Freitag, 7. Februar 2014

Rezension: Die Känguru-Chroniken/ Das Känguru Manifest von Marc-Uwe Kling

Die Känguru-Chroniken
Ullstein Taschenbuch (11. März 2009)
Taschenbuch
ISBN: 978-3548372570
272 Seiten
8,99 Euro

Kurzbeschreibung:
In beiden Werken lebt Marc-Uwe Kling, ein gleichgültiger Kleinkünstler, mit einem Känguru in einem Apartment in Berlin Kreuzberg. Doch so schräg das schon klingt, es geht noch schräger. Das Känguru ist nicht nur Kommunist sondern war in seiner Vergangenheit auch beim Vietcong. Nebenan wohnt sein Antagonist, der Pinguin. Und was Marc-Uwe und das Känguru so gemeinsam erleben, kann man in diesen Werken nachlesen.

Kritik:

Im Großen und Ganzen sind beide Werke wahnsinnig skurril, wahnsinnig witzig, dabei wahnsinnig kritisch und im Allgemeinen sehr leicht, schnell und immer mit einem Augenzwinkern zu lesen. Man kann sehr viel Slapstick und viele Albernheiten erwarten. Aber sowohl Marc-Uwe, der Kleinkünstler, mit seiner „Mach doch – Scheiß egal“ Einstellung als  auch das faule unpünktliche, revolutionäre, aber absolut unproduktive Känguru, sind beides sehr sympatische Figuren, die mit wenigen Worten skizziert wurden und die dennoch beide eine unnachahmliche und unvergleichliche Persönlichkeit bekommen.
Das Känguru sorgt für allerhand Schwierigkeiten und wäre als Mitbewohner in der Realität sicherlich untragbar, aber als Buchfigur ist er einfach großartig. Auch die Nebencharaktere sind auf ihre verrückte Art alle sehr liebenswert abgedreht gezeichnet. Jeder von ihnen hat ein eigenes Gesicht und ist mit Details (Akzent, Aussehen, Namen, Merkmalen, oder einem Splen) versehen, die zur Widererkennung und an manchen Stellen sogar zur Identifikation beitragen.

Dazu kommt, dass beide Stories sich an Menschen wenden, die zumindest teilweise politisch, wirtschaftlich und/oder  literarisch gebildet sind, denn trotz viel Slapstick und einfachen Witzen, haben beide Werke durchaus einigen Anspruch an die Denkleistung des Lesers.
Aufbau:

Man darf an dieser Stelle nicht erwarten, dass die Bücher eine konstante, zusammenhängende Geschichte erzählen. Viel mehr
Die beiden Bücher haben wie zu erwarten einige qualitative Unterschiede. Die Chroniken sind als Erstling ein wenig schwächer als das Manifest, da im Manifest einige Witze und Anspielungen aufgegriffen werden, dabei aber ein wenig ausgefeilter wirken. Dennoch muss man den Chroniken zu Gute halten, dass sie konstant gut sind und alle Episoden auf irgendeine Art und Weise auch zusammen passen, während bei dem Manifest gerade die letzten Kapitel sehr schwach sind. Der Autor verlässt hier gewohnte Bahnen und verlegt das Buch gefühlt in die Zukunft und überspitzt einige Geschehnisse so stark, dass sie arg ins Lächerliche gezogen wirken.

Und generell ist mir das Ende des zweiten Bandes zu ernst und zu offen für das Genre. Ich bin aber sehr froh, dass im März schon der dritte Teil „Die Känguru-Offenbarung“ erscheint und die Handlung aus dem zweiten Band hoffentlich endlich aufgelöst wird.

Anmerkung:

Beide Bücher gewinnen sehr viel wenn man sie nicht einfach nur liest, sondern sich die Hörbücher, bzw. die Auftritte vom Autor selber anhört, denn seine Vortragsart, die verschiedenen Stimmen und seine Bühnenpräsenz sind außergewöhnlich gut.
Gerade duch das Lesen in verteilten Rollen, gewinnen beide Werke um ein Vielfaches. Marc-Uwe Kling ist mir also sowohl als Autor, als auch als Kleinkünstler im echten Leben positiv aufgefallen.

Ich habe selten bei einem Buch so oft gelacht, bzw. geschmunzelt und so viele tolle, witzige Ideen entdeckt, wie in diesen beiden Werken.
Uneingeschränkt zu empfehlen.
 
Das Känguru Manifest
Ullstein Taschenbuch 12. August 2011
Taschenbuch
ISBN: 978 – 3548373836
304 Seiten
8,99 Euro

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