Dienstag, 11. Oktober 2011

Rezension: Yelena und die verlorenen Seelen von Maria V. Snyder

Maria V. Snyder
Yelena und die verlorenen Seelen
Mira Verlag (April 2011)
Taschenbuch
ISBN: 978-3899418545
Originaltitel: Fire Study
512 Seiten
7,95 Euro

Kurzbeschreibung:
Auf Yelena ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Sie muss Sithia verlassen, um das eigene Leben zu retten. Doch Verräter sind am Werk und arbeiten auf einen Krieg zwischen Sithia und Ixia hin. Yelena und ihre Freunde versuchen das mit allen Mitteln zu verhindern. Doch es gibt auch Gefahren, die es auf Yelena allein abgesehen haben.
Denn sie ist eine Seelenfinderin und damit eine der mächtigsten Personen der Welt. Dunkle Mächte versuchen sie loszuwerden, doch Yelena und ihre Freunde geben nicht so schnell auf.

„Yelena und die verlorenen Seelen“ ist ein würdiger Abschluss einer wirklich unterhaltsamen und innovativen Trilogie.
Der dritte Teil ist noch schneller, noch rasanter und noch actionreicher als seine Vorgänger. Viele Geschehnisse kommen zusammen und verlangen von Yelena all ihre Kraft. Sie ist von ständiger Gefahr umgeben. Doch gerade dieser Umstand macht diesen Band noch spannender als die beiden ersten Teile.

Die Handlung ist nicht mehr nur auf Sithia oder Ixia begrenzt, sondern wechselt zwischen den Ländern. Beide Settings sind interessant und haben immer wieder Neues zu bieten. Das Verhältnis zwischen den beiden Orten ist spannungsgeladen und bietet großes Konfliktpotential, das die Autorin auch bis ins Letzte ausreizt.

"'Nein, es ist schlimm genug, und es wird noch schlimmer. Wenn sie dich umbringen würden, hätte ich das schreckliche Gefühl, dass mein Leben nichts mehr wert ist.'" S. 370

Auch Nebenfiguren aus den beiden ersten Romanen finden wieder den Weg in dieses Buch. Und auch wenn man die meisten von ihnen schon kennt, können sie einen immer noch überraschen. Der Leser kann immer neue Seiten an ihnen erkennen und dennoch bleiben sie authentisch und realistisch und dienen als Identifikationsfiguren.
Die meisten Personen, allen voran Yelena, sind überwiegend sympathisch und jeder Charakter hat seinen eigenen Charme und sein eigenes Gesicht.
Vor allem Yelenas Pferd Kiki kann den Leser mit ihrem eigenen Witz und ihrem einfachen und sanften Gemüt absolut verzaubern.
Durch die Ich-Perspektive aus Yelenas Sicht, wird das Gefühl der Verbundenheit zwischen Leser und Figur nur noch verstärkt.

Generell ist der Schreibstil der Autorin unverändert angenehm leicht und an den richtigen Stellen schnell und ernst, oder sacht und poetisch. Sowohl die Beschreibungen von lebendigen Wesen, als auch die Beschreibung von Orten, Stimmungen oder der Magie als solches sind angemessen gewählt und auf ideale Weise umgesetzt. Es dürfte dem Leser nicht schwer fallen, wieder in Yelenas Welt hinein zu tauchen und sich darin zu verlieren. Den letzten Band dieser Trilogie zu lesen ist wie das Gefühl nach Hause zu kommen.

"Sekunden, Minuten, Tage, Jahreszeiten hätten verstreichen können. Ich hätte es nicht gemerkt und mir wäre es auch egal gewesen. Ich klammerte mich an ihn, als hinge ich über einem Abgrund. Ich scmiegte mich an seinen Körper, wollte mit ihm verschmelzen und nichts, nicht einmal die Luft zwischen uns kommen lassen. In meinem Ohr hörte ich das Schlagen seines Herzens. Sein Blut floss durch meine Adern." S. 452

Auch das Ende der Trilogie ist absolut befriedigend. Die Handlungsstränge werden geschickt und schlüssig zusammen geführt. Die meisten Geheimnisse werden gelüftet und zufriedenstellend erklärt. Sinn und Logik, bleiben im Rahmen des Möglichen, erhalten.
Zwar konnte das Ende nicht mehr wirklich überraschen, hinterlässt aber beim Leser ein angenehmes Gefühl von Abgeschlossenheit und Melancholie.

An manchen Stellen wirkt die Handlung aber leider etwas überhastet und durch die langen Reisen der Protagonisten geht an manchen Stellen ein Teil der Spannung verloren. Manche Situationen und Szenen – und auch die Erklärungen am Ende des Buches – hätten gerne etwas ausführlicher behandelt werden dürften.
Ein weiteres Manko ist Yelenas Gemütszustand, der fast durchgehend aus Selbstmitleid und Zweifeln besteht. Erst, als sie sich wieder gefangen hat und Pläne schmiedet, blitzt die Stärke, der bekannten Yelena wieder hervor und das Buch nimmt wieder an Fahrt auf.
Einige der Nebenfiguren wechseln ein wenig zu schnell – oder zu oft – die Gesinnung, dadurch wirken einige von ihnen stellenweise etwas unrund.
Im Großen und Ganzen sind diese Faktoren aber nötig um das Gesamtgefüge des Romans schlüssig beibehalten zu können und wirken sich nur temporär negativ auf das Lesevergnügen aus.

"Es gibt immer einen neuen Sturm. So läuft's nun mal in der Welt. [...] Manche sind gewaltig und andere harmlos. Bei jedem muss man anders reagieren, aber vor allem muss man immer ein Auge darauf haben, was sich am nächsten Tag zusammen braut." S. 496

Wer die ersten beiden Teile gelesen hat, sollte sich dieses Buch definitiv nicht entgehen lassen. Diese Trilogie ist wahnsinnig spannend und an vielen Stellen sehr innovativ. Jeder der Lust auf romantische, spannende, actionreiche und vor allem magische Fantasy-Lektüre hat, sollte sich diese Trilogie zulegen.

Fazit:
Einmal angefangen zu lesen, lässt einen Yelenas Welt nicht wieder aus seinem Bann. Die Charaktere wachsen einem ans Herz und die Welt kann den Leser bis ins letzte Detail hinein verzaubern. „Yelena und die verlorenen Seelen“ ist der faszinierende Abschluss einer faszinierenden Trilogie.



Vielen Dank an den Mira Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar:

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