Montag, 28. März 2011

Rezension: Der Drachenbeinthron - Das Geheimnis der großen Schwerter 1 von Tad Williams

Tad Williams
Drachenbeinthron
954 Seiten
Verlag: Fischer 11. Auflage (1996)
Originaltitel: The Dragonbone Chair
Taschenbuch
ISBN:   3596130735

Ich hatte vor einiger Zeit einen sehr lieben Freund. Er war total begeistert vom „Osten Ard Zyklus“ von Tad Williams. Da ich damals gerade nichts zu lesen hatte, bat ich ihn um eine Empfehlung. Er drückte mir direkt den ersten Teil Der Drachenbeinthron“ in die Hand.

Kurzbeschreibung:
"Simon Mondkalb, ein einfacher Diener und Laufbursche gerät unversehens in einen Kampf zwischen den guten und den bösen Mächten im Land Osten Ards"
Ich war total aufgeregt und hatte die größten Hoffnungen auf das Buch. Habe mich zu Hause direkt hingesetzt und habe angefangen zu lesen und...
wurde fürchterlich enttäuscht.
Ich konnte mit dem Buch einfach nichts anfangen. Ich habe es dann bis Seite 250 gelesen. Weiter nicht. Eigentlich wollte ich ja, aber ich konnte mich seitdem nicht mehr dazu überwinden, das Buch noch einmal aufzuschlagen. Jetzt liest es mein Mann, der ist ganz zufrieden. Das Buch wird wohl für immer auf meine Liste der abgebrochenen Bücher kommen.
Jetzt zu den Gründen:
Vorallem mag ich den Protagonisten nicht. Seine Verträumtheit ist bei mir kein positiver Aspekt. Er wirkt dadurch nicht symphatisch sondern wie ein Schwächling.
Natürlich kenne auch ich viele Menschen, die sagen, dass ihnen Protagonisten, die reine Helden sind, nicht gefallen, mir auch nicht, zugegeben. Aber Simon ist einfach kein ausgewogener Charakter. Er hat nicht ein paar Schwächen und ein paar Stärken. In meinen Augen hat er einfach gar keine Stärken und ist nur am jammern. Er bemüht sich nicht darum, dass ihn jemand mag, oder daran, etwas an seiner Situation zu verändern. Er ist die typische Ausgeburt eines kleinen verwöhnten Bengels.
Tagträume sind zwar ganz gut und schön und kennt sicher jeder von uns. Aber Simon tut nichts anderes, als sich in seinen Träumen zu verlieren. Wenn ihm jemand eine Chance gibt, etwas zu ändern, reagiert er mit Unlust und mit Undankbarkeit.
Er will die ganz große Magie kennen lernen, darf dann, was wirklich nett ist, eine Arbeit bei Morgenes anfangen und ist mit nichts zufrieden. Mehr als einmal hätte ich ihn schon gerne erschlagen. Mehr als einmal musste ich deftig die Augen verdrehen.
Soweit so gut, über einen nervenden Protagonisten kann ich noch halbwegs hinweg sehen, wenn ich es auch schon nicht gern tue.
Aber auch die anderen handelnden Figuren mag ich gar nicht.
Sie bleiben über lange Zeit zu klisheehaft. Bleiben zu einseitig, auch hie rscheint sich nichts zu ändern. Zumindest nichts, was mein Interesse anregen könnte.
Auch die Sturheit des Binabik ist mir zu langatmig beschrieben. Irgendwann war es für mich nicht mehr nachvollziehbar und wirkte gezwungen. Der Betrunkene Mönch (?) ging mir auch nach zwei Szenen furchtbar auf den Geist. Es gab wirklich keine Figur, der ich Sympathie entgegen gebracht habe. Außer vielleicht noch in Grundzügen dem Morgenes. Aber das hatte sich dann ja auch recht schnell wieder gegessen.
Die Welt dagegen gefiel mir schon besser. Viele seltsame Namen, aber die Landschaften und der Aufbau wirkten nicht so abgekupfert, wie es oft bei fantastischen Büchern der Fall ist. Also dafür wäre es vielleicht noch lesenswert gewesen, hat aber auch nicht gereicht.
Ich bleibe dabei. Ich mag diese Bücher nicht. Und ich werde ihnen vermutlich auch nicht noch mal die Chance geben, sich zu beweisen.
2 von 10 Punkten
Cover:
Ich habe die Ausgabe hier, mit einem schrecklich gelben Rand und einem furchtbar kitschigen Bild in der Mitte. Keine Ahnung, ob es da bessere gibt. Ich finde es ganz schrecklich.
Preis/Leistung:
Kann ich nicht viel zu sagen. Die Bücher gibt es glaube ich nur noch gebraucht zu erstehen. Und da schwanken die Preise enorm. Ich weiß aber auch nicht, was sie früher gekostet haben. Ich weiß nur, ich würde nie wieder Geld dafür ausgeben.

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