Freitag, 17. Juni 2011

Rezension: Sturmnacht (Harry Dresden 1) von Jim Butcher

Sturmnacht
Jim Butcher
Knaur Taschenbuch (1. Juni 2006)
ISBN: 978-3426632871
Taschenbuch
Originaltitel: Storm Front
7,95 Euro
336 Seiten 

Durch viele sehr positive Rezensionen im Fantasy-Forum (klick) habe ich mich endlich verleiten lassen, ebenfalls den ersten Teil dieser Reihe zu lesen.
Bereut habe ich es nicht, kann mich aber den überschwänglichen Lobeshymnen nicht vollständig anschließen.

Kurzbeschreibung:
Harry Dresden ist Magier. Ein Magier der sogar im Telefonbuch steht. Ein Magier mit chronischen Geldsorgen und aus diesem Grund nimmt er jeden Job an, der sich ihm bietet.
Und unversehens lässt er sich mit Vampiren, Dämonen und einem schwarzen Magier ein, der seine Kraft aus dem Gewitter zieht. Und plötzlich schwebt Harry selbst in Gefahr. Er wird verdächtigt einen Mord begangen zu haben und plötzlich trachten ihm zwielichtige Gestalten nach dem Leben.

Sturmnacht hat sowohl seine positiven, als auch seine absolut negativen Seiten. Aber gern gelesen habe ich das Buch trotzdem.
Zu den positiven Aspekten zählen für mich definitiv die unglaublich sympathischen Charaktere. Meine Lieblinge dabei sind Harry Dresden selbst, sein dicker Kater Mister und der sprechende Schädel Bob.
Harry Dresden wirkt altmodisch, selbstkritisch und teilweise sarkastisch, aber durch seine humorvolle Art wird er zu einem sehr angenehmen und realistischen Protagonisten.
Mister ist sein zu groß geratener Kater, der Harry als Personal und sich selbst als Besitzer der Wohnung betrachtet und dabei lustigerweise unendliche Angst vor Gewittern hat. Mister ist nur eine nette Nebenfigur, nicht wirklich wichtig, aber allein seine Anwesenheit macht das Buch um einiges lesenswerter.
Bob, der uralte Luftgeist, der in einem Schädel wohnt, liefert sich amüsante Wortgefechte mit Harry und auch diese Tatsache hebt das Niveau des Buches.

Manchmal, wenn andere Figuren eingeführt werden, (oder auch nur Nebenfiguren) gibt es immer absolut ausführliche Beschreibungen des Aussehens, manchmal wirkt das, auch wenn Harry ein Magier ist, etwas unglaubwürdig. In so kurzen Momenten hat man eigentlich nicht so viel Zeit, so viele Details wahrzunehmen und wider zugeben.

Ansonsten gehören die Krimielemente des Buches ebenfalls zu den positiven Seiten Sturmnachts. Diese sind nämlich sehr spannend und die Atmosphäre verdichtet sich im Verlauf der Geschichte mehr und mehr.
Generell ist das Buch ein recht innovativer urbaner Fantasythriller. Eine schöne Geschichte, die mal nichts mit Highschoolromanzen oder übernatürlich liebenswertenVampiren zu tun hat.

Zwar gibt es immer wieder die totalen Klishees, wie alchimistische Tränke, Schutzkreise, Dämonen, die man kontrollieren muss, Feen, die süchtig nach Milch, Brot und Honig sind, aber alle Klishees werden mit einem Augenzwinkern verwendet und sind meistens alles andere als ernst gemeint.

Jetzt zu den negativen Punkten:
Etwas störend empfand ich die Tatsache, dass egal was Harry vorhat, egal was er tut, immer alles schief geht. Wirklich ALLES. Am Anfang mag das Ganze ja noch lustig wirken, aber mit der Zeit war ich davon mehr als genervt. Immer das gleiche Schema zu erleben langweilt mich.
Irgendwann wirkte es einfach nicht mehr authentisch und auch nicht mehr spannend. Ich hatte eher das Gefühl, dass der Autor versuchte den Leser noch etwas hinzuhalten.
Außerdem löste sich jede Situation auf die gleiche Weise wieder auf. Harry entrinnt jeder schlimmen Begebenheit und natürlich immer in letzter Sekunde. Jede Gefahr wurde natürlich immer größer und schrecklicher und die Erzählung damit gegen Ende immer unrealistischer.

Mein FAZIT:
Das Buch ist humorvoll, teilweise spannend, innovativ und überwiegend unterhaltsam. Es hat zwar einige Schwächen, aber lässt sich trotzdem gut und flüssig lesen.

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