Samstag, 18. Juni 2011

Rezension: Portal des Vergessens von Stephan R. Bellem

Portal des Vergessens
Stephan R. Bellem
Otherworld Verlag (Januar 2011)
Broschiert
288 Seiten
14,95 Euro 

Ich habe eine gefühlte Ewigkeit gebraucht, bis ich das Buch beendet habe. Aber jetzt habe ich es endlich geschafft. Ich hätte nie gedacht, dass mich 288 Seiten einmal so aufhalten könnten.

Kurzbeschreibung:
Peter hat merkwürdige Träume. Träume in denen er ein junger Krieger in einer Fantasywelt ist. Und diese Traumbilder wirken so real, dass er sich auf die Suche nach ihrem Ursprung begibt. Das was er dabei erlebt, ist fast schon unfassbar.

Ich habe einige Zeit überlegt, wie ich dieses Buch jetzt letztendlich bewerten soll. Habe überlegt, ob ich noch freundliche Worte dafür finde. Irgendwelche.
Im Endeffekt muss ich aber sagen, dass mir keine einfallen. Das Buch ist in meinen Augen einfach schlecht.

Eine unausgegorene Geschichte, langweilige, flache und unglaubwürdige Charaktere, eine 0/8/15 Fantasywelt, wie ich sie in Kinderbüchern schon besser gesehen habe. Ein holpriger Sprachstil.
So leid es mir für Autor und Verlag auch tut, mir hat das Buch überhaupt nicht gefallen.

Die Geschichte gibt zunächst einmal nichts Neues her, was nicht schlimm wäre, wenn sie zumindest auf innovative Art und Weise erzählt worden wäre. Leider sind ¾ des Buches belangloses Geplätscher, unwichtige, bis uninteressante Szenen, die sich mit der Zeit immer wieder im Kreis drehen. Sehr enttäuschend.

Auch die Parallelwelt hat nichts Interessantes zu bieten. Der Leser wird mit magischen Schwertern, magischen Ringen und bösen, machtgierigen Feinden erschlagen. Dann wird noch ein Orakel erwähnt, aber nicht weiter ausgeführt, dann kommt es zu einigen belanglosen Liebesgeschichten, die weder bemerkenswert noch berührend sind.
Das Buch ist höchstens bemerkenswert schlecht.

Des Weiteren haben wir einige Nebenfiguren, die geheimnisvoll und grau wirken sollen, die aber so steif beschrieben wurden, dass sie eher wie Schaufensterpuppen wirken, als wie lebendige Personen.
Die Dialoge sind ebenso hölzern, teilweise unwichtig und wirken auch wie aus der Retorte, aber nicht wie aus der Realität gegriffen.
Das Ende ist platt, hervorsehbar und gähnend langweilig.

Das Tüpfelchen auf dem I ist definitiv aber der Epilog. Keine halbe Seite lang, nicht überraschend und soll vermutlich ein Cliffhangar darstellen oder zumindest ein offenes Ende. Meiner Meinung nach hätte der Autor sich das Ganze auch gut und gerne sparen können. Der Epilog macht mich nicht neugierig und erwirkt auch keine Spannung. Das einzige was er bewirkte war, dass ich genervt die Augen rollen musste.

Portal des Vergessens ist ein Buch, bei dem ich froh war, als ich die letzte Seite erreicht hatte und es endlich zuklappen konnte.
Ich würde dieses Buch nicht einmal Leseanfängern, oder Neulingen in diesem Genre empfehlen. Da gibt es deutlich bessere Bücher für den Beginn. Lese-Ratten und langjährigen Fantasylesern würde ich abraten, dieses Buch zu lesen.

1 Kommentar:

  1. Huhu :)
    Bin grade auf deinen Blog gestoßen und hab gesehen, dass dieses Buch dein Flop des Monats war ;) Also ganz so schlecht wie du fand ich das Buch nicht, aber nochmal lesen muss ich das eindeutig auch nicht...Dafür war's einfach zu platt, wie du schon sagtest ;)
    Eine wirklich tolle Rezension, dich verfolge ich jetzt weiter!

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