Sonntag, 19. Juni 2011

Teaser: Ein Kind von Thomas Bernhard

Als leidenschaftliche Germanistik-Studentin muss ich natürlich (oder darf) zwischendurch ein paar Lektüren für die Uni lesen.
Als letztes durfte ich „Ein Kind“ von Thomas Bernhard lesen und da mir Rezensionen zu Schullektüren schwer fallen, gibt es wie gewohnt von mir nur einen Teaser.

Ein Kind ist die autobiografische Kindheitsgeschichte des Autors.
Er erzählt von seinen frühsten Jahren, von seiner Familie, von seiner Liebe zum verschrobenen Großvater, der Schriftsteller ist, von seinen Problemen mit seiner Mutter, die ihn hasst und zugleich liebt, weil er so sehr nach seinem Vater kommt.
Von seiner Zeit in der Großstadt Wien, von seiner Zeit auf dem Land noch in Österreich, später dann von seiner Zeit in der deutschen Kleinstadt Traunheim.
Er erzählt von seinen Problemen, er ist schlecht in der Schule, wird dort auch nicht gefördert, sondern drangsaliert, dass er Bettnässer ist, aus Angst. Aus Angst vor den Worten der Mutter, aus Angst vor der Schule, aus Angst vor seiner Zeit beim Jungvolk.

Der dramatische Höhepunkt beginnt, als er in ein „Erholungsheim für Kinder“ in Thüringen geschickt wird. Vierzig Jahre später lernt er, dass es sich um ein „Heim für schwer erziehbare Kinder“ gehandelt hatte und es immer noch tut. Und auch dort erlebt er nur die persönliche Hölle.

Das Buch hat einen bemerkenswerten Schreibstil. Immer wieder gibt es Formulierungen, die ungeschickt wirken (aber absolut gewollt sind) wie „mein Großvater, der Vater meiner Mutter“. Solche Formulierungen, kommen sehr häufig vor.
Aber am Lesefluss hinderte es mich nicht. Ganz im Gegenteil. Gerade ab der Hälfte des Buches, war ich sogar gefesselt von dieser Erzählung.
Auch wenn mir der Protagonist nicht sympathisch war (das sollte er aber auch nicht, denke ich), habe ich doch ein wenig mit ihm gelitten.

Eine durchaus interessante Uni-Lektüre kann ich sagen, die mir gefiel und die mich angesprochen hat. Jetzt darf ich noch gespannt sein, in wie weit wir diese Lektüre besprechen und was sich noch alles Zauberhaftes, Ungesehenes hinter diesen Seiten verbirgt.

Kann ich  Kanon-Interessierten durchaus empfehlen.

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