Mittwoch, 6. Juli 2011

Rezension: Tor der Offenbarung – Rai-Kirah Trilogie 2 von Carol Berg

Carol Berg
Tor der Offenbarung
Blanvalet (Februar 2008)
Originaltitel: Revelation
Taschenbuch
672 Seiten
9,95 Euro 

Kurzbeschreibung:
Seyonne wird erneut in die Reihen seines Volkes aufgenommen. Es ist nicht alles leicht, aber es scheint, als wende sich endlich wieder alles zum Guten. Seyonne muss zwar einen Dämonenkampf nach dem anderen bestehen, aber er liebt seine Frau und seine Frau liebt ihn. Und außerdem ist sie schwanger.
Doch plötzlich verändert sich alles, als Seyonne auf einen Dämon trifft, der Verstand hat und Humor und sehr kluge Ansichten, außerdem misstraut ihm seine Aife und plötzlich verschwindet auch noch sein ungeborenes Kind. Seyonne macht sich auf eine gefahrvolle Suche nach Antworten“

 
Tor der Offenbarung in der zweite Band der Rai-Kirah Trilogie von Carol Berg. Im Gegensatz zum ersten Band, hat er leider etwas an Zauber verloren. Die mystische Atmosphäre der Dämonenkämpfe tritt etwas in den Hintergrund, auch die spannungsgeladenen Interaktionen mit den Charakteren ist kaum noch vorhanden.
Ich denke, das liegt vor allem an der Abwesenheit Aleksanders. Trotzdem ist das Buch durchaus lesenswert.
Carol Berg bricht aus dem reinen Gut und Böse Schema aus und verleiht sowohl den eigentlich guten Charakteren ihre absolut dunklen Seiten und auch die eigentlich bösen Dämonen bekommen ganz andere (später teilweise sogar liebenswerte) Züge.

Der Mittelteil ist vollkommen anders, als das erste Buch. Seyonne muss sich in eine andere Welt begeben, die eisig ist, voller Schmerz und Misstrauen. Gerade dieser ganze Teil ist extrem düster gestaltet und bringt eine Hoffnungslosigkeit mit sich, dass ich so manches Mal lieber das Buch beiseite gelegt habe.

Trotzdem ist die Story in sich sehr schlüssig. Es gibt wieder viele Geheimnisse zu lüften, manch einen Verrat zu erkennen und manche Folter zu überstehen. Seyonne, der Ich-Erzähler, ist natürlich nicht mehr so geheimnisvoll, wie im ersten Band, dafür kommen andere Charaktere hinzu, bei denen es gilt, sie kennen zu lernen.

Das Ende ist Gott sei Dank, nicht so künstlich in die Länge gezogen, wie in Band eins, dafür hat es an anderer Stelle Schwächen.
Seyonne scheint von einer ausweglosen Situation in die nächste zu geraten, eine hoffnungsloser als die andere, eine vor allem schmerzhafter, als die andere. An dieser Stelle wird die Erzählung teilweise etwas unglaubwürdig.
Und auch der leichte „Deus ex Machina“ Teil am Ende, hat mich etwas gestört. Vor allem, weil „Der Gott aus der Maschine“ auch noch eine Person war, deren plötzliche Erkenntnis und deren Wandel in meinen Augen nur grob nachvollziehbar gewesen ist.

Trotzdem einiger kleiner Mängel, konnte mich das Buch die meiste Zeit über durchaus unterhalten. Einen Re-Read wird es wohl niemals geben, aber ich bin trotzdem froh, dass ich es gelesen habe.

Außerdem sind die Cover wirklich wunderschön.

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