Montag, 28. März 2011

Rezension: The Road (Film)

14,99 Euro
Darsteller: Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Charlize Theron
Regisseur: John Hillcoat
FSK: 16
Produktionsjahr: 2009

Kurzbeschreibung:
Die Welt ist zerstört und die menschen sind zu Tieren geworden. In dieser erschreckenden Welt versuchen ein Vater und ein Sohn allen Gefahren zum Trotz zu überleben. Doch auch ihre Reise ist nicht einfach.

Mein Mann und ich haben in letzter Zeit viele Sitcoms geguckt und letztens war mir mal nach etwas ernsthafterem. Und da sind wir bei einigen Filmeseiten auf „The Road“ gestoßen. Also haben wir uns den Film auf DVD besorgt und ihn uns angesehen.

Ich war sehr positiv überrascht. Ein Endzeitfilm der darauf verzichtet die Kannibalismusszenen in überdeutlichem Detailreichtum zu zeigen, der darauf verzichtet Blut und Splatterszenen zu zeigen und so weiter. Grenzt sich wirklich mal sehr angenehm von den 0815 Endzeitfilmen ab.
(Ich mag das zwar auch manchmal),aber dadurch war The Road an Ernsthaftigkeit einfach nicht mehr zu überbieten. Ich muss auch sagen, dass ich mich bei dem Film keine Sekunde lang gelangweilt habe. Die unterschwellige Spannung, die durch das düstere Setting in Szene gesetzt worden ist, hat das einfach nicht zugelassen.
Auch die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarsteller war so großartig, dass ich sofort eine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen konnte.

Die Rückblenden in die Vergangenheit waren mein persönliches i-Tüpfelchen. Gerade durch das Verhalten der Mutter erkennt man die wahre Verzweiflung der Überlebenden. Und irgendwie wurde sie durch ihre Worte etc. zu meinem persönlichen Antagonisten des Films.

Aber nicht nur das hat mir an dem Film so gefallen. Viele grausame Szenen wurden als Nebensächlichkeit eingeblendet und waren daher umso erschreckender. Zum Beispiel die Hatz auf die Frau und ihr Kind. Nebensächlich. Aber bewegend. Und es waren nur wenige Sekunden.

Der im Spoiler erwähnte Keller. Ich habe mich zutiefst erschrocken und das ohne die doofen banalen Tricks der Filmemacher.

Jetzt zum Ende.
Ich mag solche Enden. Wenn man das Thema der Moral aufrecht erhalten wollen möchte, muss man auch eine positive Moral in ein Ende einbauen.
Der Junge findet eine Familie (mit Hund, ja die Familie hat nicht mal den Hund gegessen) und was lerne ich daraus? Aufgeben lohnt sich nicht. Auch wenn alles um einen herum untergeht, wenn die einzige Person stirbt, auf die man sich verlassen kann. Also ich war sehr sehr berührt. Warum sollten Viggo und sein Sohn, die einzigen Menschen gewesen sein, die auch mit einer Art von harten Güte durch die Welt ziehen?

Ich muss aber leider doch einen einzigen Kritikpunkt anbringen. Als der Vater angefangen hat zu husten, wusste ich, oder besser ahnte ich, wie das ganze ausgehen wird. Also ich ging davon aus, dass er stirbt. Ohne Antibiotika, in einer so unbarmherzigen Welt wird eine Erkältung leicht zur Lungenentzündung und führt zum Tod.

Wie es mit dem Jungen dann weiter gehen sollte, wusste ich natürlich nicht und dass hat die Spannung aufrecht gehalten.

So jetzt entschuldige ich mich für die vielen Spoiler. Spoilerfreie Beiträge liegen mir bei Büchern einfach deutlich besser, aber ich habe mir Mühe gegeben.

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