Montag, 28. März 2011

Rezension: Gefährten des Lichts - Die Magier 1 von Pierre Grimbert

Pierre Grimbert
Gefährten des Lichts
368 Seiten
Verlag: Heyne 1. Auflage 3. März 2008
Originaltitel: Six heretiers – Le Secret de Ji 1
Taschenbuch
ISBN: 3453524195 

Kurzbeschreibung:
Vor vielen Generationen fanden sich die Vertreter alle Nationen und Völker zusammen, um unter der Leitung eines Fremden ein geheimnisvolles Labyrinth auf einer unbewohnten Insel zu erforschen. Nach ihrer Rückkehr lag scheinbar ein Fluch auf ihnen, aber ihr Schweigegelübte verbot ihnen über die Geschehnisse zu sprechen.
Jetzt, lange Zeit danach, macht eine grausame Bruderschaft Jagd auf die Erben dieser Vertreter. Nur wenigen von ihnen gelingt die Flucht und sie machen sich gemeinsam auf die Reise den Grund für die Morde zu finden und das Geheimnis der Vergangenheit aufzudecken.“

Der Klappentext klingt nicht neu, aber macht neugierig. Leider kann er nicht einmal in Ansätzen das halten, was er verspricht.
Der Roman strotzt nur so vor Ideenlosigkeit und sinnlosem Wischiwaschigeschwätz. Nicht nur die Charaktere sind blass und profillos, sondern auch die Handlung dümpelt nur so vor sich hin und bedient ein Klishee nach dem anderen. Die Szenerie ist vorhersehbar und somit spannungsarm.
Der Prolog soll dem Leser die Geschehnisse der Vergangenheit näher bringen, aber statt eine geheimnisvolle Geschichte zu erzählen, werden einfach nur viele verschiedene Namen in den Raum geworfen, die als Einzelpersonen keine große Rolle mehr spielen. Außerdem wird der Lesefluss schon zu Beginn immer wieder durch Ereignisse aus dem Hier und Jetzt unterbrochen. Der Leser wird in Situationen geworfen, in denen er nicht die Protagonisten kennen lernt, sondern sinnlos aneinandergereihte Morde miterleben muss, die für den weiteren Verlauf der Handlung so gut wie unwichtig bleiben.
Nach 27 Seiten, für die ich schon länger gebraucht habe, als eigentlich nötig gewesen, beginnt dann die eigentliche Geschichte. Bowbaq wird eingeführt, ein Riese, der sich mit Tieren verständigen kann. Soweit so gut, Grimbert hätte sicherlich aus dieser Figur einiges heraus holen können, stattdessen wechselt er nach dem Mordversuch an Bowbaq und seiner Flucht sofort die Perspektive und bleibt bei diesen, eher blassen und fantasielosen und, in meinen Augen allesamt unsympatischen, Figuren hängen. Eine langweile, ereignislose Reise eines Nichterben wird beschrieben, der aus naiver Liebe zu einer der Erbinnen hinter ihr herreist. Der Autor verrennt sich in den Beschreibungen seiner pubertierenden Gedankengänge (dabei ist er eigentlich schon ein nahezu erwachsener Mann) und verschwendet Worte auf vollkommen unwichtige Dinge.
Drei Viertel der knapp 400 Seiten gehen also für die Reise verloren, dann wird das große Geheimnis, das gar nicht so groß ist, plötzlich gelüftet und mit einer fadenscheinigen Erklärung versehen. Diese Erklärung begründet aber leider nichts von dem, was in der Vergangenheit geschehen ist. Zu guter Letzt folgt ein lächerlicher Showdown, der nur den Actionfaktor des Buches bedienen soll. Nichts von dem weiß den Leser zu fesseln.
Das Buch endet mit einem Cliffhangar, der den Leser zum weiterlesen animieren soll. Doch dieses winzige Detail schafft es nicht, zumindest mich nicht, soweit zu interessieren, dass die weiteren Teile gelesen werden müssen um meine Neugierde zu befriedigen.
Neben der witzlosen Handlung, konnte mich aber auch Grimberts Schreibstil nicht überzeugen. Die vielen Wiederholungen in den Gedankengängen der verschiedenen Charaktere waren mir mit der Zeit etwas über. Jemand wird versucht zu ermorden und jeder Erbe kommt ganz unabhängig voneinander, durch sehr fadenscheinige Gedankenketten auf den Grund dafür. Das wirkte konstruiert und erzwungen.

Alles in Allem dürfte das Buch selbst für fantasybegeisterte Jugendliche kein Highlight sein. Weder Handlung, Weltengestaltung noch Charaktere wissen zu überzeugen. Nur die Hoffnung auf die Auflösung des Geheimnisses hat mich zum Weiterlesen animieren können. Im Nachhinein hat sich selbst das nicht gelohnt. Ich würde jedem von diesem Buch abraten.

3,5 Punkte von 10.

Cover: Das Cover gefiel mir sehr. Vorallem das Schiff in der Kugel ist sehr schön gestaltet. Tragisch nur, dass ich keine Ahnung habe, was das Bild mit dem Buch zu tun hat. Ebenso erschließt sich mit der Titel noch nicht so ganz. Magier kamen irgendwie noch nicht vor, bzw. nur als Andeutung am Rande.
Preis/Leistung:Eigentlich kann ich zu 8,95 Euro für ein deutsches Taschenbuch nicht viel negatives sagen. Aber im Großen und Ganzen lohnt sich der Kauf des Buches nicht, also sind schon 8,95 Euro zu viel.

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