Dienstag, 29. März 2011

Rezension: Höhlenweltsaga von Harald Evers (Reihe)

Harald Evers
Die Bruderschaft von Yoor
Heyne
Taschenbuch

Harald Evers
Leandras Schwur
Heyne (6. Februar 2006)
Taschenbuch
749 Seiten 

Die Höhlenweltsaga war die Empfehlung einer Freundin.
Und die ersten beiden Bände gefielen mir tatsächlich zunächst ausnehmend gut.

Die Geschichte hatte nur wenige, bis gar keine Längen, und auch die Protagonistin war mir zu Beginn noch sehr sympathisch. Sie war zwar eine absolute Mary Sue, zu schön, zu perfekt, aber irgendwie nichts besonderes. Ihr Mut jedoch gefiel mir.
Leider entwickelt sie sich in den späteren Bänden zu einer überheblichen, nervtötenden Zicke, die einfach alles kann, alles überlebt und in allem besser ist, als andere.
Und wo wir gerade bei den Figuren sind, auch ihr Lehrer Munuel gefiel mir sehr gut. Er war ein geduldiger, interessanter, aber auch weiser Mann, der durchaus gefallen konnte.

Auch werden Geheimnisse angeschnitten und auf angenehme Weise nach und nach enthüllt. Es gibt eine interessante, neuartigeWelt und auch ein sehr durchdachtes Magiesysthem. Und gerade das Magiesystem hat mich sehr fasziniert und mich in seinen Bann gerissen.
Daneben gab es auch eine durchaus durchdachte überlegte Geschichte. Der eingängige Schreibstil macht es dem Leser zudem leicht sich in die Geschichte fallen zu lassen und die Emotionen und Handlungen der Charaktere nach zu emfpinden. 

Als dann durch ungünstige Umstände, Leandra von einem Abenteuer ins nächste schlittert, begann meine Begeisterung etwas zu verglühen. Andere mehr oder weniger wichtige Figuren tauchen auf, halten sich eine Weile und verschwinden dann wieder im Nichts. Ausnahmslos alle Frauen, die Evers erschafft sind natürlich wunderschön, klug, intelligent, stark und wie sollte es anders sein, leicht zu haben.
Und genau an dieser Stelle kam dann die erste absolut sinnlos eingestreute Sexszene, bei der ich nur die Augen verdrehen konnte.

Dann ging es eine ganze Weile recht spannend weiter. Zusammen mit der Protagonistin erforscht der Leser die Magie. Das zumindest konnte mich für eine Weile von dem Rest entschädigen.
Dann kommen jedoch auf einmal magische Artefakte ins Spiel. Und wieder konnte ich nur die Augen verdrehen. Es schien, als sei Evers nach 300 Seiten die Ideen ausgegangen und er bediente sich am großen Topf der fantastischen Klishees.
Als dann ein weiterer Protagonist, Victor, die Bühne betrat, hatte das Buch bereits alle Sympathiepunkte verloren. Dieser kleine, dämliche, schwächliche und ewig jammernde Kerl, verschlimmerte die Situation nur noch mehr.
Eine so undurchdachte und langweilige Figur, die zum Helden wird, wie Victor ist mir in keinem anderen Buch jemals untergekommen. Und ich hoffe bei Gott ( Drei mal auf Holz klopfen) das mir das auch niemals wieder passiert.

Dagegen rissen die Antagonisten einiges wieder raus. Zwar verläuft fast alles ausschließlich im Gut/Böse Schema, aber das war zu Beginn noch nicht ganz so schlimm. Im weiteren Verlauf der Geschichte hat mich das aber deutlich mehr gestört, da sich vieles einfach wiederholte und hier auf das allseits beliebte, Totgeglaubte leben länger zurück gegriffen wurde.

Der Showdown des zweiten Teils war ganz nett. Meiner Meinung nach hätte die Reihe, an dieser Stelle gerne schon zu Ende sein dürfen. Er schloss die Handlung in meinen Augen gerade noch befriedigend ab und hätte einiges Elend verhindert.
Leider war sie das nicht.

Harald Evers
Der dunkle Pakt
Heyne
Taschenbuch
700 Seiten

Harald Evers
Das magische Siegel
Heyne
Taschenbuch
799 Seiten 

Die beiden Folgebände waren nur noch aus der Luft gegriffen. Die alten Feinde scheinbar besiegt, (was sie natürlich niemals sind) und plötzlich tauchen natürlich auch noch neue Feinde auf, die übermächtigen, bösen, und ach so machtgierigen Dracken. (Hab ich erwähnt wie böse und mächtig sie sind? Und wie böse?) Diese Vermischung von Fantasy und Science Ficition wirkte erzwungen und gefiel mir nicht. Wieder hatte ich das dumpfe Gefühl, dass Evers außer blutigem Schlachten und unlogischen Sexszenen nichts mehr einfiel.

Mal davon abgesehen, traktiert er den Leser mit immer sinnloseren und unglaubwürdigeren Geschehnissen. So zum Beispiel meine absolute Lieblingssexszene irgendwo in irgendwelchen Katakomben, während Sie und Er von irgendwelchen übermächtigen (und bösen) Feinden verfolgt wurden. (Klar, ich warte auch solange, bis ich verfolgt werde, bis ich so richtig....äh... das gehört jetzt nicht hier her)

Der vierte Band dann verteilt unsere "Helden", unsere wunderschönen, übermächtigen, total emanzipierten "Helden" wieder über die ganze Welt. Hier hätte man durchaus etwas Potential für spannende Szenen gehabt, aber leider bleibt es bei sinnlosen Reisen und stumpfem Geschwafel.
Es kommt zur Sklaverei, zu noch mehr unwichtigen Szenen und zu einer vollkommen idiotischen und viel zu einfachen Auflösung.
Das Buch trieft nur so von Schmalz, von unmöglicher Liebe und unrealistischen Ideen.

Die Drachen, die im dritten Band noch etwas kompensieren konnten, waren sie doch recht interessant gestaltet, wurden im vierten Teil einfach nur noch mal aufgekocht. Es passiert nichts wirklich Neues, alles endete in endlose Wiederholungen.
Durch die vielen Längen in der Haupthandlung, habe ich mich oft dabei ertappt, wie mir die Augen zugefallen sind.

Die Magie tritt (außer als Streitmittel) vollkommen in den Hintergrund. Schade, also war auch das letzte was mich reizte bis zur Vervollkommnung ausgemerzt.
Außerdem hielt sich Evers bei immer mehr undurchdachten Details auf. Ständig wechselte irgendwer (vollkommen grundlos) die Meinung, die Gesinnung, oder auch nur das Höschen.

Das Ende des ersten Quartetts ist alles andere als zufriedenstellend.
Mein Fazit:
Buch eins und zwei, sind noch lesenswert. Band drei und vier kann man sich sparen.

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