge und auch die Charaktere ansich sind sehr einfach gehalten und vorallem für jüngeres Publikum leicht nachzuvollziehen.
Aber viele der Thesen, die aufgearbeitet werden, bieten auch für erwachsene Leser die Basis zu Diskussionen. So werden zum Beispiel Themen wie staatlich legalisierter Selbstmord, Kosten für Lebenserhaltungsmaßnahmen (Luft zum Atmen z.Bsp.) oder das Recht auf die Freiheit des Denkens und der Entscheidungen immer wieder geschickt in die Haupthandlung eingeflochten.
Da der Protagonist aus der Ich-Perspektive geschildert ist, wird die Geschichte sehr stringend erzählt.
Außerdem ist Tikki selbst, psychologisch sehr gut und vorallem interessant aufgearbeitet. Wiederkehrende Motive erleichtern auch jüngeren Lesern die Identifikation mit der Hauptfigur. Die Nebencharaktere bleiben dagegen etwas blass. Viele von ihnen sind sympatisch, ihre Entscheidungen sind glaubwürdig und realistisch gestaltet, aber ihr Wesen bleibt immer etwas im Hintergrund.
Immer wieder werden auch Ideen des Autors eingeflochten, die nicht direkt etwas mit der Haupthandlung zu tun haben, aber durch ihren Detailreichtum zu bestechen wissen.
Einzig das Ende war etwas enttäuschend. Alles ging zunächst etwas zu schnell, dann wurden bestimmte Dinge einfach endlos in die Länge gezogen.
Manchmal habe ich mir auf den letzten Seiten ein etwas besseres Gleichgewicht zwischen Handlung und Dialog erhofft.
Aber im Großen und Ganzen konnte mich das Buch mehr als zufrieden stellen. Wer also keinen Wert auf riesige Weltraumschlachten legt und sich gerne mit einem jungen Charakter beschäftigen möchte, dessen Denken und dessen Psychologie im Vordergrund steht, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen.
Das war Science Fiction, mal etwas anders, aber genau, wie ich es mag.

7,5 von 10 Punkten

Cover: Gut, für meinen Geschmack vielleicht etwas zu pompös. Das abgebildete Schwert hat mit der Geschichte fast gar nichts zu tun.

Preis/Leistung: 8,95 Euro sind bei 656 Seiten durchaus zufriedenstellend. Ich kann nicht meckern.

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