Montag, 28. März 2011

Rezension: Schwarz - Der dunkle Turm 1 von Stephen King

Stephen King
Schwarz
336 Seiten
Heyne Verlag (1. Dezember 2003)
The Gunslinger – The Dark Tower 1
Taschenbuch
ISBN: 978-3453875562 

Kurzbeschreibung:
Der Revolvermann, Roland, folgt einem besonderen Ziel. Er will den dunklen Turm finden. Dafür folgt er dem Schwarzen Mann einmal quer durch die Wüste. Auf seinem Weg muss er vielen Widrigkeiten trotzen, doch nichts kann ihn von seiner Aufgabe abhalten.“

Dieser Auftakt zu einer sieben teiligen Reihe ist die Einführung in eine grandiose Endzeitgeschichte.
Gerade der zunächst etwas unpersönliche und distanzierte Schreibstil unterstreichen das Mysteriöse des Werks.
Ich als Leser tappte lange Zeit im Dunkeln, verstand weder die Motivation, noch das Ziel des Revolvermannes, und dennoch konnte mich die Erzählung fesseln.
„Schwarz“muss wirklich als Gesamtkomposition betrachtet werden und ist so enorm lesenswert. Sowohl die wenigen Szenen aus Rolands Vergangenheit, als auch die Szenen in Tull, der gemeinsame Weg mit Jake und letztendlich das Ende dieses Bandes bergen in sich ein Großes Ganzes und ihre Bedeutungen erschließen sich dem Leser erst nach und nach.
Die Figuren, sowohl die Protagonisten, als auch die Randpersonen, sind zwar nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet, aber dennoch so lebensecht gestaltet, dass sie im Gedächtnis haften bleiben und jede von ihnen, ihr eigenes Gesicht bekommt.
Vorallem Jake wuchs mir mit der Zeit immer mehr und mehr an Herz. Und gerade in den gemeinsamen Szenen mit Roland und Jake offenbahren sich die Charakterzüge des Protagonisten und wissen den Leser immer und immer wieder zu überraschen. So zeigt sich das Ende zunächst erschreckend.
Roland ist nicht der Held in der strahlenden Rüstung. Er hat zwar einige Fähigkeiten, die fast ans Übermenschliche grenzen und in ihrer Wesensart etwas an einen schlechten Western erinnern, aber im Endeffekt zeigt er sich nicht immer ganz einwandfrei moralisch und einige seiner Entscheidungen mögen dem Leser als schlecht oder falsch vorkommen.
Die Weltgestaltung ist eher düster und karg, dabei aber sehr einnehmend, sie erinnert häufig an unsere reale Welt, birgt aber grundlegenden Änderungen.

Im Großen und Ganzen hat mich „Schwarz“ fasziniert. Die Düsternis, der sehr grau gezeichnete Protagonist, Roland, die Randerzählungen und Figuren gestalten sich als spannendes Gesamtgefüge und lassen nie Langeweile aufkommen.
Für jeden Fan von Endzeitromanen (und vielleicht Western ;-) ) zu empfehlen.

8 von 10 Punkten

Cover: Der Hintergrund und die schattenhafte Gestalt wirken düster wie die Geschichte. Die Schrift ist durchbrochen und wirkt dadurch ebenfalls ansprechend. Nichts am Cover ist überladen. Einzig dieser silberne Hochglanzhintergrund ist übertrieben.

Preis: 7,95 Euro ist tatsächlich sehr günstig. Zusätzlich zur Geschichte bekommt man noch ein Vorwort bzw. eine Einleitung von Stephen King selbst geboten.

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