Donnerstag, 14. Juli 2011

Rezension: Geliebte der Nacht – Midnight Breed 1 von Lara Adrian

Geliebte der Nacht
Lara Adrian
Lyx (15. September 2007)
Originaltitel: Kiss of Midnigh
Borschiert
462 Seiten
9,95 Euro 

Es ist schwierig für mich, hier die richtigen Grenzen der Kritik zu finden. Mir persönlich gefallen solche Bücher nicht. Was aber nicht unbedingt heißen muss, dass diese Art von Büchern unbedingt schlecht sein muss.
Ich werde versuchen dieses Buch aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Kurzbeschreibung:
Gabrielle wird Augenzeugin eines brutalen Mordes, doch niemand will ich glauben. Bis der verführerische, geheimnisvolle Lucan Thorne in ihr Leben tritt. Er eröffnet ihr plötzlich ganz andere Blickwinkel in ihr bisheriges Leben. Er lehrt sie die Leidenschaft, das Geheimnis und auch den Krieg der Vampire, in dem sie eine ganz besondere Rolle einzunehmen hat.“

Nach knapp 200 Seiten war für mich klar, dass ich niemals ein großer Fan von Gothic Novels (Urban Fantasy und der gleichen) werden würde.
Die Handlung war nur der Rahmen um Lucan und Gabrielle möglichst häufig zusammen ins Bett zu kriegen. Leider sagten mir die „erotischen“ Szenen nicht besonders zu. Die Wortwahl bei den Beschreibungen war mir einfach zu platt und nur wenig ästhetisch ansprechend. Der Sex an sich wirkte teilweise etwas stumpf, bzw. die Ausführung einfach etwas einfallslos.

Die Rahmengeschichte wirkte auf mich nicht geheimnisvoll, interessierte mich daher auch nicht und war einige Zeit lang recht ermüdend, weil berechenbar, zu lesen.
Da mir auch die Protagonistin nicht gefiel, gab es eigentlich kaum einen Grund weiter zu lesen. Gabrielle jammert sehr viel, dann ist sie wieder zornig, dann jammert sie wieder. Auch das entlockte mir manchmal nur ein müdes Kopfschütteln.

Der Schreibstil der Autorin ist soweit ansonsten OK. Er ist sehr einfach gehalten, lässt sich wirklich leicht lesen. Nur manchmal scheint sie Probleme mit bestimmten Satzphrasen und Metaphern zu haben. Einige werden sehr oft falsch verwendet oder wirken zuuuu umgangssprachlich. (Kann aber auch am Übersetzer liegen, darüber kann ich kein genaues Urteil bilden)
Außerdem hat sie die Macke, bestimmte Fakten und Sachverhalte immer und immer wieder zu wiederholen. Einmal erwähnen reicht, in meinen Augen. Ein zweites Mal, kann ich verkraften, aber ein drittes Mal ist einfach zu viel.

Nach ca. der Hälfte des Buches konnte ich mich etwas mehr mit dem Werk anfreunden. Nachdem Gabrielle endlich beim Stamm angekommen ist und nach und nach auch über ihre Zukunft Bescheid weiß, wird sie mir deutlich sympathischer. Sie wirkt ruhiger, stärker, nicht mehr ganz so jämmerlich. Auch die anderen Charaktere tragen viel zur Besserung der Handlung bei. Es geschieht etwas mehr, die Handlung schreitet etwas voran und es wird deutlich spannender.

Manchmal gab es immer noch ein paar kleine Schwächen, aber sie fielen beim Lesen nicht mehr so sehr ins Gewicht. Die Sache mit dem Verrat, kam zu spät und war viel zu kurz abgehandelt um wirklich glaubwürdig zu bleiben, lockerte die ganze Situation aber etwas auf.
Der Showdown am Ende war nicht neu, war nur wenig innovativ, war aber soweit unterhaltsam.

Vielleicht bin ich jetzt sogar so weit zu sagen, dass ich tatsächlich auch noch den zweiten Band der Reihe lesen würde. Nicht in nächster Zeit, aber vielleicht, wenn mir mal wieder nach sehr leichter, nach etwas romantischerer Lektüre ist.

Im Großen und Ganzen hat das Buch wirklich wirklich viele Schwächen, es hat nichts neues zu bieten und auch der Stil der Autorin lässt einiges an Kunstfertigkeit vermissen, aber für zwischendurch, für wenig Anspruch, kann das Werk einen sicher unterhalten und einem für kurze Zeit ein leichtes Lesevergnügen schenken.

Noch mal ein Wort zum Cover:
Eigentlich gar nicht mein Fall. Der halbe Frauenkopf in der oberen linken Hälfte ist einfach zu viel des Guten. Der Rest des Covers ist dagegen recht ansprechend. Schön düster mit den Vögeln und den Hochhäusern unter dunklem Nachthimmel. Sicherlich für die Leser dieses Genres ein Hingucker.

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