Sonntag, 3. April 2011

Rezension: Drohende Schatten – Das Rad der Zeit 1 von Robert Jordan

Robert Jordan
Drohende Schatten
512 Seiten
Piper 3. Auflage (August 2004)
Originaltitel: Eye of the World
ISBN: 978-3492285513
Taschenbuch
9,95 Euro

Kurzbeschreibung:
In dem abgeschiedenen Dorf Emondsfeld in der Nähe der Verschleierten Berge verläuft das Leben friedlich und ereignislos. Man hört zwar Gerüchte über einen Krieg im Westen, schenkt ihnen jedoch kaum Beachtung. Doch dann überfallen blutrünstige Trollocs, die Häscher des Dunklen Königs, das Dorf und brennen den Bauernhof von Rands Familie nieder. 

Die Magierin Moiraine rettet den Jungen in letzter Minute und reist mit ihm in die Hauptstadt. Dort erfährt Rand mehr über den legendären Wiedergeborenen Drachen und begreift, wie eng sein eigenes Schicksal mit dem seiner Welt verknüpft ist.“

Das erste Fünftel zog sich etwas in die Länge. Die Dorftradition wurden haarklein beschrieben und auch einige der Personen, die, so schien mir, für den späteren Verlauf der Geschichte nicht wichtig zu sein schienen.
Trotz allem war es sehr nützlich um die Einstellungen der Protagonisten besser verstehen und auch weiter verfolgen zu können.
Doch sobald das erste Mal etwas Action ins Spiel gebracht wurde, war ich gebannt. Ich war fasziniert wie geschickt, immer wieder Legenden aus der Vergangenheit und der Geschichte der Welt ins Spiel gebracht wurden, ohne dem Leser Details aufzudrängen.

Die Charaktere waren mir die meiste Zeit auch recht sympathisch. Aber auch von denen, die ich nicht in dem Sinne gemocht habe, habe ich gerne gelesen. Rand, der Hauptprotagonist, gefiel mir wohl bisher am besten, auch wenn er ein sehr typischer Charakter war. Dennoch kann man bereits sein Potential erkennen und sich sehr gut in ihn hinein versetzen.
Die Mädchen sind zu Beginn der Geschichte zwar sehr rigoros in ihren Ansichten und benehmen sich teilweise wie zickige Teenager, aber im Laufe der Geschichte bessert sich ihr Verhalten.
Ihre Handlungen wurden nachvollziehbarer und manchmal führten ihre Ansichten ansatzweise durchaus zu humorvollen Szenen.

Mat dagegen mochte ich zunächst nicht so gerne. Er hatte überwiegend Flausen im Kopf und das führte immer wieder zu ungeschickten Geschehnissen.
Perrin war sein genaues Gegenteil und mir dadurch deutlich lieber. Er ist sehr besonnen und ruhig, aber er hat eine wunderbare innere Stärke. Es gefiel mir sehr gut, wie er nach und nach eingeführt wurde.
Moiraine und Lan sind anscheinend dazu bestimmt Geheimnisse zu haben, Magie zu zeigen, die Figuren zu führen. Vor allem erfährt man in ihrer Gegenwart immer allerlei über die Welt.
Die Charaktere gefielen mir also alles in allem sehr gut. Sie sind durchaus vielschichtig und wandlungsfähig. Die Geschichte lebt von ihnen.

Aber auch der Schreibstil des Autors hat mir sehr gefallen. Manchmal durchlief mich eine echte Gänsehaut, vor allem zum Beispiel beim Kampfschrei der drei Jungen.
Viele Worte gefielen mir vom Klang sehr gut.
Doch auch die Weltengestaltung ist positiv hervorzuheben. Die verschiedene Städte, die Natur, das alles kombiniert mit Hintergründen und Geschichte ließen mich fasziniert weiter lesen.
Der Prolog schon war eine schöne Einstimmung auf die Gesamtheit des Buches.

Leider hatte ich an manchen Stellen das Gefühl, dass der Übersetzer ein wenig Mist gebaut hat. Manchmal stimmte der Satzbau nicht und manchmal waren die Worte etwas durcheinander.
Ab und an wurde auch mal ein falscher Name eingesetzt.
Da ich aber eine ältere Ausgabe gelesen habe, kann ich nicht sagen, ob diese Fehler in den neueren Ausgaben behoben worden sind.

Mein Fazit:
Das Buch mag keine vollkommen neue Welt beinhalten, aber die Geschichte ist gespickt mit vielen interessanten Details und lebt von ihren bemerkenswerten Figuren, so dass niemals Langweile aufkommt und auch wohlwollend über vorhandene Klischees hinweg gesehen werden kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen