Montag, 28. März 2011

Rezension: Die Kinder des Nebels - The finale empire 1 von Brandon Sanderson


Brandon Sanderson
Die Kinder des Nebels
15 Euro
896 Seiten
Heyne Verlag (6. Juli 2009)
Taschenbuch
Originaltitel: Mistborn 

Kurzbeschreibung:
Ein düsteres Land. Willenlose Sklaven und nur ein paar wenige, die sich gegen die Vormacht des Adels stellen und der Inquisition den Kampf ansagen. Die junge Vin hat viel zu lernen, als sie ihre neuen Fähigkeiten entdeckt. Doch Misstrauen und Vergangenheit stehen ihr im Wege. Und sie hat nicht viel Zeit um sich zu entscheiden.

„Die Kinder des Nebels“ ist ein großartiger erster Band. Eine wunderbar gelungene Mischung aus Fantasy, Endzeit und einem Hauch Steam Punk.
Zunächst konnte mich die düstere Weltgestaltung mit dem Ascheregen, den ausgebeuteten und wenig hoffnungsvollen Skaa, den unterschiedlichen Ministerien und den farblosen Pflanzen und den vielen Grau und Brauntönen begeistern. Alles ist sehr rar aber atmosphärisch beschrieben.
Dann kamen die Figuren, die mich in ihren Bann gezogen haben. Allen voran Kelsier. Er war mir zu Beginn alles andere als sympathisch. Charismatisch ja, besonders auch, vielseitig, geheimnisvoll, alles ja, aber nicht sympathisch. Dann und wann sagt er das Eine und tut dann doch das Andere, dann suhlt er sich abwechselnd in seinem Selbstmitleid, seiner Trauer um Mare und in seinem Ruhm. Und immer lächelt er. Ich teile Hamms Ansicht, dass Kelsier irre sein muss.
Im Endeffekt macht ihn aber gerade diese Mischung aus heroischen Charakterzügen und Schwächen aus Kelsier einen bemerkenswerten Charakter.
Seine Handlungen sind nicht immer vorhersehbar, seine Entwicklung unheimlich interessant. Trotz des doch sehr linearen Erzählverlaufs sind einige Wendungen überraschend und geben der Geschichte die nötige Spannung.

Auch die Interaktion zwischen den einzelnen Figuren ist gelungen. Emotionen und Dialoge, auch Schlussfolgerungen wirken auf mich glaubwürdig und teilweise sogar richtig realistisch.
Auch wenn vor allem Vin (und auch Kelsier) im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, sind die Nebenfiguren nicht weniger gut gelungen. Marsch zum Beispiel , der immer nur mal wieder am Rand auftaucht ist trotzdem ein unheimlich weit ausgearbeiteter Charakter. Der Autor ist da zwar minimalistisch, nutzt nur geringe Ressourcen, aber eben die nutzt er so perfekt, dass ich mir alle Charaktere bildlich vorstellen konnte.
Ich glaube, auch wenn ich damit vermutlich die Einzige bin, Marsch hat mich tatsächlich am meisten fasziniert. Er sorgte noch so richtig für Überraschungen. Auch wenn ich schon zuvor so eine leise Ahnung hatte, was geschehen wird.
Aber wie gesagt auch alle anderen, Hamm, Dox, Weher, der Terresier, Keuler und selbst Spuki waren einfach nur genial.
Im krassen Gegensatz zu der Geschichte rund um die Rebellengruppe stand dann Vins Interaktion mit dem Adel. Aber mindestens genauso spannend wie der Rest. Manchmal habe ich mich furchtbar über sie geärgert, aber liebgewonnen habe ich sie trotzdem. Ihre inneren Vorgänge waren eigentlich sogar sehr passend für ihr Alter und ihre Vorgeschichte.

Zu dem Magiesystem der Allomantie, aber auch der Ferrochemie kann ich nur sagen, dass ich mich anscheinend der Fasziniation des Autors nur anschließen kann. Ich konnte gar nicht genug Szenen mit dieser Art von Magie lesen. War hin und weg. Gerade, dass die Magie nicht allmächtig ist, war ein Pluspunkt. Es gibt Punkte in diesem System, die oberflächlich betrachtet zunächst nutzlos wirken, aber es begeistert mich zu sehen, was Sanderson alles daraus gemacht hat. Vielfältig, neuartig, interessant, spannend.

Spannend, ist sowieso das wichtigste Stichwort. Es gibt für mich keine Stelle in diesen fast 900 Seiten, die sich zieht, in der Langeweile aufkommt oder oder oder. Die immer wieder eingestreuten Actionszenen sind alles andere als zäh. Die Kämpfe sind meistens schnell, düster, grausam und magisch.
Das Buch ist für mich einfach eine perfekte Gesamtkomposition mit einem zufriedenstellenden Ende und macht vor allem Lust auf Band 2.

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