Montag, 28. März 2011

Rezension: Diener des dunklen Hirten - Kryson 2 von Bernd Rümmelein

Bernd Rümmelein
Diener des dunklen Hirten
763 Seiten
Verlag: Otherworld Verlag (September 2009)
Broschiert
ISBN: 3800095017 

Nach dem brillianten ersten Teil, ein wirklich enttäuschender Folgeband.

Kurzbeschreibung:„Der freie Magier Sapius macht sich auf den Weg in seine Heimat, verfolgt von den Häschern des dunklen Hirten. Madhrab fällt einer Intrige zum Opfer und Renlasol und seine Gefährten müssen sich in Gebiete vorwagen, in denen es vor Gefahren nur so wimmelt. Der dunkle Hirte ist erwacht und zu allem Überfluss steht die Geburt der neuen Lesvaraq kurz bevor, die vor allem Unbill beschützt werden müssen. Ihr Leben wird das Schicksal auf Kryson nachhaltig verändern. Eine schwere Aufgabe für die so unterschiedlichen Gefährten.“

Der Einstieg in diesen Folgeband fiel mir sehr schwer. Ich hätte mir wieder einen direkteren Zugang in das Geschehen gewünscht, ähnlich wie im ersten Teil. Stattdessen wird erstmal Vergangenes aufgearbeitet, politische Machtspielchen rücken in den Vordergrund und die bekannten Figuren reisen planlos von einem Ort zum anderen, ohne das Nennenswertes geschieht.
Wichtige Schlüsselszenen werden in kurzen Sätzen abgehandelt, während sinnloses Geplänkel den größten Teil des Romans einnimmt.
Die Atmosphäre ist weiterhin bedrückend und verdüstert sich im Laufe der Geschichte mehr und mehr. Dennoch bleibt der Fortlauf des Geschehens vorhersehbar und hinterlässt beim Lesen ein unbefriedigendes Gefühl.
Das im ersten Teil nur kurz erwähnte Volk der Naiki bekommt nun ebenfalls Anteil an der ganzen Sache. Die Naiki sind Waldläufer und in ihren Adern fließt das magische Blut der Altvorderen. Ohne zu sagen, dass die Naiki von diversen Elfenromanen beeinflusst wurden, finden sich hier doch (auch ohne spitze Ohren) bemerkenswerte Parallelen. Die starken, ausdauernden, grazilen, magischen Geschöpfe des Waldes, die in Baumstädten wohnen und sich mit Tieren und der Natur verbinden... Nun gut!
Die Szenen, die sich um dieses Volk ranken sind noch ganz nett gemacht. Einzelne Details reißen die etwas belanglosen Ideen wieder etwas aus ihrer Lethargie. Die Gesamtstory ist aber auch hier vorhersehbar und wirkt künstlich erzwungen.
Auch den Tartyk werden ein paar Szenen gewidmet. Hier wäre Vieles ausbaufähig gewesen und auch die ach so spannenden und magischen Drachengeschöpfe wurden nur kurz angerissen. Man erfährt viel zu wenig und auch hier bleibt dem Leser nur die eigene Fantasie.
Das Klishee der noch unerfüllten Prophezeiung wird in „Diener des dunklen Hirten“ ebenfalls aufgegriffen. Leider ist auch diese, trotz ihres schönen Reimschemas, etwas zu einfach gehalten. Dem Leser ist schon beim ersten Lesen bewusst, wer die Personen sind, die dort genannt werden. Den handelnden Figuren scheint das leider nicht direkt klar zu werden, da braucht es das ein oder andere Mal schon einen Schlag mit dem Zaunpfahl von Seiten des Autors.
Auch Prolog und Epilog sind nicht so rund gelöst wie im ersten Teil. Das Szenario, das im Prolog als schreckliches Problem dargestellt wird, wird nach ein paar wenigen Seiten durch einen Mord einfach und schnell gelöst und hat somit an Bedeutung verloren. Ich als Leser fühlte mich damit ein wenig hintergangen.
Ein weiterer negativer Punkt des Buches waren seine Figuren. Die meisten waren im ersten Teil deutlich interessanter gestaltet und hatten Anlagen zu Mischcharakteren. Die Anlagen sind nun gänzlich verschwunden. In meinen Augen waren die Figuren in diesem Band sehr einseitig und blieben in ihren Emotionen extrem blass.
Etwas Positives muss ich aber dennoch anmerken. Unter all den hervorsehbaren und recht belanglosen Ideen hat es der Autor dennoch geschafft die Geschichte durch schöne Details interessanter zu gestalten. Leider wurden die meisten wieder fallen gelassen, aber dennoch waren es gerade die Details warum ich das Buch überhaupt beendet habe.
Vom Sprachstil her, hat sich nicht viel verändert. In meinen Augen gleichbleibend gut und in seiner Sprachmelodie äußerst gelungen.

6 Punkte von 10
(für die Details und die Sprachmelodie)

Preis/Leistung: 14,95 Euro. Diesmal waren nicht mehr so viele Rechtschreib- und Grammatikfehler zu finden, aber diesmal litt die Geschichte. Mir ist der Preis zu hoch. Ein Buch das vor Klishees nur so strotzt und das kaum interessante Ideen hervorbringt dürfte ruhig etwas günstiger sein.
Cover: Gefällt mir auch nicht. Immernoch zu bunt. Diese seltsamen Gestalten in ihren Kapuzenmänteln sind im Moment wie ein Virus. Außerdem nerven mich langsam die Klappcover. In meinen Augen vollkommen überflüssig.

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