Montag, 28. März 2011

Rezension: Verrat - Der verwaiste Thron 2 von Claudia Kern

Claudia Kern
Verrat
13 Euro
Taschenbuch
409 Seiten
Blanvalet Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (Februar 2009) 

Kurzbeschreibung:
Anas Reise geht weiter. Und auch ihr Bruder hat noch einige Gefahren zu bestehen. Je näher sie ihrem Ziel kommen, um so schwieriger machen ihnen ihre Widersacher das Leben. Und dann ist auch nicht jeder was er zu sein scheint.

Zunächst hatte ich den Eindruck, dass mir dieser zweite Teil sogar ein bisschen besser gefiel, als der Erste. Wie schon einmal erwähnt, schien er komplexer geworden zu sein. Es wird aus der Sicht von noch mehr Charakteren erzählt. Jetzt kommt auch endlich mal Schwarzklaue, die vermeintliche Gegenseite zu Wort. Am Anfang mehr als faszinierend.
Dann die Entwicklung der Figuren. Was habe ich Gerit einfach lieben gelernt. Schon im ersten Buch deutlich sympatischer als seine Schwester, ist er jetzt zu meinem absoluten Schatz avanciert.
Ana dagegen hasse ich jetzt regelrecht, aber das macht nichts. Das gehört dazu. Ich kann Schwarzklaue auch nicht leiden. Dennoch ist er ein spannender Charakter.

Dann ist da noch Craymorus, der so plötzlich erwachsen werden musste. Der von jetzt auf gleich, seine naive und selbstmitleidige Weltsicht über Bord werfen musste. Jetzt ist er hart und kalt geworden. Dennoch ein Spielball im Ränkespiel der Macht.
Seine Bemühungen sind interessant zu verfolgen. Seine Werdegang irgendwie überraschend.

Dann sind da so viele Kleinigkeiten, die sich dem Leser noch nicht ganz erschließen. Andeutungen, die ersten Ansätze zu Auflösungen. Alles verstrickt, aber nicht zu kompliziert. Fesselnd und überraschend.
(Die größte Überraschung war mit Sicherheit das Ende des zweiten Bandes. Ich war quasi erschrocken. Wirklich lesenswert.)

Dann die Frage nach Jonan. Wenn dieser Charakter nicht das Herz aller Leser gewinnt, weiß ich nicht weiter. Ich bin wirklich sehr gespannt, was es mit ihm auf sich hat.

Das klingt jetzt alles erstmal sehr positiv und ein bisschen wie Lobhudelei. Leider kann ich das Positive aber nicht von dem ganzen Buch sagen.
Irgendwann werden die Kapitel zu kurz um wirklich alles fassen zu können. Die Charaktere viel zu extrem um glaubwürdig zu bleiben. Und die beginnende Vermischung von Schwarz und Weiß, wird wieder strikt getrennt. Vielleicht mal abgesehen von Korvellan. Aber da ist ja auch noch alles offen.
Manchmal wirkt die Autorin etwas sprunghaft. Das Linerare des ersten Bandes, das Stringende im Handlungsverlauf geht verlaufen.
Ich habe nichts gegen Mehrschichtigkeit. Aber man sollte sich darin noch zurecht finden können. Das war an manchen Stellen irgendwann einfach nicht mehr der Fall.

Dann werden immer wieder Nebenfiguren eingeführt, die zwar interessant ausgestaltet sind, aber letztendlich nur als Lückenfüller dienen. Das ärgert mich. Nichts gegen die Austauschbarkeit von Leben in Büchern, das entspricht ja der Realität, aber dieses Umsichschmeißen mit Namen, Charakteren und Geschichte, die alle im Endeffekt so wichtig sind, wie Schimmel auf einem Stück Brot, haben mich geärgert.

Im Großen und Ganzen ist das Buch nichts weniger lesenwert als das erste. Trotzdem fällt vorallem im direkten Vergleich auf, dass das erste Buch ein bisschen besser zu fesseln weiß, als das Zweite. Ich habe mich sehr durch den dürftigen Schlussteil gequält.
Bei mir bleibt nun die Hoffnung, dass es sich um das gängige Klishee, des immer etwas schlechteren zweiten Teils handelt, und die Autorin im dritten Teil zu der Glanzleistung des ersten Teils zurückkehren kann.
Wirklich lesenswert, kann ich empfehlen.

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