Montag, 28. März 2011

Rezension: Evangelium nach Satan von Patrick Graham

Patrick Graham
Evangelium nach Satan
656 Seiten
Blanvalet Taschenbuch Verlag (13. Oktober 2008)
Originaltitel: L'evangile selon Satan
Taschenbuch
ISBN: 978-3442371259 

Kurzbeschreibung:
Das Böse will die Welt beherrschen und die Zeit ist nun gekommen. Doch noch immer fehlt das geheimnisvolle Evangelium nach Satan, das einst vor langer Zeit verschwunden ist. Und gerade um dieses Schriftstück entbrennt der Wettlauf zwischen den Mächten des Bösen und denen, die sich dem Bösen entgegenstellen.“


Das Cover verspricht einen Thriller und ich hatte einen herkömmlichem Roman im Stil von Dan Brown erwartet, doch im Nachhinein verläuft „Evangelium nach Satan“ in eine ganz andere Richtung.
Schon im Prolog erwarten den Leser durchaus übernatürliche Ereignisse, die im Verlauf der Geschichte noch stärker ausgeprägt werden.
Somit würde ich den Roman eher als Mysterythriller bezeichnen.

Die Geschichte ist durchgehend spannend geschrieben und die Charaktere sind glaubwürdig gestaltet. Die unterschiedlichen Perspektiven geben dem Buch eine gewisse Abwechslung und beleuchten das Geschehen aus unterschiedlichen Sichtweisen. Auch die „Bösen“ kommen nicht zu kurz.
Die Haupthandlung wird immer wieder mit Ausschnitten aus der Vergangenheit der Protagonistin ausgeschmückt, die den Leser immer wieder zu fesseln wissen und ihn auf ganz emotionale Weise an dem Leben der Profilerin teilhaben lassen.
Der Schreibstil ist zunächst etwas ungewöhnlich, da die Erzählung durchgehend im Präsenz geschrieben ist. Als Anhänger herkömmlicher Präteritum-Erzählungen war ich erstmal skeptisch, aber schon nach wenigen Seiten fiel mir dieser ungewohnte Zeitgebrauch kaum noch auf und verstärkte auf angenehme Weise die Tiefe der Geschichte.
Immer wieder werden obzsöne oder auch vulgäre Worte und Phrasen in die Dialoge eingebaut, die mich etwas erschreckten, aber nie an unpassenden Stellen und auch nie in großen Mengen. Gerade dieser Umstand trug ebenfalls zur Glaubwürdigkeit des Geschehens bei.
Durch immer kürzer werdende Szenen und immer schnellere Perspektivwechsel wird das Ende gnadenlos zu seinem Höhepunkt getrieben und hindert den Leser daran, das Buch zur Seite legen zu können.
Ein einziges Manko hat dieses Buch aber. Da die verschiedenen Charaktere nicht immer zur gleichen Zeit die Informationen erhalten, werden einige Fakten, das Evangelium betreffend, zu oft wiederholt. Statt einfach nur zu erwähnen, was sie erfahren haben, wird die Geschichte des Schriftstücks immer und immer wieder wiederholt. Da aber zwischendurch einige neue Details eingestreut werden, konnte ich über diese Längen hinwegsehen und auch die Wiederholungen mit Genuss lesen.
Im Endeffekt kann ich nur sagen, dass das Buch ein angenehmes Gesamtwerk ist, das vorallem mit einer spannenden, mysteriösen, wie auch weltlichen Geschichte aufwarten kann und mit ungeheuer interessanten Charakteren, die immer wieder zu überraschen wissen und auch durchaus mit Schwächen gekennzeichnet sind.

8 von 10 Punkten

Cover: Orange auf schwarzem Grund. Etwas sehr pompös wie ich finde. Aber gerade diese Farbgebung mit dem großen Schriftzug fällt ins Auge. Die Seitenkanten sind schwarz getüncht, was dem Buch einen geheimnisvollen Anstrich gibt. Einen Nachteil hat das Ganze aber. Beim Umblättern klebten manche Seiten zusammen und mussten erst vorsichtig gelöst werden, das stört beim Lesen.

Preis/Leistung: Bei dem Preis habe ich nichts zu beanstanden. Für 9,95 Euro bekommt man einen anständigen Thriller und viel Unterhaltung.

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