Mittwoch, 2. Januar 2013

Jahresbilanz 2012

Jahresbilanz 2012

Hier kommt eine durchaus halbwegs ausführliche Jahresbilanz. Statistiken, Erläuterungen und die ein oder andere Anekdote vielleicht. Trotz geringer Buchführung habe ich mir große Mühe gegeben, mein Lesejahr 2012 in einer Bilanz zu Papier zu bringen.

Anzahl gelesener Seiten: 10 777

Mal davon abgesehen, dass die Zahl recht lustig aussieht, hat diese Zahl nur wenig lustiges an sich. Es war ein buntes, schmerzhaftes, turbulentes Jahr voller Veränderungen. Ich habe selten so wenig gelesen wie 2012. Aber da es ganz ohne Bücher, dann nun mal doch nicht geht, sind es immerhin etwas mehr als Zehntausend Seiten geworden.

Anzahl gelesener Bücher: 24
Durchschnittliche Seitenanzahl pro Buch: ca. 449

Auch damit bin ich definitiv nicht zufrieden, aber die durchschnittliche Seitenanzahl ist im Vergleich zum Vorjahr durchaus gestiegen. Es waren einige schöne Bücher dabei und diesmal habe ich nur gelesen das und wann ich Lust hatte. Daher habe ich auch einige angefangene Bücher hier stehen, die irgendwann beendet werden wollen, aber noch nicht in die Statistik einfließen dürfen.

Anzahl der Re-Reads: 3

Und zwar alle im Dezember. Vielleicht war das genau die Zeit, an der ich zu Altbekanntem gegriffen habe, weil die Veränderungen nach einem Anker in der Vergangenheit verlangten. „Das Manuskript der Verführung“ gehört ja seit dem ersten Lesen zu meinen absoluten Lieblingen und musste daher noch einmal gelesen werden. Es war gut wie eh und je. „Ein Inspektor kommt“ ist nur bedingt ein Reread, weil es am Gymnasium damals in Englisch Pflichtlektüre war und es mir in der deutschen Fassung bei einem Freund wieder in die Hände gefallen ist. „Kates Geheimnis“ habe ich damals aus dem Bücherregal meiner Mutter stibitzt und letztens habe ich es wieder gefunden. Damals war es aufregend. Heute wirkt es auf mich ein wenig flach und unausgegoren. Aber immernoch eine nette Lektüre für Zwischendurch.

Davon Fantasy: 7
Davon Mystery: 2
Davon (Psycho)-thriller: 2
Davon Historisches: 2
Davon Kanon: 2
Davon Endzeit: 1
Davon Biografie und Ähnliches: 2
Davon Anderes: 6

Die Fantasy bleibt also Spitzenreiter, aber bei so wenigen Büchern ist es eher wenig aussagekräftig. Viele Romane, die ich gelesen habe, die hier unter „Anderes“ laufen, haben mich ebenfalls absolut überzeugt.

Lese-intensivster Monat: Dezember mit 2843 Seiten und 6 Büchern
Lese-ärmster Monat: es gab einige Monate mit keinem beendeten Buch

Im Dezember ging es mir wohl wieder besser. Das zeigt definitiv die Anzahl der gelesenen Seiten. Der Januar und der April folgen dicht auf mit 2336 Seiten und 6 gelesenen Büchern und 2361 Seiten und 5 gelesenen Büchern.

Bestes Buch 1. Quartal: Das Leben und das Schreiben von Stephen King
Bestes Buch 2. Quartal: Gargoyle von Andrew Davidson
Bestes Buch 3. Quartal: Göttlich verloren von Josephine Angelini
Bestes Buch 4. Quartal: Die Schwanendiebe von Elizabeth Kostova

Im ersten Quartal fiel mir die Wahl sehr leicht. Die Biografie von Stephen King war kurzweilig und lehrreich zu lesen. Auch im zweiten Quartal war die Wahl sehr leicht. Denn Gargoyle ist mein Jahresfavorit. Ein Buch, dass ich zur Hand nahm, „um nur mal zu gucken“ und schon nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen wollte. Im dritten Quartal gefielen mir alle Bücher nicht besonders. Göttlich verloren bekommt quasi den Trostpreis. Und im Dezember waren einige gute Bücher dabei, aber nichts davon war überdurchschnittlich.

