Dienstag, 4. Februar 2014

Ausstehende (Kurz-)Rezensionen - Ende 2013

Vorab muss ich mich wohl entschuldigen, dass ich trotz guter Vorsätze 2013 das Schreiben der Rezensionen nicht konsequent durchgehalten habe und somit schon wieder acht Bücher unrezensiert geblieben sind.
Einige haben es aber tatsächlich verdient noch eine etwas ausführlichere Erwähnung zu erhalten, andere dagegen nicht.
Dennoch habe ich mich entschieden, noch einmal eine Liste mit Kurzrezensionen zu verfassen, bevor ich meine (zugegebenernaßen etwas verspätete) Jahresabschlussstatistik von 2013 veröffentliche und so noch einmal das ganze Lesejahr Revue passieren lasse.

Vielleicht schaffe ich es ja 2014 doch etwas konsequenter mit meinen Rezensionen umzugehen.

 
Die Bücherdiebin – Markus Zusak:

… ist alles in Allem ein sehr feines, sehr kunstvoll geschriebenes Buch. Markus Zusak trifft bei mir genau auf den richtigen Nerv ein so heikles Thema wie das der Judenverfolgung und der Probleme des zweiten Weltkrieges aus der Sicht des personifizierten Todes zu schreiben.

Vielleicht habe ich bei dem Titel ein wenig mehr Pathos erwartet oder vielleicht doch, dass die Bücher als Thema noch zentraler behandelt werden, aber alles in allem, halten sich die verschiedenen Themen, Aufwachsen in der Fremde, Kriegswirren, Moral und Einstellung, Freundschaft, Familie, Zusammengehörigkeit und eben die Leidenschaft für das geschriebene und gesprochene Wort sehr gut in Waage. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass der Erzähler nicht so vieles vorweg nimmt, denn so fehlte es ab und an doch ein wenig an Spannung. In diesem Fall ist der Weg das Ziel. Auch die Auzfählung der verschiedenen „Untertitel“ – nenne ich es mal – vor jedem Kapitel sind sprachlich sehr farbenfroh und gut gewählt. Erhalten und erhöhen eine gewisse Spannung.

Auch die Charaktere sind sehr liebevoll authentisch gestaltet und laden ein, sich mit ihnen zu identifizieren, zu hinterfragen und sie am Ende des Buches zu vermissen. Auch dass das Ende nicht vollkommen eindeutig ist passt zum Aufbau und Stil des Romans. Definitiv eines der besseren Bücher, die ich 2013 gelesen habe.



Die Liebe Deines Leben von Cecilia Ahern:

Ich hatte eine Phase, in denen ich einfach Liebesromane lesen wollte und musste. Von der eigenen Liebe enttäuscht, musste ich mich in die Geschichten fiktiver Personen flüchten. Und dieses Buch war perfekt dafür. Ich mochte sowohl die Protagonistin, als auch den Protagonisten sehr gern und ihre Geschichte ist sanft, anrührend und fein geschildert, läd zum Träumen und Mitdenken ein und erschafft an manchen Stellen diesen Kribbeln in den Fingerspitzen. So ein richtiger Höhepunkt war das Buch nicht. Aber es ist wunderbar geeignet für zwischendurch. Das Cover ist schlicht, weiß aber zu gefallen in seiner Einfachheit. Ich war sehr angetan und empfand beim Happy End eine gewisse Genugtuung.

 

Nachricht von dir von Guillaume Musso:

Dieses Buch ist das erste von Dreien, das ich mir am Flughafen in Frankfurt gekauft habe, als ich meine beste Freundin abgeben musste, die nach Australien zu der Liebe ihres Lebens ausgewandert ist. Immer noch in einer sehr melancholischen Stimmung, hatte ich die Hoffnung, dass mich dieses Buch berühren kann. Dem war leider nicht so. Es ließ sich zwar schnell lesen, ließ aber an Tiefe und vor allem an Realismus vermissen. Ich hatte nach dem Klappentext einen Liebesroman erwartet und bekam eine unausgegorene Mischung aus Thriller und Drama und auch die Protagonisten, gerade die Weibliche waren so unfassbare Lackaffen, dass ich mich fast geärgert habe, das Buch gekauft zu haben. Die letzten 50 Seiten waren in meinen Augen so vollkommen aus der Luft gegriffen, dass ich mich quasi zwingen musste, das Buch zu beenden. Mein zweiter Musso Roman wird wohl der letzte bleiben.

 
Der Gefangene des Himmels – Carlos Ruiz Zafon

Ja, was soll ich dazu sagen? Mein absolutes Lieblingsbuch „Der Schatten des Windes“ ist ein Roman von Zafon. Ein Buch voller sprachlicher Schönheit und einer spannendes, authentisch verschachtelten Geschichte. Sein zweiter Barcelona-Roman „Spiel des Engels“ war immer noch voller poetischer Worte, aber die Geschichte schwächelte an einigen Stellen. Der gefangene des Himmels dagegen war eine echte Enttäuschung. Auch wenn in diesem Roman die Geschichte meines Lieblingscharakters aus „Der Schatten des Windes“ behandelt wird, konnte mich das Buch absolut nicht überzeugen. Sprachlich schwach – die Geschichte an vielen Stellen zu langatmig, an anderen Stellen viel zu offen. Eine Geschichte ohne befriedigende Auflösung und alle mir so lieb gewordenen Charaktere enthüllen plötzlich Seiten an sich, für die ich sie am liebsten verprügelt hätte. Viel zu übertriebene Reaktionen – teilweise vollkommen alberne Überlegungen.

