Sonntag, 17. Juli 2011

Rezension: Yelena und der Mörder von Sitia von Maria V. Snyder

Yelena und der Mörder von Sitia
Maria V. Snyder
Mira Taschenbuch (10.l März 2011)
Originaltitel: Magic Study
Taschenbuch
528 Seiten
7,95 Euro 

Im Großen und Ganzen ist auch der zweite Teil der Reihe ein ganz großartiges und wundervolles Buch.

Kurzbeschreibung:
Yelena betritt nach Jahren zum ersten Mal wieder ihre wahre Heimat. Dort trifft sie auf ihre Eltern, ihren Bruder, andere Magier und viele viele andere Personen.
Doch immer noch warten Schwierigkeiten auf sie. Ihr Bruder scheint sie zu hassen, die Erste Magierin hält sie für eine Spionin und auch der Mann, der den wahren Anspruch auf Ixias Thron hat, misstraut ihr.
Und als wäre das alles noch nicht genug, treibt in Sitia ein Mörder sein Unwesen, der junge Mädchen foltern, vergewaltigt und ihnen die Seele raubt. Yelena muss sich in viele Gefahren begeben, um allen Ansprüchen gerecht werden zu können.“

Auf den ersten 100 Seiten habe ich mich etwas beim Lesen gequält. Die meisten (neuen Figuren) werden zu Beginn, in meinen Augen, absolut negativ dargestellt. Ihr Bruder ist so stur und dickköpfig und so voller Hass, dass sein Verhalten einfach nicht mehr glaubwürdig wirkte.
Auch der eigentliche Herrscher Ixias, verhält sich merkwürdig. Sein Misstrauen und dann seine spätere Entwicklung wirkten auf mich etwas erzwungen.
Die erste Magierin war und blieb für mich eine unsympathische Figur, was sicherlich auch beabsichtigt gewesen ist. Aber ihre Motive und ihre Beweggründe blieben bis zum Ende im Dunklen und wurden nicht befriedigend aufgelöst. (Aber ich habe definitiv die Hoffnung, dass der Leser zu diesem Thema im nächsten Band etwas mehr erfahren wird.)

Doch schon kurze Zeit später konnte mich dieser Band voll und ganz überzeugen. Die unsympathischen Charaktere treten etwas in den Hintergrund, eine Art Alltag kehrt ein und der Leser kann das Entdecken Sitias in vollen Zügen genießen.
Yelenas Studien in der Magierfeste waren für mich sehr spannend und interessant zu lesen. Auch einige der anderen neuen Figuren, werden jetzt eingeführt und jede hat ihr eigenes Gesicht, ihren eigenen Charakter.
Und auch Yelena entwickelt sich weiter. Gerade ihre neuen Fähigkeiten führen zu einigen spannenden Momenten, spannenden und auch durchaus emotionalen. Durch die Ich-Perspektive kann sich der Leser nach wie vor, sehr gut mit der Protagonistin identifizieren und mitfiebern. Yelena gerät von einer Gefahr in die nächste, aber es zeigt eine große Kunstfertigkeit der Autorin, dass diese Szenen niemals langweilig werden oder ihre Authentizität verlieren. Immer wieder lässt sie sich neue Ideen einfallen, wie Yelena der Gefahr entrinnen kann, ohne dass Yelena zu einer Art übermächtigen Superfigur mutiert oder allzu oft auf das Stilmittel des Deus ex Machina zurück gegriffen werden muss.
Außerdem hat die Autorin einen Hang dazu, die „Actionszenen“ oder die wirklich gefährlichen Situationen nicht bis ins Letzte auszureizen, sondern sie so lang wie nötig, aber so kurz wie möglich zu halten, ohne dem Leser die Spannung zu nehmen, oder Langeweile aufkommen zu lassen.

Auch der „Showdown“ am Ende folgt dieser Tradition. Er ist nicht länger als nötig, aber dennoch spannend und bietet dem Leser wieder etwas Neues.
Das Ende an sich ist realtiv offen. Yelena trifft zwar einige Entscheidungen, aber einige Erzählstränge werden wohl im nächsten Band noch weiter gehen. Eigentlich, bin ich kein Freund von offenen Enden, aber an dieser Stelle, war der Band noch abgeschlossen genug, um mich nicht unbefriedigt zurück zu lassen.

Für alle Fans des ersten Bandes, kann ich nur versprechen, dass auch einige der bereits bekannten Figuren immer wieder zur Wort kommen. Ihr Auftreten ist ebenfalls sehr geschickt in die Gesamtkonstruktion des Buches eingeflochten und wirkt so nicht erzwungen.

Einige Grundideen des Werks mögen überholt klingen, werden aber auf so erfrischende Art und Weise dargebracht, dass auch langjährige Freunde des Genres sicherlich noch Neues entdecken können.

Maria V. Snyder macht es dem Leser auch durch ihren Schreibstil sehr einfach der Geschichte schnell und leicht zu folgen. Ihr Schreibstil ist relativ nüchtern und einfach, kommt ohne große Schnörkel aus und verzichtet auf umständliche Metaphern.
Ihr Stil ist dem Innenleben Yelenas und ihren Gedankengängen also durchaus angemessen. Trotzdem ist ihr Stil nicht rudimentär. Sie kann sich durchaus in schönen Beschreibungen verlieren, ohne den Blick für das Große Ganze außen vor zu lassen.

Alles in Allem war ich sehr begeistert von diesem zweiten Band, der seinem Vorgänger in nichts nachsteht, auch wenn das Setting und auch die Figurenkonstellation durchaus von dem bekannten Schema abweicht.
Es ist unglaublich spannend, emotional, interessant und macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der Lust hat sich auf angenehme Weise verzaubern zu lassen und dabei keine Lust hat, sich seitenlang durch politische Intrigen und Gemetzel zu quälen. Eine gelungene Mischung.

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