Montag, 28. März 2011

Rezension: Hölle von Will Elliott

Will Elliott
Hölle
16,90 Euro
Taschenbuch
400 Seiten
Piper (August 2008)
Originaltitel: The Pilo Family Circus

Kurzbeschreibung:
Ausversehem fährt Jamie eines Nachts einen seltsamen Clown an. Danach gerät sein Leben aus den Fugen. Er wird entführt und gezwungen eine Droge zu nehmen, die ihn aggressiv macht und ihn die Kontrolle verlieren lässt. Jetzt muss er nicht nur gegen die anderen Clowns bestehen, sondern auch noch gegen sein grausames Alter Ego JJ.

Mich hat in letzter Zeit mal wieder das Verlangen gepackt auch Bücher zu rezensieren, die ich vor längerer Zeit gelesen habe.
Und da möchte ich euch „Hölle“ nur ungern vorenthalten. „Hölle“ ist mir nämlich deutlich in Erinnerung geblieben. Leider nicht, weil es so gut war. Ganz im Gegenteil. Hölle war mein Flop 2009.
Der Klappentext und das schlichte Cover (Der Paperback-Ausgabe, nicht des Taschenbuchs) haben mich angesprochen, das Buch war noch frisch auf dem deutschen Markt, also hatte ich vorher auch keine Meinungen dazu gelesen, und daher habe ich das Buch quasi blind gekauft.

Ein großer Fehler, wie ich gestehen muss. Da wo das Buch Spannung und psychologischen Horror versprach, bekam der Leser nur Fäkalien (alle Größen, Farben und Formen), Mageninhalte, sinnlose , brutale Zerstörung und Gewalt.
Der Autor spart weder mit makabren Symbolen, noch mit absurden Perversitäten.
Statt Handlung bekommt man drogensüchtige Clowns, die gerne Degenerierte mit Glassplittern füttern, die gerne andere Darsteller krankenhausreif oder tot prügeln, dann auf ihre Körper sch...en oder pi...en oder anderes, nur um dann die gesamte Ausrüstung des Jahrmarktes zu zerstören.

Eine Szene ist mir ganz besonders im Gedächtnis haften geblieben.
Der richtig irre Clown (ja, da gab es nur Abstufungen in dem Irrsinn) war doch so sehr verliebt in eine Pflanze(!!!), so sehr verliebt, dass er ihr einen Ring angesteckt hat und sie geheiratet hat. Und nicht nur das. Er vollzog auch den Geschlechtsverkehr an dieser Pflanze. Dabei wurde er von der Hauptfigur JJ einem etwas weniger irren Clown beobachtet. Also was machte der irre irre Clown? Natürlich, nachdem er fertig war schlug er JJ krankenhausreif.

Das war einfach so eine bizarre Szenerie, dass ich mich fühlte, wie in einem schlechten Film.
Und mehr gibt das Buch wirklich nicht her. Egal, in welche Richtung die Geschichte geht, es endet immer wieder auf die gleiche Weise.

Ohne dem Autor zu nahe treten zu wollen, hatte ich den Eindruck, dass der Autor all seine Gewaltfantasien, seine perversen Gedanken und seine seine stumpfe Aggression in einen Roman verpackt hat.
Dabei ist der Schreibstil bisweilen holprig bis schlecht. Also auch kein Grund, das Buch zu beenden.
Warum ich es schlussendlich tatsächlich zu Ende gelesen habe, weiß ich nicht mehr, aber Sinn gemacht hat das nicht.


Also ich rate dringend die Finger von diesem Buch zu lassen. Wer auf Splatter steht, der kann bessere Bücher mit Horrorelementen und Splatter finden. Wer es dennoch versuchen will, dem rate ich, das günstigere Taschenbuch zu kaufen. Dann ist er zumindest danach nicht ganz so enttäuscht, wenn er sieht, dass er für das Buch Geld ausgegeben hat.

Es gibt übrigens durchaus positive Rezensionen, aber irgendwie ist mir die angebliche Großartigkeit des Werkes wohl nicht aufgegangen.

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