Sonntag, 3. April 2011

Rezension: Sabriel – Das alte Königreich 1 von Garth Nix

Garth Nix
Sabriel
365 Seiten
Bastei Lübbe – 16. Okt. 2006
ISBN: 978-3404205073
Taschenbuch
7,95 Euro 

Das Buch ist kein Meisterwerk, aber durchaus zufriedenstellend.

Kurzbeschreibung:
Sabriel ist magisch begabt. Doch sie lebt weit ab vom alten Königreich und kennt seine Gefahren nur durch Legenden und Erzählungen. Doch als plötzlich ihr Vater verschwunden ist, macht sie sich auf die Suche nach ihm und dafür muss sie mitten ins Herz des alten Königreiches. Nur begleitet von ihren Glöckchen und einer seltsamen sprechende Katze, stellt sie sich den unfassbaren Gefahren von lebenden Toten und freier, ungebändigter Magie.

Einerseits war ich begeistert von den vielschichtigen Arten der Magie. Sowohl die Chartermagie, die eine gebändigte Magie ist und in Schulen gelehrt wird, als auch die Freie Magie, mit ihren wahnwitzigen Auswirkungen konnten mich fesseln.
Des Weiteren gefiel mir auch das alte Königreich sehr gut. Es war düster, geheimnisvoll, unheimlich und vor allem kalt. (Ich liebe Winterlandschaften und Schnee in Büchern und daher konnte mich das Setting ganz besonders überzeugen.)
Mir gefielen auch die humorvollen Szenen, die wie beiläufig eingestreut wirkten, und die vor allem von den Figuren getragen wurden.
Hier ist ganz besonders Abhorsen Haus zu erwähnen, ein Schutzhort und so wechselhaft und seltsam, dass man als Leser gar nicht anders kann, als es zu lieben.
Aber auch Mogget war mir auf komische Art und Weise sympathisch.
Sabriel mochte ich am Anfang der Geschichte ebenfalls recht gern. Sie handelte klug und glaubwürdig und auf ihre Art entschlossen, doch im weiteren Verlauf der Geschichte wurde sie mir richtiggehend unsympathisch.

Andererseits war ich nicht sehr begeistert von der Figur Touchstone. Der Mann benahm sich drei viertel des Buches lang wie ein unreifer Bengel.
Auch die Toten waren durchaus etwas zu einfallslos. Es gab zwar unterschiedliche Tote, aber sie wirkten fade und charakterlos.
Generell verlief mir ein Großteil der Geschichte auch einfach schnell. Die Szenen waren sehr kurz teilweise. Gerne hätte ich 200 Seiten mehr gelesen und dafür die einzelnen Szenen auskosten können. Bei den Jagden durch das alte Königreich, erschien mir das Tempo der Erzählung zwar sehr angemessen, aber gerade bei den emotionaleren, dramatischeren Szenen, hätte ich ein etwas ausführlicheres Erzähltempo bevorzugt.
Gerade in den Szenen, in denen Sabriel ihren Vater retten will, hätte ich gern etwas mehr Spannung gehabt und vielleicht auch ein bisschen mehr Drama. Auch die, sagen wir mal, „Endschlacht“ war so schnell vorbei, dass sie fast schon belanglos wirkte.

Es waren zwar überall sehr gute Ansätze vorhanden, aber viele Stränge wurden dann entweder vollständig fallen gelassen, oder in nur wenigen Sätzen abgehandelt, so dass sie kaum in Erinnerung geblieben sind. Viele Szenen wirkten beiläufig und wurden somit einfach unwichtig für den Leser.

Ein weiteres störenden Element war ebenfalls in der Geschichte zu erkennen. Während das alte Königreich als sehr verkommener und technisch unausgereifter Ort beschrieben wurde, waren mir die Maschinengewehre und Panzer vor der Mauer dann doch etwas zu viel. Der Bruch zwischen technisierter Welt und mittelalterlich angehauchtem Setting war mir einfach zu groß. Diese technischen Elemente störten für mich ganz ausschlaggebend die Atmosphäre.

Alles in Allem aber fühlte ich mich gut unterhalten.
Wie gesagt, gerade die Formen der Magie, die Glöckchen, die verschiedenen Symbole und auch die Tore des Todes, mit ihrer ganz besonderen Funktion, konnten mich überzeugen.
Über viele negative Dinge kann man hinweg sehen, wenn man die eigenen Erwartungen an das Buch dementsprechend niedrig hält und auf einfache Weise unterhalten werden möchte.

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