Donnerstag, 31. März 2011

Rezension: Die letzte Wahrheit – Die Wahrheiten 4 von Dawn Cook

Dawn Cook
Die letzte Wahrheit
480 Seiten
Blanvalet – 11. Nov. 2008
Originaltitel: Lost Truth
ISBN: 978-3442265794
Taschenbuch

Ein wunderbarer Abschluss einer Reihe, mit einem winzigen Schönheitsfehler.

Kurzbeschreibung:
Alissa leidet jede Nacht unter seltsamen Träumen, in denen sie ein fremdes Mädchen sieht. Von der Neugierde und einem inneren Bedürfnis getrieben macht sie sich auf die Suche nach dem Mädchen und den verloren gegangenen Meistern der Feste. Doch das, was sie findet, ist nicht das, was sie sich erhofft hatte.
Erneut hat sie mit Vorurteilen und den finsteren Abgründen anderer Menschen zu kämpfen. Und dann ist da noch die Liebe und sie muss sich entscheiden.

Betrachtet man die Originalität der Romane, kommen die Wahrheiten mit Sicherheit nicht an die ganz großen Fantasywerke heran. Aber das, was an „neuen Ideen“ fehlt, macht Cook mit ihrem sehr poetischen Schreibstil und der Intensität der Interaktion ihrer Charaktere wieder wett.

Alle begonnenen Handlungsfäden werden befriedigend und auf glaubwürdige Weise zu Ende geführt. Einige Entwicklungen sind überraschend, andere dagegen ab einem gewissen Zeitpunkt hervorsehbar. Nichts desto trotz sind sie alle interessant zu verfolgen.
Noch mehr als in den drei Vorgängerbänden schafft es die Autorin den Leser abwechselnd zu Tränen zu rühren oder ihn vor Freude lächeln zu lassen.

Anders als in vielen anderen Werken, anderer Autoren, erschafft Cook nicht das perfekte Happy End, sondern flechtet auf geschickte Art und Weise deutliche Grautöne hinein. So entfernen sich die Wahrheiten-Bücher dann doch deutlich von den gängigen Klishees.

Nur einen winzigen Schönheitsfehler hat „Die letzte Wahrheit“ aufzuweisen. Der Grund für die Fortsetzung der Geschichte erscheint in Form eines heftigen Deus ex Machina. Dieser Umstand bleibt als bitterer Beigeschmack zurück. So verliert die Erzählung schon zu Beginn einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit und entfernt sich von ihrem vergangenen Realitätsbezug.
Schafft man es aber darüber hinweg zu sehen, wird man wieder mit allerlei interessanten und berührenden Details belohnt.
Auch hat dieser Abschlussband, wie seine Vorgänger, keinerlei Längen. Es gibt zwar wieder einen angenehmen Wechsel zwischen ruhigen und actionreichen Szenen, dennoch hält die Autorin die Spannung ihrer Handlung konsequent auf einem konstanten Niveau.

Ihre Charaktere bleiben facettenreich und faszinierend. Durch die genaue Beschreibung ihrer Gefühle und Gedanken, bleiben die Figuren dem Leser nah und ermöglichen ihm, eine sofortige Identifikation mit ihnen.

Allein das Ende wirkt ein bisschen zu abrupt, da ein begonnener Handlungsstrang, in meinen Augen, recht nicht befriedigend zu Ende gebracht worden ist. Außerdem bleiben einige kleinere Fragen auch weiterhin ungeklärt.
Ich weiß nicht, ob es nur meine Hoffnung auf mehr ist, dass ich das Gefühl habe, dass die Autorin sich mit Absicht noch einige Kleinigkeiten offen gelassen hat, um eventuell noch einmal in die Welt der Wahrheiten zurückkehren zu können.

Alles in Allem ist auch dieser Abschlussband ein kleines, eigenes Meisterwerk Die Charaktere sind über vier Bände hindurch wundervoll ausgearbeitet worden und auch das Magiesystem ist einem ständigen Wandel unterzogen. „Die letzte Wahrheit“ ist ein würdevoller Abschluss der ganzen Reihe.

Das Cover ist zwar ebenso kitschig wie die Vorgänger und schwimmt im Trend der Kapuzenmädchen mit und auch der Goldton ist etwas aufdringlich, aber im Großen und Ganzen kann man sagen, kann man darüber hinwegsehen, auch wenn das Titelbild nicht viel mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat. Es bleibt sehr aussagelos zurück.

Für den Preis von 8,95 Euro kann man aber auch ruhig über die kleinen Fehler im Konzept hinwegsehen und bekommt dafür eine wunderbare und perfekt gestaltete Welt , verbunden mit einem großartigen Schreibstil und sehr wirklichen Charakteren.

10 Punkte

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