Mittwoch, 12. März 2014

Rezension: Weil ich Layken liebe von Colleen Hoover

Weil ich Layken liebe

Colleen Hoover
DTV (1. November 2013)
Originaltitel: Slammed
ISBN: 978-3423715621
Taschenbuch
352 Seiten
9,95 Euro

Kurzbeschreibung:

Nach dem Tod ihres Vaters zieht die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Texas nach Michigan. Nie hätte Layken gedacht, dass sie sich dort bereits am ersten Tag Hals über Kopf verliebt. Und dass diese Liebe mit derselben Intensität erwidert wird. Es sind die ganz großen Gefühle zwischen Layken und Will. Das ganz große Glück – drei Tage lang. Denn dann stellt das Leben sich ihrer Liebe mit aller Macht in den Weg…

Allgemeines:

Bisher hatte ich nur ganz begeisterte Meinungen auf den verschiedenen Blogs zu diesem Buch gesehen, die mich wirklich neugierig gemacht haben, als ich dann gesehen habe, dass in diesem Buch auch das Thema Poetry Slam behandelt wird (und wie ich schon erwähnt hatte, ich mich im Moment ziemlich viel damit beschäftige) musste ich es einfach kaufen. Bzw. kaufen, ist nicht das richtige Wort. Mein bester Freund (nicht so die Leseratte) hat mir, weil ich krank war, einen Büchergutschein geschenkt, den er nicht brauchte und den habe ich dann eingelöst. Und er war absolut nicht verschwendet.

Charaktere:

Ein wunderbares Buch, soweit kann ich mich den positiven Meinungen definitiv anschließen. Es hatte weniger Momente, in denen meine Fingerspitzen so richtig gekribbelt haben, aber es war schön. Es war ein „Man-kann-sich-geborgen-fühlen“-Buch, ein „Wirkliche-Liebe-Schicksal-Gedöns“-Buch, ein „Tee und Kekse“-Buch, und so eine wunderbare Abwechslung zu Büchern mit dem ewigen Bad-Boy, der erst die Zukünftige beleidigt, sie sich dann verliebt und es doch bloß Lust und Oberflächlichkeit ist, statt Liebe.

Nein wirklich, endlich mal ein Mann, der sich nicht erst daneben benehmen muss, sondern der wirklich ein guter Kerl ist und auch endlich mal eine Protagonistin, die nicht selbstherrlich und furchtbar arrogant daher kommt, sondern ein gewissermaßen bodenständiges Mädel ist, eigentlich fast durchschnittlich für ihr Alter, freundlich, sanft und sympathisch. 
Natürlich hat sie ein paar von diesen Momenten, in denen sie etwas irrational handelt und auch mal etwas ausflippt, aber nicht übermäßig und nie an unpassender Stelle. Sie hat Herzschmerz und dazu kommen noch eine Menge anderer Probleme, wie die Trauer um ihren Vater, Probleme mit der Mutter, also im Großen und Ganzen verständlich und nachvollziehbar.

Und da sind wir schon bei dem nächsten positiven Punkt. Auch wenn sich Layken nicht unbedingt in einer alltäglichen Situation befindet, können sich junge Mädchen ganz sicher mit ihr identifizieren. Ihre Gedanken und Handlungen sind einfach nachvollziehbar. Einfach, aber wirklich gut gemacht.

Aber auch alle anderen Figuren sind sehr liebevoll gestaltet und haben auf schlichte Art und Weise alle eine sehr einprägsame Persönlichkeit. Und da ist es egal, ob es sich um Laykens Familie handelt, oder um ihre neuen Mitschüler. Vor allem ihr kleiner Bruder, mit seiner liebevollen, sanften Kreativität und seinem Vertrauen hat es mir sehr angetan und auch ihre neue beste Freundin, die sich trotz ihrer schlimmen Vergangenheit, Lebensmut, Freundlichkeit und Freude bewahrt hat.
Alles in Allem sind es alles wundervolle Charaktere.

Stil:

Der Schreibstil der Autorin ist in den Prosatexten sehr flüssig und einfach, aber nicht zu einfach und auch nicht zu schlicht. Er läd zum mitfühlen und mitträumen ein und weiß zu gefallen. Eine kleine Besonderheit darf aber genannt werden. Der gesamte Text ist in der Gegenwart geschrieben und nicht im Präteritum, wie es für Erzähltexte normalerweise üblich ist. 
Es gibt Bücher, in denen mich das Präsenz enorm stört, weil es aufgesetzt und gewollt wirkt, aber in diesem Buch passt die gewählte Zeitform perfekt. Man fühlt sich mitten drin im Geschehen, Spannungsmomente und dramatische Augenblicke werden gesteigert und berühren den Leser noch einmal auf ganz andere Art und Weise. Ich kann nur sagen, Hut ab!

Aber auch die Slamtexte wussten mir teilweise zu gefallen. Manche waren vom Stil her nicht so mein Fall, weil ich gerade aus dem Deutschen, den Gleichklang von Worten innerhalb von Sätzen und Phrasen sehr zu schätzen weiß. Aber inhaltlich waren die Texte wunderbar. Gerade die, die tiefer gehende emotionale (Traumata) – Szenen beschrieben haben.

Etwas schade ist natürlich, dass Wills Text, der Bezug auf Laykens Namen nimmt, nicht mit dem Wortspiel, wie im Englischen, ins Deutsche übertragen werden kann und daher natürlich ein wenig an Kraft verliert. Aber Alles in Allem, wenn man kurz umdenkt, passt alles wieder.

Atmosphäre:

Ausnahmsweise muss ich vor allem die Atmosphäre hervorheben. Es ist nicht so, dass die Autorin besonders viele Worte verliert um diese zu beschreiben, aber gerade das macht es so bemerkenswert. Allein durch die Beschreibung der Häuser, in denen Will und Layken leben, fühlt man sich entweder geborgen, oder fremd. Ein Getränk wird beschrieben, ein Detail in der Einrichtung und man hat alles perfekt vor Augen.

Die Schulatmosphäre wirkt authentisch. Die Szenen im Club oder in denen es um PoetrySlam geht sind interessant, geladen, aufregend. Ich kann kaum sagen, wie die Autorin es schafft eine solche Stimmung zu erzeugen, ohne dass es aufgeblasen wirkt. Ich war wirklich sehr angetan.

Fazit:


Zusammenfassend kann ich also sagen, dass mir dieses Buch ganz wunderbar gefallen hat, auch ohne die vielen (von mir erwarteten) Kribbelmomente. 
Dafür war es einfach zu sanft und zu fein und die Charaktere zu sympathisch und das Thema zu authentisch. Es ist sicherlich ein Liebesroman und sicherlich durchaus auch Literatur für zwischendurch, aber es ist dabei auch ein abwechslungsreiches Buch, ein „Wohlfühl“-Buch und ein sehr herzliches Buch und daher bekommt es von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. 

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