Sonntag, 20. November 2011

Die Seelen der Nacht - Zwischenstand...

....oder auch "Balthasar beißt" (S.334)

Im Großen und Ganzen gefällt mir das Buch ja schon. Vorallem der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Auch wenn er sehr seicht ist und sie sich mit dem Beschreiben und auch mit der Handlung Zeit lässt.
Einige Sätze haben schon fast philosophischen Charakter. Gerade die Ortsbeschreibungen und die Beschreibungen der Düfte und Geschmacksrichtungen sind detailliert und ausgeprägt und dabei sehr realistisch und interessant.

"'Es gibt einen schmalen Grad zwischen Tapferkeit und Leichtsinn, Diana' 'Ich bin nicht leichtisinnig - ich will nur mein Leben zurück.'" (S. 258)

Die ganze Geschichte folgt nicht dem typischen Mainstream-Romanen aus der Vampirszene und ist so eindrücklich geschrieben, dass es wie aus dem Leben gegriffen wirkt. Durch die vielen feinen Puzzleteile bleibt die Geschichte glaubwürdig und daher gut zu lesen.
Auch wenn die Handlung relativ arm an Höhepunkten ist, braucht sich der geneigte Leser nicht zu langweilen. Der Fokus liegt ganz klar nicht auf Akion, sondern viel mehr auf Emotion und Reaktion.

"'Soweit ich feststellen kann, halten nur zwei Emotionen die Welt in Gang, und das seit Anbeginn der Zeit.' [...] 'Die eine ist die Angst. Die andere das Verlangen.'" (S. 254)

Leider sagen mir beide Hauptfiguren nicht besonders zu. Diana ist mir zu stur und in ihrer Sichtweise auf die Welt und auf ihr Hexenerbe zu eingeschränkt. Ihre Launen und ihr Selbstmitleid rauben mir manchmal die Nerven.
Matthew wird wie der typische starke Beschützer beschrieben, geht mir aber auch manchmal etwas zu sehr in seinem Gejammer auf und liebäugelt auch ein bisschen zu sehr mit seinen Schwächen. Er wechselt viel zu schnell zwischen seiner sanften Ader und seinen etlichen Zornesausbrüchen. Allgemein muss ich aber sagen, dass es mit der Zeit etwas besser wurde und ich so langsam mit beiden etwas mehr warm geworden bin.

"'Wir Männer sind nicht so mutig. Unsere Entschlusskraft wird aus Angst geboren. Sie ist vorgespielte Tapferkeit'" (S. 252)

Die Ausflüge in die Vergangenheit in Form von Erinnungen und Gesprächen gehören aber zu den größten Pluspunkten des Romans. Die Autorin beschreibt so lebendig, dass die Vergangenheit manchmal näher wirkt als die Gegenwart. Sie gibt dem Leser hier Raum sich in den Beschreibungen zu verlieren, ohne das sie ausschweifend wird oder zu viele unwichtige Bezüge herstellt.

"'Ich wüsste nicht, was du tun könntest, damit ich dich hasse, Matthew. Ich liebe dich wie einen Bruder, und das wird sich bis zu meinem letzten Atemzug nicht ändern.'" (S.159)

Abschließend kann ich bisher nur sagen, weiß das Buch an vielen Stellen durchaus zu gefallen. Nur Diana und ihr männlicher Gegenpart sind manchmal etwas anstrengend.

1 Kommentar:

  1. Eigentlich bin ich ja eher gegen diesen ganzen Vampir-Hype, aber dieses Buch könnte durchaus interessant sein. Ich bin schon des öfteren an dem Cover hängen geblieben.
    Ich denke, ich werde es mal im Hinterkopf behalten...
    Liebe Grüße, muselmu

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