Dienstag, 10. September 2013

Leserunde: Der Übergang von Justin Cronin (Update 2)



Kapitel 9 und 10:
Tatsächlich scheinen Grey und Zero eine Art telepathische Verbindung aufgenommen zu haben und wenn man Greys Träumen glauben darf keiner der guten Art. Träume von Fleisch, Blut, Bissen, Verwesung. Nicht so detailliert geschildert, dass sich einem der Magen umdreht, aber bei der Kotzszene sollte man nicht gerade Essen. Mir blieb beim Pfirsich-Vanille-Plunderstück (ja, ich hatte tatsächlich ausnahmsweise Mal Lust auf Kuchen) im Magen stecken.

Ansonsten stelle ich mir an dieser Stelle wohl die gleiche Frage wie Grey: „Wieso essen die Mutierten Strafgefangenen Kaninchen? Wieso nicht Hund auf Toast oder püriertes Rind oder was weiß ich?“
Paulson erscheint in diesem Kapitel als richtiger Arsch, aber diese Art von Klisheepersonen muss es anscheinend überall geben.

Mein Mitgefühl für Carter wird drückender, vor allem weil wir seine Geschichte nun vollständig erfahren. Keine besonders ausgefeilte Geschichte, nichts wirklich Neues, aber bodenständig und angemessen glaubwürdig für diesen Charakter.

Kapitel 11:

Wolgast und Doyle sind mit Amy nicht lange auf der Flucht, was mir zu Gute kommt, weil ich wie gesagt ewige Fluchtgeschichten einfach nicht mag. Wolgast stellt sich, sie werden eingekerkert, aber auch das währt nicht lange, da Richards kommt, alle Nebenfiguren abknallt und Wolgast, Amy und Doyle zum Stützpunkt bringt. Vermutlich angemessen. Passend zum Projekt. Eiskalt und berechnend.

Kapitel 12:

Dieses Kapitel gefiel mir bisher am Besten. Weil es auf die zwischenmenschliche Ebene abdriftet, ohne den Gesamtzusammenhang und die Rahmenhandlung außer Acht zu lassen. Der Spannungsbogen wird voran getrieben, da nun langsam alle Fäden zusammen zu laufen scheinen. Amy liegt ihm Koma und Wolgast wird auf Grund seiner engen Verbindung zu ihr dazu gebeten um sie daraus zu befreien und vor dem Tod zu bewahren. Hier hätte ich gerne mehr rührende Szenen und Details gehabt.
Grey, der seine Verbindung zu Zero verstärkt, bzw. anders herum.

Und Babcock (Patient 1) der zu Richards sagt: „Wir alle sind jemandem zugedacht“ Was meine Spekulationen zu der Verbindung zwischen Patient und „Betreuer“ im weitesten Sinne bestätigt.

Carter verliert nach und nach seine Menschlichkeit und wird auch zum Zombie. Hier stellt sich mir die Frage: „War es das jetzt? Oder spielt Carter später als Zombie noch eine besondere Rolle und klammert sich irgendwie und irgendwo noch an seine Menschlichkeit?“ Generell wirft das Kapitel einige Fragen auf: Ist es glaubwürdig, dass Lacey zu Fuß den ganzen Weg gekommen ist? Alles scheint irgendwie auch den Bach runter zu gehen. Quasi die letzte Ruhe vor dem beginnenden Sturm? Wird sich das Virus ausbreiten, auch ohne direkten Kontakt zu den Muties? Oder sind das alles nur psychische Kniffe der „Patienten“, die alle so fertig machen?

Kapitel 13:

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, was ich von Lacey halten soll? Im Grunde wirkt sie fast verrückt auf mich, ein wenig wie eine religiöse Fanatikerin. Aber es muss im Grunde mehr dahinter stecken. Purer Irrsinn kann eine Frau nicht durch die halben Vereinigten Staaten bringen. Aber wer weiß, vielleicht würde ich auch so handeln, wenn ich so fest davon überzeugt wäre, dass Amy die Einzige ist, die die Welt vor der totalen Vernichtung zu retten vermag. Fragt sich nur, ist es Gott, den Lacey hört, irgendeine andere Macht? Was ist es? Amy selbst?

Doyle – ja Doyle – eigentlich nur ein Nebencharakter, aber irgendwie mag ich ihn, weil er Wolgast diesen Vertrauensvorschuss gegeben hat, daher mag ich nicht, dass er stirbt. Und ich frage mich des Weiteren, welche Verbindung er zu Lacey hat und ob das alles nur ein billiger Kniff des Autors ist.

Und da Grey jetzt hingeht und Zero befreit, seh ich die Apokalypse schon kommen. Vielleicht wird er selbst nun auch zum Zombie-Mutanten. Oder die ganze Welt. Na, das kann ja heiter werden.

Kapitel 14:

Ich habe Recht behalten. Sturm, Chaos, die Post geht ab, wie auch immer man es nennen mag. Auf jeden Fall ein gewaltiges, blutiges Spektakel, bei dem sich der Autor einfach mal so ziemlich jedem Charakter entledigt, den er mühsam aufgebaut und eingeführt hat. Billig? Oder einfach nur authentisch. Außerdem bleiben die meisten Fragen offen. Fragt sich nur, wieso Charaktere so liebevoll ausbauen, wenn sie eh alle über den Jordan gehen.

„Oh, dachte Lacey, Oh, oh“
Genau so was habe ich mir im Grunde auch gedacht. Krasser Scheiß!
Doyle war also doch nur Kanonenfutter, Richards stirbt, Carter wird zum Mordszombie, Grey wird wohl auch mutieren, Sykes ist tot, alle brechen aus, alle Soldaten sterben, Lacey scheint sich am Ende zu opfern und Wolgast wird zum Überhelden. Also Wolgast und Amy gegen den Rest der Welt. Heitere Aussichten. Vor allem, da ich Amy nur so weit über den Weg traue, wie ich gegen den Wind spucken kann. Immerhin hat sie die letzte Stufe des Virus‘ auch eingepflanzt bekommen.

Kapitel 15:

Buch 1 ist mit Kapitel 14 beendet gewesen. Jetzt befinden wir uns laut Autor im Jahre 0. Wolgast flieht mit Amy in ein Camp, in dem er als Junge mal gewesen ist. Sie finden einen alten Zettel mit einem Datum aus dem Jahr 2014. Also muss es doch recht weit in der Zukunft liegen, das Geschehen.
Mein Misstrauen Amy gegenüber scheint gerechtfertigt, da sie sehr lichtempfindlich ist und nachtaktiv. Ansonsten benimmt sie sich zumindest friedfertig.

Ich frage mich nun eher, was jetzt passiert, ob die ganze Welt überrannt wird, ob es Evakuationen geben wird, Bürgerkriege, Anarchie. So richtig Weltuntergang. Kenne ich sonst bisher so nur aus Filmen, würde mich in Buchform wirklich sehr interessieren.

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