Bestes Buch gesamt: Gargoyle von Andre Davidson

Ein bemerkenswertes Buch, das ehrlich geschrieben ist, den Leser nicht schont und dennoch voller Poesie und klugen Worten ist. Man kann sich sowohl in der Hauptgeschichte verlieren, als auch in den vielen Nebengeschichten, die die Protagonistin Marianne dem Ich-Erzähler - dem entstellten Verbrennungsopfer erzählt.
Ich habe mehr als einmal gelacht, mehr als einmal geweint und immer wieder geseufzt. Das Ende macht einen sprachlos, fügt sich aber nahtlos in die Gesamtkomposition ein und hat mich zufrieden gemacht.
Eigentlich habe ich es damals nur gekauft, weil es erstens ein gebundenes Mängelexemplar war (Ich konnte keine Mängel feststellen) und zweitens, weil es das Lieblingsbuch einer Freundin ist. Damals hat sie mir das Buch schon auf Englisch in die Hand gedrückt, aber ich wollte es wenn , dann lieber auf Deutsch lesen. Und es hat sich absolut gelohnt.


Schlechtestes Buch gesamt: Feuchtgebiete von Charlotte Roche

Ein wirklich abgrundtief schlechtes Buch hat es in diesem Jahr nicht gegeben. Nicht mal das Genannte hat mich wirklich abgestoßen. Es bekommt nur diese „Ehrung“, weil es einfach keinen Sinn macht es zu lesen. Weder wird irgendwie der Geist angesprochen, noch mein persönliches Gefühl für Unterhaltung. Im Endeffekt eine Aneinanderreihung von Perversitäten und ekligen Beschreibungen. Aber da ich sowohl die Personen ganz herzig fand und es sich trotz allem schnell und leicht lesen ließ, war es schon noch im Rahmen.
Ansonsten stand noch „Nachtjagd“ Black Dagger 1 zur Auswahl, weil es mit flachen Charakteren daher kommt, einem nur mäßigen Plot und schlechten Sexszenen, aber selbst hier war der Unterhaltungswert (wenn man wirklich was ganz Leichtes für Zwischendurch braucht) hoch genug, damit es nicht als unterdurchschnittlich gilt.

Lustigstes Buch: Der wunderbare Massenselbstmord von Arto Paasilinna

Auch wenn es nicht im eigentlichen Sinne lustig ist, hat es mich zum Lachen gebracht. Es ist von der Plotline und den Charakteren her skuril genug um meinen Humor anzusprechen.

Größte Enttäuschung: Die Bestimmung von Veronica Roth

Das Buch war nicht schlecht. Ganz bestimmt nicht. Aber ich hatte so viel Positives gehört und so viel mehr erwartet. Die erste Hälfte des Buches hat mich fasziniert und mitgerissen, bot zwar nicht viel Neues an, war aber spannend und tiefgründig genug. Leider war das Ende dann so flach und ging für meinen Geschmack einfach in eine falsche Richtung.


Größte Überraschung: Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano

Hatte zwar am Rande einiges von dem Buch mitbekommen, hatte mich dann aber nicht näher damit auseinander setzen wollen. Irgendwann fiel es mir in die Hände und ich war gerade eh in einer Phase tiefster Depression, da kam es mir ganz gelegen.

Ein Buch, das bedrückend ist von der ersten bis zur letzten Seite. Bedrückend, obwohl es den Leser bemerkenswert wenig zu betreffen scheint. Es ist nicht so, als würden einem die magersüchtige Alice, die nach einem schweren Unfall in ihrer Kindheit ein steifes Bein hat und der sich selbst verletztende Mattia, der Schuld am Verschwinden seiner Schwester ist, einem nicht nahe gehen, aber sie wirken auf Grund der entrückten Sprache fast schon distanziert, wie Personen aus einem Traum. Auch wenn einen das Ende fast noch trauriger zurück lässt als der Anfang, ist es ein absolut empfehlenswertes Buch.

Anderes:

Im Oktober diesen Jahres ist „Mein erster Stadionbesuch“ im Werkstatt-Verlag erschienen. Ich hatte damals zu dieser Anthologie selbst einen Erfahrungsbericht eingereicht und nun ist dieser in dieser Sammlung vertreten. Ich bin stolz und glücklich. Ich freue mich über jeden, der einmal hinein sehen mag.
Meine Geschichte trägt den Titel: Spontanität zahlt sich aus.


Sub-Stand: 114

1 Kommentar:

  1. Sehr schöne und unterhaltsame Jahresbilanz. Hat mir sehr gut gefallen. Es freut mich sehr, mal wieder etwas von dir zu hören! Ich hoffe, dass es dir besser geht.
    "Die Einsamkeit der Primzahlen" klingt wirklich klasse, das schreib ich mir mal auf. Und ich habe auch nicht wirklich mehr gelesen, aber sei's drum. Man kann sich halt nicht zwingen und ich will mich keinesfalls wieder stressen lassen :-)

    Liebe Grüße, Diti

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