Montag, 28. März 2011

Rezension: Die Herren von Winterfell - Das Lied von Eis und Feuer 1 von George R.R.Martin

Goerge R.R.Martin
Die Herren von Winterfell
576 Seiten
Blanvalet (14. Dezember 2010)
A Game of Thrones
Taschenbuch

Hoch gelobt, überwiegend begeisterte Stimmen, ein Serien Hype... und, zurecht.

Kurzbeschreibung:
Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird an den Hof seines Königs gerufen, um diesem als Berater und Vertrauter zur Seite zu stehen. Doch Intriganten, Meuchler und skrupellose Adlige scharen sich um den Thron, deren Einflüsterungen der schwache König nichts entgegenzusetzen hat. Während Eddard sich von mächtigen Feinden umringt sieht, steht sein Sohn, der zukünftige Herrscher des Nordens, einer uralten finsteren Macht gegenüber. Die Zukunft des Reiches hängt von den Herren von Winterfell ab!

Habe ja lange überlegt, ob ich diese Reihe überhaupt lesen möchte. Durch Aussagen wie „Oh, ja, es gibt viele, viele PoV Charaktere“ oder „alles ist hochpolitisch“ habe ich mich erst mal abschrecken lassen.
Wenn ich an eine Fülle von Charakteren denke, dann habe ich immer Erickson vor Augen. Jede halbe Seite eine neue Figur.
Wenn ich an hochpolitische Geschichte denke, habe ich einen schnarchlangweiligen Roman vor Augen, der nur aus Dialogen besteht und der staubtrocken ist.
Also hatte ich mich erst mal dagegen entschieden.

Dann habe ich mich von Milas Begeisterung anstecken lassen, die immer ganz begeistert von neuen Trailern und neuen Teasern erzählt hat, oder von Behind the Scence Ausschnitten oder oder oder. Da habe ich mich zumindest kurz verleiten lassen in einen der Trailer zu der neuen HBO Serie rein zu schauen.
Und siehe da, ich war gefesselt. Sah alles gar nicht so staubtrocken aus. Ganz im Gegenteil. Eher hatte ich liebevoll gestaltete Personen vor mir, deren emotionale und politische Interaktion im Vordergrund zu stehen schienen.
Aber anhand eines Trailers kann man das ja schlecht beurteilen. Mein Mann hat dann angefangen das Buch zu lesen und plötzlich wollte ich auch.

Und wie oben schon angedeutet kann ich nur sagen, dass ich ganz begeistert bin. Ich liebe Martins Schreibstil, poetisch, ohne übertrieben zu wirken, absolut passende Vergleiche. Eine unglaubliche Sprache.
Seine Charaktere sind alle für sich selbst etwas ganz besonderes und zu jedem von ihnen wollte ich möglichst viel erfahren und da war es egal, ob die Figur ein möglicher Antagonist war oder nicht. Natürlich haben sich im Leseverlauf einige Personen herauskristallisiert, die ich lieber mochte als andere, aber das ist menschlich.
So sind mir doch vor allem die Starkkinder (einschließlich des Bastards) sehr ans Herz gewachsen. Gerade Arya, Bran und Jon sind zu meinen absoluten Lieblingen avanciert.
Aber nichts desto trotz sind auch alle anderen Gestalten unheimlich faszinierend. So habe ich Visery von der ersten Seite an gehasst (und auch irgendwie geliebt), habe mit Dany mitgelitten und war von Tyrions frecher, offener Art sehr sehr angetan. (Auch eine ganz großartige Person, fiel es mir doch sehr schwer, ihn von Anfang an richtig einzuschätzen.)

Die Geschichte lebt wie gesagt von der Interaktion und dann kann da so viel Politik drin stecken, wie will, solange das auf so eine Art und Weise erzählt wird, wie Martin das getan hat. Ich war an vielen vielen Stellen sehr emtional berührt. Und das aus den verschiedensten Gründen. Manchmal war es nur ein einfacher Satz, der sich in mein Hirn gebrannt hat, manchmal war es ein ganzer Dialog, manchmal die Beschreibung eines Ortes und manchmal auch Teile des Geschehens. Und wenn das geschafft wird, das auf so vielfältige Weise eine Identifikation mit den Charakteren herbeigeführt wird, dann ist das genau ein Buch für mich.

Oft hörte man ja, dass das Buch sehr schwer zu lesen sei, aber ich hatte einen ganz anderen Eindruck. Der Sprachstil des Autors macht es einem sehr einfach der Geschichte schnell und flüssig zu folgen. Viel Hintergrund, viele Namen ja, aber ich war so in der Geschichte, dass es mich nicht weiter tangiert hat. Vielleicht hat mir Mila aber auch ein bisschen geholfen, immerhin haben wir zwischendurch immer mal wieder über den einen oder anderen diskutiert.

Abschließend möchte ich dann noch etwas zu den Ausgaben sagen. Ich habe die alte Ausgabe (als E-Book) und die neue Ausgabe als Paperback parallel gelesen. Mir schien es so, dass an der Übersetzung an sich nichts verändert worden ist, außer dass die Namen eingedeutscht worden sind. Bzw. einige Schreibweisen von Namen verändert wurden. Ich muss aber sagen, dass mich das als „Neuleser“ nicht besonders gestört hat. Ob Jon, jetzt Schnee genannt wird, oder Snow. War mir egal, genauso egal war es mir, dass die Lannisters, jetzt Lennisters sind und dass King's Landing nun Königsmund heißt.

Die nächsten Bände habe ich in der alten Ausgabe gekauft. Die sind deutlich günstiger, als die neuen, aber haben auch deutlich hässlichere Cover.

Im Großen und Ganzen schließe ich mich all den positiven Meinungen an. Mehr ist gar nicht zu sagen.

1 Kommentar:

  1. Huhu ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe. Und zwar genau hier:

    http://nellysleseecke.blogspot.com/2015/06/das-lied-von-eis-und-feuer-die-herren.html

    Viele liebe Grüße, Nelly

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