Montag, 28. März 2011

Rezension: Der Eisenturm - Die Tränen von Artamon 2 von Sarah Ash

Sarah Ash
Der Eisenturm
795 Seiten
Luebbe Verlagsgruppe, 1. Auflage (28. November 2009)
Originaltitel: Prisoner of the Iron Tower
Taschenbuch
ISBN: 978-3404206117 

Kurzbeschreibung:
Gavril ist nicht mehr besessen. Doch sein Land ist nun schutzlos. Als Feinde sein Reich überfallen, stellt er sich ihnen freiwillig. Er wird in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht, dem Eisenturm. Dort beginnt sein Leiden und der machtgierige Eugene von Tielen ist kaum noch aufzuhalten.“

Im Gegensatz zum ersten Teil der Trilogie ist „Der Eisenturm“ wirklich schlecht.
Die Hauptfiguren des ersten Teils tauchen erst sehr spät und dann nur sehr spärlich auf. Sie wirken künstlich, die Dialoge sind hölzern und die Gefühle und Gedanken der Charaktere wirken unglaubwürdig.
Ash nimmt sich nicht die Zeit Szenen, Personen und Geschehnisse in einem angemessenen Maß zu reflektieren. Zunächst verrennt sie sich in politischen Machenschaften, beschreibt staatliche Gespräche in aller Länge und Ausführlichkeit, nur um dann bei den Folgen, die daraus resultieren, zu sparen.
Szenen und Ideen werden einfach nicht befriedigend zu Ende gebracht. Oft erscheinen ganz plötzlich neue Figuren, die vorher nie aufgetaucht sind, bleiben drei Seiten, scheinen wichtig zu werden, nur um kurz darauf nie wieder erwähnt zu werden.
Somit fehlt dem Leser eine Person, mit der er mitfiebern kann oder mit der er sich identifizieren kann. Durch die zu häufigen und zu schnellen Perspektivwechsel gerät das Buch ins Belanglose.
Dinge, die Spannung versprechen, werden nur in kurzen Sätzen abgehandelt, dafür werden aber unwichtige Gespräche in die Längte gezogen.
Das Mystische aus dem ersten Band wird gezwungenermaßen immer und immer wieder aufgekocht. Die Überraschungsmomente, die leider keine sind, verlieren ihren Charmé und der Leser damit das Interesse.
Die fast 800 Seiten zogen sich wie Kaugummi und schon nach einem Drittel des Buches hat es mich nicht mehr interessiert, wie es weiter gehen wird.
Der Schreibstil ist nach wie vor sehr poetisch und hier erkennt man die Bemühungen der Autorin. Doch während im ersten Teil Sprachstil und Inhalt sehr gut aufeinander abgestimmt gewesen sind, wirkt der sehr blumige Stil im zweiten Teil doch arg deplaziert.
Es bleibt fraglich, ob ich den dritten Teil überhaupt noch lesen möchte.

2,5 von 10 Punkten

Cover: Ähnelt doch sehr dem Cover vom ersten Teil. Es ist schön und ansprechend gestaltet, verspricht jedoch mehr Mystisches, als das Buch zu geben bereit ist.

Preis/Leistung: 9,99 ist für ein Taschenbuch so gut wie normal. Aber bei dieser Leistung deutlich zu viel.

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