Montag, 28. März 2011

Rezension: Die Schlacht am Rayhin - Kryson 1 von Bernd Rümmelein

Bernd Rümmelein
Die Schlacht am Rayhin
572 Seiten
Otherworld (September 2009)
Broschiert
ISBN: 3800095009 

Gleich nach Erscheinen der ersten Bände, stand „Die Schlacht am Rayhin“ auf meiner Bücherwunschliste. Nachdem ich dann erfahren hatte, dass sich der Autor zu einer gemeinsamen Leserunde bereit erklärt hatte, habe ich das Buch gekauft und bin mehr als begeistert.

Kurzbeschreibung:
Es sind die letzten Tage vor der Schlacht am Rayhin. Eine alles entscheidende Schlacht zwischen Rachuren und Klan. Doch sind die Rachuren nicht die einzige Gefahr, die Kryson in diesen Zeiten droht. Sonnenreiter, Orna, und Magier machen sich Seite an Seite auf, dem drohenden Chaos die Stirn zu bieten.“

Wie schon erwähnt, gefällt mir das Buch ausnehmend gut. Einmal angefangen hat mich die Geschichte nicht mehr losgelassen.
Angefangen beim Prolog schon gelang es dem Autor eine bedrückende, verzweifelte Atmosphäre zu erschaffen, die den Leser bis zum Ende nicht mehr loslässt.
Land, Geschichte, Kultur und Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet. Gedanken und Gefühle bleiben nachvollziehbar, glaubwürdig und abwechslungsreich. Jeder Charakter entwickelt sich. Und nicht nur die vermeintlich „Guten“ werden vorgestellt, sondern ganze Kapitel widmet der Autor auch den vermeintlich „Bösen“.
Spannung, Atmosphäre, Gefühle, Hilflosigkeit und Verzweiflung, alles Aspekte, die Kryson ohne Abstriche abdecken kann.
Im ersten Moment mögen die etwas langen Schachtelsätze störend wirken, doch mit der Zeit wird deutlich, dass sich Herr Rümmerlein um eine ganze eigene Sprachmelodie bemüht hat. Das wird auch deutlich, betrachtet man einmal die verschiedenen, teils schwierig auszusprechenden Namen, selbst Jahre, Stunden und Sekunden haben eigene Namen bekommen.
Auch die Astronomie unterliegt offensichtlichen Unterschieden zu unserer Realität. Dennoch scheint der Autor sich auch hier Gedanken gemacht zu haben, wie er zwei Sonnen und Dämmerung zur Mittagszeit glaubwürdig darstellen kann.
Ebenfalls sollte man ein Freund von Rückblicken und Gedankensprüngen sein. Die Charaktere reflektieren sich selbst und andere sehr gern und sehr häufig. Für mich ist das einer der positvsten Aspekte der Geschichte. So kommen mir die Handelnden näher, ebenso die Geschichte, ohne auf Anhieb zu viel zu verraten.
Ich persönlich liebe diese vielen Rückblicke, die oft auch während des eigentlichen Geschehens eingestreut werden, ohne gezwungen zu wirken. Oft gelingt es so dem Autor auch, der Handlung ganz neue Sichtweisen zu geben.
Der einzige wirklich negative Punkt, den ich anzumerken habe, ist die extreme Anhäufung von Rechtschreibfehlern und vorallem Wortdoppelungen. Ich spreche hier nicht von Wiederholungen, sondern von Fehlern innerhalb des Satzgefüges.
Fehler in geringem Maße stören mich als Leser nicht, aber hier unterbrechen sie häufig den Lesefluss.
Mein Fazit:
Das Buch ist einfach eine wundervolle Gesamtkomposition, in der alles sehr stimmig aufgearbeitet ist. Prolog und Epilog wirken als Rahmen ausgeklügelt, Charaktere und Weltengestaltung sind geheimnisvoll, düster und spannend.
Gut und Böse sind im ersten Moment zwar deutlich zu erkennen, aber im Verlauf der Geschichte verschwimmen die Grenzen zunehmend.
Die Geschichte an sich ist sehr hart und grausam geschrieben und so nichts für schwache Gemüter, hebt sich aber wohltuend von anderen klisheebelasteten Highfantasyepen ab.

9 von 10 Punkten (ohne die vielen Fehler, volle Punktzahl)

Cover: Mir persönlich ein bisschen zu bunt. Die verhüllte Gestalt dagegen wirft Fragen auf und bleibt rätselhaft. Der Schriftzug ist mir auch farblich ein wenig zu extrem.
Preis/Leistung: Im Vergleich Handlung/Preis kann man über die 14,95 nicht meckern, ganz im Gegenteil. Aber allein für die Menge an schreibtechnischen Fehlern und dem mangelnde Lektorat sollte der Preis deutlich in einem niedrigeren Sekment liegen.

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