Freitag, 9. Dezember 2011

Rezension: Für immer blau und weiß – Mein Leben als Schalker von Stefan Barta

.... oder auch "was einen wahren Fan ausmacht"

Stefan Barta
Für immer blau und weiß – Mein Leben als Schalker
Die Werkstatt (Nov. 2007)
Broschiert
ISBN: 978-3895335907
224 Seiten
9,90 Euro

Kurzbeschreibung:
Bei diesem Buch handelt es sich zum Teil um die Autobiografie des Autors, als auch um eine wunderbare und selbstironische Fanbiografie. Denn Stefan Barta beschreibt auf sehr humorvolle Weise sein Leben mit seinem Lieblingsverein, dem FC Schalke 04.

„Für immer blau und weiß“ ist für mich neben Feverpitch von Nick Hornby das beste Buch zum Thema Fußball, das ich wohl je gelesen habe.
Vielleicht gefällt es mir sogar noch ein kleines bisschen besser. Denn Stefan Bartas Herz hängt an dem selben Verein wie meines. Damit sammelt das Buch natürlich ein paar zusätzliche Pluspunkte.

Auf interessante Weise sind hier Fußball und Leben des Autors miteinander verknüpft. Er fragt sich mehr als einmal selbst, ob die Höhen die er mit dem Verein erlebt, auch die Höhen seines Lebens widerspiegeln und ob es sich sogar bei den Tiefen genauso verhält. Eine Frage, die sich sicher jeder langjährige Fußballfan schon ein mal gefragt hat. Zu einem Ergebnis kommt er nicht, dafür lässt er den Leser an vielen Erlebnissen auf so intensive Weise teilhaben, als wäre er selber dabei gewesen. (Was er vielleicht ja sogar war)

Egal ob es sich um einzelne Spiele handelt, die nur für Stefan Barta selbst wichtig gewesen sind, oder Spiele an die sich auch Fans anderer Vereine ewig erinnern werden, oder ob es sich um (etwas unorganisierte) Auswärtsfahrten handelt oder um die Sehnsucht dabei zu sein, wenn das leider gerade nicht möglich ist – ganz egal – der Autor beschreibt all das sehr authentisch und ehrlich und dabei auf so humorvolle und selbstironische Weise, dass man sich als Leser so manches Mal das Lachen nicht verkneifen kann.

Doch auch trotz des Witzes und des Augenzwinkerns, gibt es auch Szenen die berühren, oder die einen emotional mitnehmen. Ernste Szenen, dramatische Szenen und ein Nachdenken über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges.
Jeder Schalker, der alt genug ist, erinnert sich sicher an die verlorene Meisterschaft von 2001. Auch Stefan Barta tut das. Und er tut das so intensiv, dass man sich dem Gefühl von damals nicht entziehen kann.
Dem „Betrug“, der Wut auf den Schiri Merk, der unbändigen Freude, die nur etwas über vier Minuten anhalten durfte.

All das und mehr findet sich in dem gerade mal 220 Seiten starken Büchlein wieder, ohne komprimiert oder gehetzt zu wirken.

Ein Buch, dass ich jedem Schalker empfehlen möchte und jedem anderen Fan, dem oft auf Grund seiner Leidenschaft nur Kopfschütteln und Unverständnis entgegen gebracht wird und zu guter Letzt auch jedem, der einen Fan wie Stefan Barta und viele andere verstehen möchte.

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