Es ist ja in Ordnung, wenn ein Autor eine Welt, in der er sehr viel Erfolg hatte beibehalten will, aber in diesem Fall ist das Schwein tot und zerfleddert und muss nicht mehr weiter ausgeschlachtet werden. Denn sind wir mal ehrlich. Ein totes Schwein kann nicht noch toter werden.

Absolute Enttäuschung.


Eine Hand voll Worte – Jojo Moyes

Das dritte Flughafenbuch ist ebenso wie die anderen Beiden leider nur mäßig. Vom Thema her ist das Buch eigentlich absolut mein Ding. Ein Liebesroman, der einen durchdachten Hintergrund hat, Briefe aus der Vergangenheit, Fragen die sich in der Gegenwart stellen, eine Geschichte, der man folgen und auf den Grund gehen will.

Stattdessen nervige, selbstmitleidige, vollkommen übertrieben handelnde Personen, die Geschichte in der Gegenwart scheint mit der in der Vergangenheit nicht mal peripher etwas zu tun zu haben und ist bestenfalls konstruiert. Die Geschichte in der Vergangenheit scheint zwischen den Zeitebenen zu springen und kann auch nur mit unsympathischen Figuren und einer schon fünffach dagewesenen Geschichte dienen. An vielen Stellen ist das Geschehen viel zu sehr in die Länge gezogen. Viele „dramatische Höhepunkt“ erscheinen wie Lückenfüller und sind alles andere als dramatisch.

Das Ende ist zwar wie erwartet etwas überkitscht, ist an dieser Stelle aber nicht zu bemängeln, denn es passt zum Buch. Einzig und allein punkten können die Abschiedsbriefe/SMS/E-Mails/Karten aus der Realität, die jedem Kapitel voran gestellt werden und die den Leser auf das Geschehen einstimmen. Eine wirklich maue Lektüre.

 

Die Mondspielerin von Nina George

Gefrustet durch die vielen Fehlschläge bei der Suche nach einer geeigneten Liebeslektüre fand ich in einer Nachbarstadt bei einem Spontanbesuch in der Buchhandlung dieses Buch. Im ersten Moment war ich skeptisch – ehrlich? Eine alte Frau verlässt Ehemann und altes Leben um sich umzubringen und finde stattdessen eine neue Familie, Freunde und die Liebes ihres Lebens. Ich hab es trotzdem gekauft und auch gelesen.

Und ebenso wie in meinem eigenen Liebesleben, schien auch mein Händchen für Bücher wieder etwas besser zu werden, denn das Buch ist ein Kunstwerk. Ein ganz leises Buch, das seine Botschaft dem Leser mit vielen Beschreibungen, mit viel Gefühl und sehr herzvollen Charakteren überreicht. Sprachlich wunderbar poetisch ohne zu übertreiben. Die Protagonistin so liebevoll beschrieben, wie die eigene Großmama. Viele Nebenstränge, die sich nie in den Vordergrund drängen und trotzdem ebenso spannend und gefühlvoll sind. Ein Ende, das ans Herz geht und einfach absolut passt, einige Szenen, die zu Tränen rühren, manche zu Freuden- manche zu Tränen der Trauer. Selbst die Beschreibungen des Alltags sind so fein gezeichnet, dass sie sich gut in das Gesamtgeschehen einfügen, nie aufdringlich werden und somit genauso lesenswert sind, wie die stillen Höhepunkte des Romans. Eine absolute Empfehlung für junge und alte Frauen, die gerne Träumen, die die Magie im eigenen Leben suchen und die endlich ebenfalls das Leben und die Liebe in die eigenen Hände nehmen wollen.

 
Ein Mittsommernachtstraum und Viel Lärm und Nichts
Von William Shakespeare

Ich habe ja lange keine Kanonliteratur mehr gelesen. Ob aus fehlender Muße oder fehlender Leidenschaft ist schwer zu sagen. Vermutlich beides. Aber Anfang November habe ich diesen wundervollen, lieben Mann kennen gelernt, mit seiner Leidenschaft für das Theater und das geschriebene, bzw. vor allem für das gesprochene Wort. Und wer, wenn nicht er, konnte in mir wieder die Inspiration und eben die eigene Leidenschaft für Bücher, Stücke und Sprache wecken.

Also habe ich mir diese beiden Komödien von Shakespeare vorgenommen und eine richtige Rezension, möchte ich mir dazu nicht anmaßen. Ich mag seine Komödien sowieso sehr viel lieber als seine Tragödien und daher fühlte ich mich sehr gut unterhalten.

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