Mittwoch, 9. April 2014

Re-Reads – Eine Betrachtung aus gegebenem Anlass

Allgemeines:

Gestern habe ich meinen ersten Re-Read des Jahres beendet. „Die Glaszauberin“ von Sara Douglass. Es ist ja nicht so, als hätte ich nicht noch genug ungelesene Bücher im Regal stehen, aber manchmal stehe ich einfach in meinem Wohnzimmer oder in meinem Schlafzimmer und denke stundenlang drüber nach, welches Buch ich als nächstes lesen möchte und habe auf keines so richtig Lust. Und dann packt es mich manchmal:

Dann greife ich lieber nach einem Buch, dass ich schon einmal gelesen habe und das mir außergewöhnlich gut gefallen hat, als nach einem Buch, das ich noch nicht kenne und bei dem die Gefahr besteht wieder in ein Lesetief zu rutschen.

Es gibt einige Bücher, die ich immer mal wieder lese. Ich habe außerdem festgestellt, dass sich auch die Bücher, die ich re-reade im Laufe der Zeit verändert haben.

Die Glaszauberin habe ich im Übrigen erst zum zweiten Mal  gelesen. Ich habe sie ja damals für 50 Cent als Mängelexemplar an der Uni-Buchhandlung entdeckt und war hellauf begeistert. Irgendwie kommt mir heute der Stil teilweise etwas zu schlicht vor und manche Beschreibungen sind mir zu lang, wo gerade die Interaktion zwischen den Figuren manchmal etwas zu schnell geht, aber ich bereue es nicht. Für ein Re-Read eignet sich das Buch wunderbar. Es ist nach wie vor mitreißend, die Charaktere (gerade die Protagonistin Tirzah) sind sehr angenehm und man kann es vor allem sehr schnell lesen.

Kindheit und Jugend:

Als Kind habe ich wahnsinnig gerne „Die unendliche Geschichte“ gelesen von Michael Ende. Und wenn ich sage wahnsinnig gerne, meine ich damit, immer und immer wieder. Hier muss ich aber auch zugeben, dass ich das Buch auch als Erwachsene ab und an noch mal gerne gelesen habe. Aber bei Weitem nicht mehr so häufig, wie als Kind.
Ich weiß vor allem noch, dass ich das Buch zu Anfang gar nicht selbst besessen habe, sondern mir es sehr oft neu ausgeliehen habe. Jetzt habe ich natürlich ein bildhübsches Exemplar im Regal stehen.

Außerdem habe ich gerne „Die FünfFreunde“ Bücher mehrfach gelesen oder die „Bille und Zottel“ Bücher, und vor allem meine damaligen Lieblingsbücher „His dark Materials“ von Philipp Pullmann. Als Kind habe ich vor allem deshalb viele Bücher mehrfach gelesen, weil ich nicht so viele eigene besessen habe und mir die meisten aus der Bibliothek ausgeliehen habe.

Ich kann mich da an ein Buch erinnern mit dem Titel „Gepäckschein 666“ von Alfred Weidenmann (den Autor musste ich nachgucken, muss ich zugeben), dass es damals schon gegeben hat, als ich klein war und dass ich immer und immer wieder gelesen habe, weil es dicker gewesen ist, als viele andere Bücher, die ich besaß und mir die Geschichte rund um den Pagen und die Verwechslung des Gepäckstücks einfach total gut gefallen hat.

Aus einem ähnlichen Grund habe ich dann in meiner Jugendzeit „Der Geblendete“ von Dean Koontz mehrfach gelesen, weil es einfach so schön dick gewesen ist, aber leider nicht, weil es zu meinen Lieblingsbüchern zählt. Ich besitze das Buch auch heute noch, aber heute käme es für ein Re-Read nicht mehr in Frage.

Auch die Wächter-Romane von Sergej Lukianenko habe ich teilweise mehrfach gelesen. Ob ich das heutzutage vielleicht noch mal tun würde, weiß ich gar nicht so genau. Lohnenswert sind sie auf jeden Fall immer noch.

Auch „Der Herr der Ringe“ wurde mehrfach gelesen. Aber damals hatte ich noch mehr „Zeit“ – im Sinne – es warteten noch nicht so viele andere Bücher darauf gelesen zu werden. Heute würde ich mir die Zeit nicht nehmen wollen, nicht noch mal, diese Bücher zu lesen, die einem ja schon einiges abverlangen. Vermutlich würde ich heute eher noch mal nach den Filmen greifen.

Wenn ich noch etwas länger zurück denke, weiß ich noch, dass ich damals mit Familie und Freunden in Berlin gewesen bin und mir dort in der Buchhandlung das Buch „Blood Angel“ von Justine Wilson gekauft habe und das Buch habe ich geliebt und auch ziemlich oft gelesen. Ich habe keine Ahnung, ob es mir heute noch gefallen würde, vielleicht wäre es den Versuch wert.

