Dienstag, 19. April 2011

Rezension: Yelena und die Magierin des Südens von Maria V. Snyder

Maria V. Snyder
Yelena und die Magierin des Südens
Mira Taschenbuch Verlag (März 2011)
ISBN: 978-3899418248
Originaltitel: Poison Study
464 Seiten
Taschenbuch
7,95 Euro

Vielen Dank an den Mira Verlag für dieses wundervolle Rezensionsexemplar.

Kurzbeschreibung:
Yelena ist des Mordes angeklagt. Doch auch sie erhält eine letzte Chance. Entweder sie wird die Vorkosterin des Commanders, oder sie wird gehängt. Yelena entscheidet sich für das Leben. Ein geheimnisvolles Gift aber macht es ihr unmöglich zu fliehen.
Doch auch als Vorkosterin ist ihr Leben nicht sicher. Männer aus ihrer Vergangenheit wollen sie tot sehen und auch ihre wachsenden magischen Fähigkeiten lenken nicht nur freundliche Blicke auf sie. Sie muss sich entscheiden.“

Der erste Band der Yelena-Reihe von Maria V. Snyder ist erfrischend anders. Das altbekannte Thema der Monarchie in Fantasy-Romanen ist aufgehoben, stattdessen wird ein Teil der Welt von einer Militärdiktatur beherrscht. Und gerade dieses ungewöhnliche Setting ist ein großer Pluspunkt für das Buch. Es herrschen andere Normen, anderen Gesetze und die Regeln machen es der Protagonistin nicht immer einfach zu überleben.
Der Leser leidet mit ihr , fürchtet sich mit ihr und lacht und hofft mit ihr. Das Setting ist überwiegend düster gehalten und lässt dem Leser nur wenige Atempausen. Die Atmosphäre ist geladen und emotional sehr dicht. Ein Buch zum mitfiebern.
Die Charaktere handeln außerdem außerhalb bekannter Bahnen und das macht einen Großteil der Spannung aus. Des Weiteren hat Snyder ein Händchen für die interessante Interaktion zwischen den Figuren. Gerade das Verhältnis zwischen Yelena und Valek ist wechselhaft und undurchschaubar. Dennoch lässt es auch die Herzen der Romantik-Fans höher schlagen. Vieles wird nur angedeutet, vieles bleibt im Dunklen. Und dennoch ist so manches Mal ein leichtes Knistern zwischen den Figuren zu spüren.
Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive Yelenas geschildert, der Leser erfährt also nur die Dinge, die sie betreffen, die sie denkt und fühlt und kennt. So wird nichts einfach vorweggenommen. Die Spannung bleibt also auf einer konstanten Höhe.

Im Großen und Ganzen habe ich an dem Buch nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil, gefiel mir das Buch sehr gut.
Generell würde ich trotzdem sagen, ist das Buch eher für Jugendliche oder junge Erwachsene geschrieben. Gerade Yelenas Alltag macht es leicht, für Jüngere, sich mit ihr, als Figur zu identifizieren. Die Frage nach dem eigenen Selbst und der Liebe, nach Freundschaft und Familie sind doch sehr bekannte Themen.
Dennoch werden diese Themen geschickt durch ihre grausame Vergangenheit und ihre Probleme durchmischt, so dass nie Langeweile aufkommen kann.
Snyders Schreibstil ist sehr kurz und einfach gehalten. Für Fantasy-Erstleser ist das Setting zwar etwas zu düster, dennoch lässt sich die Geschichte sehr leicht und an einem Stück lesen.

Von mir bekommt der Roman nur gute Kritiken, für das faszinierend andere Setting, die interessante Interaktion der Figuren, und den schönen Sprachstil.
Das Cover der Neuauflage ist im übrigen wunderschön gestaltet und sehr passend für die Geschichte.
Nur der Titel ist in meinen Augen etwas unpassend gewählt. Hat die titelgebende Magierin des Südens in meinen Augen doch eher die kleinere Rolle. Der englische Titel war durchaus zutreffender.
Am Ende des Romans bleiben einige Fragen offen, die sich wunderbar für eine Fortsetzung eignen. Trotzdem bin ich dennoch mit dem Abschluss des ersten Bandes sehr zufrieden.
Ein wirklich spannender und mitreißender Beginn der Reihe.

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