Samstag, 23. Juli 2011

Rezension: Macht und Verrat – Acacia 1 von David Anthony Durham

Acacia – Macht und Verrat
David Anthony Durham
Blanvalet TB (8. Januar 2008)
ISBN: 978-3442244942
Originaltitel: Acacia Vol. I: The War with the Mein
Taschenbuch
800 Seiten
14 Euro 

800 Seiten nervenaufreibende Langeweile, uninteressante Handlung und furchtbare Charaktere.

Kurzbeschreibung:
Die Akaran sind die Herrscher Acacias, doch das Volk der Mein will ein altes Unrecht sühnen. Sie lassen nichts unversucht um die Akaran zu stürzen. Nach dem Tod des Königs, müssen die Königskinder fliehen. Und auch sie versuchen alles, um ihr Land zurück zu gewinnen. Und dafür gehen sie ungewöhnliche Wege“

Zunächst einmal etwas zum Cover. Ich bin ja bekanntlich ein Fan von fotorealistischen Gemälden“, Zeichnungen oder Grafiken. Daher gefällt mir das Cover (der deutschen Ausgabe, die englische kenne ich nicht) natürlich außergewöhnlich gut.
Aber im Endeffekt ist das Cover schon das einzige Positive was ich zu diesem Buch zu sagen habe. Immerhin habe ich fast zwei Jahre für dieses Buch gebraucht. Das Interesse an der Story und an den Charakteren, an der Handlung und am Setting hatte ich schon nach knapp 120 Seiten verloren. Mein Desinteresse hielt an bis zu den letzten drei Seiten. Es gab nirgendwo eine Steigerung. Ich bin zutiefst enttäuscht.

Das Buch fängt im Großen und Ganzen schon sehr politisch und intrigenhaft an. Was auch nicht wirklich schlimm ist. Aber da mir alle Parteien mehr als unsympathisch gewesen sind, war es mir im Übrigen vollkommen egal, wie das Geplänkel zwischen den Akaran und den Mein ausgehen wird.
Es gab auf beiden Seiten nicht wirklich einen Sympathieträger, oder sagen wir, erst sehr sehr spät im Verlauf der Erzählung. Der König selbst ist ein schwacher, drogensüchtiger Jammerlappen. Seine Kinder sind verzogene Blagen. Sowohl die Akaran, als auch die bösen bösen Mein bedienen so ziemlich jedes Klishee.
Und wer sagt, dass die Mein schon ein Klishee bedienen, hat sich die Numrek noch nicht genau angesehen. Ich musste fast lachen, so lächerlich fand ich es, dass die Numrek Menschen fressen und während der Kämpfe gutturale Laute ausstoßen, die nur entfernt an Sprache erinnern. Hatte die ganze Zeit einen großen, grunzenden Idioten mit Blut im Bart vor Augen. Und das war schon fast ein bisschen zu platt.
Aber vielleicht braucht man diese neumodischen nordischen Orkverschnitte um einen Krieg zu gewinnen. Das Böse aus dem Norden ist ein beliebtes Thema in der Fantasyliteratur.
Wie man sieht, bin ich nicht sehr erfreut über die Rassen im Allgemeinen und den Charakteren im Speziellen.

"' Das sind die unüberlegten Folgen von idiologisch verbrämter Gewalt. Die Unschuldigen haben darunter am meisten zu leiden. So war es schon immer, und so wird es immer sein"

Wobei ich sagen muss, so weit ich weiß, hat Durham bisher vor allem historische Romane geschrieben.
Und ich weiß nicht, ob das der Grund dafür ist, dass sein Schreibstil eher kurz und knapp ist.
Des Weiteren muss ich dazu sagen, dass mir nicht unbedingt seine Sprache zu knapp ist, sondern dass er mir bestimmte Geschehnisse einfach zu schnell abhandelt.
Und genau da liegt das Problem. Wie soll man sich mit jemanden identifizieren, oder eine emotionale Bindung aufbauen, wenn alles nur angeschnitten wird.

Auch wenn man zugeschmissen wird mit geografischen Fakten, ist auch die Beschreibung des Settings stilistisch keine Meisterleistung. Damit bleibt einfach die Atmosphäre auf der Strecke.
Dass seine Landschaftsbeschreibungen jetzt zu ausschweifend sind kann ich auch nicht sagen. In dieser Hinsicht gibt sich Durham durchaus etwas Mühe, aber auch hier kommt er an den Meister der Beschreibungen – Tolkien – nicht heran.
Dennoch kann sich Durham hier ein paar Pluspunkte bei mir erobern.

"Stolz, dachte sie, verachtet Ungewissheit"

Es liegt aber nicht nur an den kurzen Kapiteln. Fast alle Gespräche werden in indirekter Rede wiedergegeben. Und ohne Dialoge bleiben einem Personen oft fremd. Diese Distanz führt bei mir dazu, dass für mich keine Spannung aufkommen konnte. Ich habe keinen einzigen Toten beweint. Auch wenn Mena und Dariel sich durchaus zu ganz ordentlichen Charakteren entwickeln konnten, sind die beiden mir nicht besonders ans Herz gewachsen.
Und Corinn, ja Corinn, Corinn habe ich geradezu gehasst.

Das Ende war unfassbar unrealistisch und einfach absolut platt. Das Geschehen auf den letzten Seiten, hätte man auch schon deutlich früher haben können. Aber vielleicht muss es immer eine Partei geben, die sich ziert.

Das Ende führt zwar einige Enden wieder zusammen, aber es bleibt noch einiges offen. Im Großen und Ganzen interessiert es mich vielleicht sogar ein winziges Bisschen, wie es mit einigen angeschnittenen Themen weiter geht, aber ich habe nicht die Geduld und die Nerven, mich noch einmal durch 800 Seiten zu quälen.

Mein Fazit:
Schlechter Stil, gepaart mit einer uninteressanten Geschichte und unsympathischen Charakteren. Dieses Buch kostet nur Nerven und weiß nicht zu unterhalten.

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