Montag, 28. März 2011

Rezension: Erbin des Throns - Die Chroniken von Hythria 1 von Jennifer Fallon

Jennifer Fallon
Erbin des Throns
800 Seiten
Heyne Verlag (3. April 2006)
Wolfblade - Hythrun Chronicles 1
Taschenbuch
ISBN: 3453532392 

Jennifer Fallon zeigt eindrücklich mit diesem ersten Band der Legenden von Hythria, dass Politik alles andere als langweilig ist.

Kurzbeschreibung:
Das Land Hythria lebt von Politik und Intrigen. Der amtierende Großfürst aber ist ein Taugenichts mit perversen Gelüsten und wenig Hang zur Machtausübung.
Unversehend gerät seine Schwester Marla in den Strudel aus Macht und Problemen. Sie soll dem Reich einen Erben schenken. Doch Liebe, Magie und Macht verändern sie und das Reich muss sich großen Herausforderungen stellen.“

Jennifer Fallon erzählt meisterhaft eine ruhige und schlachtenlose Geschichte, die vorallem von Politik, Magie und den verschiedenen Charakteren lebt.
Die ersten Seiten mochten noch etwas vorhersehbar sein, aber spätestens nach einem Achtel der Geschichte waren die handelnden Personen so perfekt ausgearbeitet und dem Leser so nah, dass sie zu fesseln verstanden.
An keiner Stelle verstrickt sich Fallon in den Fäden der eigenen Erzählung. Land, Religion, Kultur, und menschliche Gelüste sind perfekt ausgearbeitet und lebendig.
Die Geschichte ist an keiner Stelle langweilig oder unausgegoren.
An manchen Stellen lässt Fallon zwar ein oder zwei Hinweise auf das Geschehen zu viel fallen und macht es dem Leser zu einfach die Zukunft hervorzusehen, aber im Großen und Ganzen bleibt die Handlung überraschend und spannungsreich.
Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die Handlung glaubwürdig bleibt. Zu oft nimmt das Geschehen in Fantasywerken zwar eine unerwartete, aber an den Haaren herbei gezogene, Wendung. In „Erbin des Throns“ sucht man solche stilistischen Schwierigkeiten vergeblich.
Auch sind Nebenfiguren so liebevoll und eigen konstruiert, dass selbst diese dem Leser ans Herz wachsen müssen.
Die unterschiedlichen Erzählperspektiven halten die Geschichte lebendig und beleuchten Standpunkte aus verschiedenen Sichtweisen. So ist nicht immer eindeutig zu erkennen, welche Seite nun gut oder böse ist. Auch dieser Aspekt trägt maßgeblich zur Glaubwürdigkeit bei.
Die Figuren scheinen sich ausnahmslos weiter (manchmal auch zurück) zu entwickeln. Ihr Werdegang lag mir als Leser sehr am Herzen und war sehr interessant mitzuverfolgen.
Generell geht Fallon nicht eben zimperlich mit ihren Charakteren um. Menschen müssen, wie im echten Leben, auch hier leiden, lieben und sterben. So manches Mal war ich überrascht, fast schon erschrocken, wie gnadenlos sie auch mal eine Figur über die Klinge springen ließ. Im Nachinein betrachtet war das aber immer im Rahmen der Handlung und nicht weil die Autorin sonst keinen Verwendungszweck mehr für die Figuren gehabt hätte.
An manchen Stellen hätte ich mir mehr Ausführlichkeit gewünscht, aber ich sehe auch ein, dass es nicht immer möglich gewesen ist.
Bei einem Buch mit 800 Seiten, kann nicht immer alles perfekt und genau dokumentiert werden. An den meisten Stellen entsprach mein Wunsch vermutlich eher einer besonderen Neigung zu einem Charakter oder einem Wesen, als einer Verständnisschwierigkeit.

Im Großen und Ganzen ist „Erbin des Throns“ ein Buch, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte. Die Ausarbeitung des Landes und der Charaktere wird zu einer perfekten Gesamtkomposition verflochten und lässt mich mit Spannung auf den nächsten Teil warten.

8,5 von 10 Punkten

Cover: Ein schlicht aber schön gestaltetes Cover. Für den Rahmen hätte man zwar gut und gerne eine andere Farbe wählen können, aber das Bild in der Mitte wirkt stilistisch schon fast wie ein Fotografie und ist sehr athmosphärisch.

Preis/Leistung:14 Euro sind nicht wenig aber bei einem solchen Buch ohne Bedauern zu verkraften.

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