Sonntag, 3. April 2011

Rezension: Das erste Horn – Das Geheimnis von Askir 1 von Richard Schwartz

Richard Schwartz
Das erste Horn
398 Seiten
Piper – Juni 2007
ISBN: 978-3492266062
Taschenbuch
9,95 Euro 

Kurzbeschreibung:
Ein verschneiter Gasthof und ein Sturm, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Havald, ein alter Mann, hatte gehofft hier in Ruhe, den Rest des Lebens verbringen zu können, aber dann kommt alles plötzlich anders, als es sollte.
Ein gefährliches Wesen treibt sich in dem Gasthof herum. Zwielichtige Gestalten zählen hier zu den Gästen und plötzlich wird auch noch eine alte Magie erweckt. Aber niemand kann den Ort verlassen ohne zu sterben. Plötzlich muss Havald wieder eingreifen.“

Am Anfang war ich wohl etwas skeptisch. Ein alter Mann als Ich-Erzähler erschien mir nicht ganz so passend, für ein neues Fantasyepos. Aber weit gefehlt.
Richard Schwartz schafft es Fragen aufzuwerfen, Geheimnisse anzudeuten und diese erst im Laufe des ganzen Buches zu offenbaren. Geheimnisse die an die Orte gebunden sind, an die Charaktere und auch an die Geschichte des Landes.
Er dosiert diese Andeutungen gerade so viel um neugierig zu machen, aber nicht genug um sofort zu viel vorweg zu nehmen und so den Lesespaß zu mindern.

Das Setting ist für die Story sehr gut gewählt, auch wenn es zu Beginn auch nicht besonders innovativ erscheint. Ich muss sagen, dass es mich fasziniert hat zu sehen, wie Richard Schwartz es schafft auf engstem Raum, und mit einer beschränkten Anzahl von Figuren eine so unglaublich spannende und interessante Geschichte zu gestalten.
Die Charaktere haben alle ihren eigenen Hintergrund, ihre eigenen Motive und was das wichtigste ist, eine eigene Persönlichkeit. Sie gewinnen im Laufe der Erzählung regelrecht an Tiefe und an vielen Stellen, bleibt der Leser doch seltsam berührt zurück.

Schwartz' Schreibstil ist bemerkenswert einfach und macht es dem Leser leicht schon nach wenigen Seiten in die Handlung zu versinken.
Den Leser erwarten einige Überraschungen und sehr ernste und mitreißende Stellen. Aber auch hier erschafft der Autor eine schöne ausgewogene Mischung aus ernsten und humorvollen Szenen. Gerade die Dunkelelfe Zokora ist immer wieder für einige Lacher gut.

Ich mag Magie und war dementsprechend angenehm überrascht, dass diese verschiedenen Arten von Magie, darunter fallen meiner Ansicht nach auch die legendären Bannschwerter so einen großen Teil der Geschichte einnehmen. Gerade die Schwerter bringen den erhoffte epischen Anteil an der Geschichte.
Des Weiteren kann ich nur sagen, dass ich mit Elfen eigentlich nicht viel anfangen kann, aber ich mich trotzdem sehr gut mit ihnen arrangieren konnte, und sie mir tatsächlich sympathisch geworden sind.

Was es mit dem Titel auf sich hat, wird erst recht spät klar, aber ist dann auch sehr gut gewählt.
Auch das Cover sagte mir überraschender Weise zu.
Die Seiten sind sehr dick muss ich leider sagen, so sind die knapp 400 Seiten mit weniger Inhalt gefüllt als erhofft, auch ist die Schriftart recht groß gewählt und auch der Rand ist sehr großzügig bemessen. Aber ansonsten würde ich das Preis-Leistungsverhältnis noch positiv bewerten.

Ein paar weitere Mankos, muss ich dennoch anmerken. An manchen Stellen, wirken die Beschreibungen, dessen was der Protagonist sieht und wahrnimmt unglaubwürdig lang. Mitten in einem Kampf, dürfte er ja eigentlich nicht die Zeit haben, alles genau unter zu betrachten.
Ebenso hat es mich gestört, dass bestimmte Personen, quasi als Deus ex Machina auftauchten, das gleich gilt auch für bestimmte Gegebenheiten.
Im Endeffekt sind diese kleinen Macken aber rar gesät. Diese negativen Anmerkungen sind also eher ein Jammern auf hohem Niveau.

Mein Fazit:
Die Spannung die aufgebaut wird und die vielen Details die langsam offenbart werden, die wundervollen Charaktere und die faszinierende Magie, entschädigen mich für die Kleinigkeiten, die ich bemängelt habe. Einige Szenen waren wie ein Geschenk für mich.
Das Buch ist ein großartiger Auftakt zu dieser Reihe.

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