Heute:

Heute ist es sehr unterschiedlich, welches Buch ich ein weiteres Mal, oder auch ein zweites oder drittes oder sogar viertes Mal in die Hand nehme. Es muss auch das richtige Buch zur richtigen Stimmung sein. Wenn es etwas schweres, bedrückendes, aber voller Liebe geschriebenes Buch sein soll, dann greife ich gerne wieder zu „DasManuskript der Verführung“ von Gioconda Belli. Das Buch habe ich ja schon sehr häufig hier erwähnt. Auch wenn ich historische Romane ja eigentlich nicht so gerne lese. Aber dieses Buch verknüpft eine Geschichte aus der Gegenwart so wunderbar mit der Geschichte aus der Vergangenheit und die beiden Zeitebenen scheinen letztendlich sogar zu verschwimmen, dass es zu meinen absoluten Lieblingen gehört. 

Manchmal ist es dann aber auch „DerSchatten des Windes“ von Carlos Ruíz Zafón, wenn es mehr Rätselcharakter haben soll. Und wenn es darum geht, jemandem ein Buch vorzulesen, dann greife ich immer wieder zu „Gargoyle“ von Andrew Davidson. Auch wenn ich hier die ersten 200 Seiten sicher schon 10 Mal gelesen habe, den Rest bisher aber nur ein weiteres Mal, weil irgendwie die Männer weglaufen, bevor wir das Buch beenden konnten. An dieser Stelle muss gesagt sein, dass es mir fehlt meinem S. das Buch zu Ende vorlesen zu können.

Wenn es etwas Fantastisches sein soll, dann lese ich normalerweise immer die „Wahrheiten-Bücher von Dawn Cook. Also wenn ich mir das mal genauer angucke, lese ich sie fast ein Mal im Jahr. Nicht grundsätzlich alle (meistens lasse ich den Vierten Teil weg) – aber vor allem der Dritte Teil ist mein absoluter Liebling von Allen. Sie sind halt spannend, anders, die Charaktere und die Magie sind toll, sie sind nicht allzu dick und schnell zu lesen. Perfekt geeignet für ein Re-Read und perfekt dafür sich wieder an die Leselust heran zu arbeiten.

Ganz selten lese ich auch noch mal den ersten Teil einer Reihe, wenn der zweite auf sich warten ließ und ich mich nur noch schlecht an den ersten Teil erinnern kann. So geschehen ist es zum Beispiel letztes Jahr mit der „Ewiglich“ Reihe von Brodi Ashton. Wobei ich hier sagen muss, dass ich mich recht gut an den ersten Teil erinnern konnte, mir dieser aber so wunderbar gefallen hat, dass es sich auch so noch einmal gelohnt hat, das Buch zu re-readen.  

Wenn ich irgendwann „Rache“ lesen will aus der Reihe um den verwaisten Thron von Claudia Kern, werde ich „Sturm“ und „Verrat“ vorher vermutlich auch noch mal re-readen.

Ansonsten steht auf der Liste der Fantastik bei den Re-Reads auch noch „Das Lied der Dunkelheit“ – auch wenn ich bisher das Buch kein zweites Mal wirklich ganz gelesen habe. Aber manchmal muss ich ein paar Sachen nachlesen, einfach weil die Wartezeit auf den jeweils nächsten Band immer sooooo ewig lang ist und ich den Stil, die Charaktere und die Bücher einfach so unfassbar liebe.

Und wenn du auch die Wahrheitsprichst“ von Julia Arden habe ich sicherlich zwei oder drei Mal gelesen – immer etwa dann, wenn ich von Männern in der Literatur die Nase voll gehabt habe. Habe ich sogar während meiner Blogger-Zeit einmal ge-re-readed. Weiß ich aber nicht, ob ich das noch einmal lesen würde. Aber vielleicht ja, zumindest den Anfang finde ich ganz wundertoll schön.

In Zukunft:

Ob sich nach und nach noch mehr Bücher für ein Re-Read qualifizieren wird sich sicherlich in Zukunft zeigen. Ich meine, viele Kinderbuchreihen, wie zum Beispiel die Animorphs Reihe, die ich nun auf Englisch bei mir habe, lohnen sich auch im Erwachsenenalter noch, vor allem, wenn man nostalgische Gefühle für die Reihe hegt. Das ist im Übrigen auch eine Reihe, die ich meinen (zukünftigen) Kindern gerne zu Lesen geben würde. Außerdem habe ich noch nostalgische Erinnerungen an die Jedi-Padawan Reihe aus dem Star-Wars Universum. Auch das ist eine Reihe, wo ich überlege, sie nebenbei noch ein Mal zu lesen, weil sie mir als Jugendliche so gut gefallen hat.

Im Grunde stehen ja auch noch die „Finale-Bücher“ auf meinem Re-Read SUB. Die Bücher habe ich ja auch alle schon einmal gelesen und wollte die Reihe irgendwann ein zweites Mal beenden.

Fazit:


Alles in Allem kann ich also sehr wohl von mir behaupten meine Bücher gerne mehrmals zu lesen. Also gerade die Bücher, die mir insgesamt sehr sehr gut gefallen haben. Das Re-Readen ist für mich also eine Möglichkeit einem Lesetief zu entgehen und mich in Welten fallen zu lassen, die ich bereits kennen, in denen ich mich wohl fühle und bei denen es bei jedem erneuten Lesen dennoch immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. 

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