Freitag, 29. August 2014

Kurzrezensionen – Sommer 2014 – Teil 2

Allgemeines:

Und hier folgt der zweite Teil der ganzen Liste. War schon bunt gemischt was ich da so gelesen habe, sowohl was das Genre als auch was die Qualität angeht.
Wenn ich mich entscheiden müsste, welche Bücher zu den Besseren gehörten, würde ich vorne weg „Ein Tanz mit Drachen“ nennen, aber George R.R. Martin steht ja bei mir neben Brandon Sanderson und so ein paar wenigen anderen amerikanischen Autoren fast außer Konkurrenz. Außerdem gefiel mir aber auch noch „By the time you read this, I’ll be dead“ wahnsinnig gut, auch wenn es für ein jüngeres Publikum geschrieben wurde und „Banshee die Todesfee“ weil das mal eine andere Form von Thriller gewesen ist.

Weiß der Himmel von dir von Alicia Bessette

Das Buch liest sich und fühlt sich so an wie frische Schokoladenkekse, rosa Zuckerwatte und Zimtstangen. So kitschig süß, das es fast schon an den Zähnen weh tut.
Sagen wir es so, mir tat die Protagonistin ja durchaus leid, aber teilweise versank sie dann doch ein wenig zu sehr im Selbstmitleid, die Nachbarstochter war mir zu altklug und das „große Geheimnis“ war so offensichtlich, dass es vollkommen unnötig war, die Auflösung so stark heraus zu zögern. Manche Geschehnisse waren unnötig und zogen das Buch gewollt in die Länge.
Ich habe für die wenigen Seiten wirklich  bemerkenswert lange gebraucht, aber im Grunde war es nett und flüssig zu lesen. Und das Ende war okay, wenn auch triefend vor Kitsch und Gutmenschentum.

Der Sohn des Greifen und Ein Tanz mit Drachen – Das Lied von Eis und Feuer 9 und 10 von George R.R. Martin

Wie ich es eben schon erwähnte, läuft diese Reihe ja nahezu außer Konkurrenz und auch wenn  es mir nicht die liebsten Bände der Reihe waren, bringen sie doch wieder und wieder neue Erkenntnisse und Überraschungen mit und vom Stil und der Atmosphäre und den Details und der Ausarbeitung der Geschichte waren es wieder grenzenlose Meisterwerke. Ich verliere mich schon wieder im Schwelgen.
Es gibt nun so viele Theorien, wie das ganze ausgehen könnte, und ich beteilige mich so gerne daran, aber so langsam glaube ich, dass Martin am Ende einfach die ganze Welt zerstören wird und den Lesern eine lange Nase macht.
Ich bin wirklich gespannt, wann der nächste Band erscheinen wird. Ich meine ich habe mir mit den letzten beiden Bänden ja richtig viel Zeit gelassen, bevor ich sie gelesen habe, aber ich brauchte erst meinen besten Freund und die vierte Staffel der Serie um wieder so richtig angefixt zu sein.
Auf jeden Fall zehn Daumen oben.

Weil ich Will liebe von Colleen Hoover


Den ersten Teil mochte ich ja wirklich, wirklich gerne, aber der zweite Teil ist totaler Unsinn. Ich kann weder Laykens noch Wills Beweggründe nachvollziehen, noch ihr kindisches Verhalten. Halleluja, da passen zwei unreife Teenager auf ihre kleinen Geschwister auf. Mir kam wirklich das Gruseln. Teilweise sind die Brüder ja wirklich reifer als die „Erwachsenen“. Das war ein klarer Fall von, da machen es sich zwei Menschen unnötig schwer und manch anderer Charakter hat einfach kein Gehirn, verhält sich strunz blöde und hat ein Denkvermögen wie 20 Meter Feldweg. Ich wollte mich fast durchgehend nur über diese vielen Schicksalsschläge und die Albernheiten aufregen.
Und das Ende hat dem ganzen wirklich die Krone aufgesetzt. Nach all der Prüderie und den ach so schlimmen Schwierigkeiten musste das Ganze natürlich dann in einem riesen Drama mit vielen Knalleffekten enden, so richtig schön unglaubwürdig und den charakteren noch mal so richtig eins reindrücken.
Und die Stellen im Krankenhaus waren so unfassbar langweilig und zogen sich wie Kaugummi und nur damit am Ende dann alles genau so ist, wie man das schon auf der ersten Seite geahnt hat. Narf!

By the time you read this, I’ll be dead von Julie Anne Peters

Hat mir bemerkenswert gut gefallen, auch wenn es für Jugendliche geschrieben wurde, nicht viele Seiten hatte und ein sehr sehr hartes Thema behandelt.
Aber es ist trotz einfacher Sprache sehr authentisch und sehr nah geschrieben. Ich konnte die Gefühle und Gedanken der Protagonistin sehr gut nachvollziehen und vielleicht sogar anseitsweise verstehen.
Auch die Interaktion mit dem männlichen Protagonisten war sehr berührend, bemerkenswert und hat mir vielleicht sogar zeitweise den Glauben an die Menschheit wieder gegeben.
Vermutlich am allerbesten hat mir das Ende gefallen. Bei dieser Form der Lektüre erwarte ich quasi schon ein rosa rotes, quietschiges Happy End, so alà die Liebe macht alles heile. Aber weit gefehlt. Das Buch lässt es dem Leser offen, wie er die letzten Seiten zu interpretieren hat. Es ist sehr offen und kann sowohl positiv, als auch negativ aufgefasst werden.
So oder so, musste ich bitterlich weinen und bin für mich selbst zu keinem Schluss gekommen, was danach passieren könnte.
Ich bin sehr froh es im Original gelesen zu haben und bin einfach dem Freund dankbar, der es mir empfohlen hat.

Pinguine lieben nur einmal von Kyra Groh


Ursprünglich sollte das Buch auf Grund des bunten Covers und des Titels ein Geburtstagsgeschenk für einen Bekannten werden, der auf Pinguine steht. Dann kam einiges dazwischen und mir fehlte plötzlich jede Motivation das Buch auch tatsächlich zu verschenken, also habe ich es kurzerhand selbst gelesen.
Es ist kurzweilig, schnell und nett zu lesen, nicht besonders innovativ, aber durchaus unterhaltsam. Die Protagonistin ist liebenswert chaotisch, schräg, wirr und eben weil sie nicht der perfekten Mary Sue entspricht, eine Person, mit der man sich absolut identifizieren kann.
Der männliche Protagonist ist mir dagegen einfach zu mürrisch, zu selbstmitleidig, zu humorlos und zu gewollt auf Badboy mit dem guten Herzen gemacht.
Aber im Nachhinein passen die Zwei super zueinander, das Drama um die Liebesgeschichte zieht sich auch nicht allzu sehr in die Länge und im Grunde lebt das ganze Werk auch von einer gewissen Ironie, da die Protagonistin schon zu Beginn des Buches ihr eigenes Leben und ihre Geschichte mit einem schwülstigen Sat-1 Film vergleicht.
Also im Großen und Ganzen eine nette, leichte Sommerlektüre für zwischendurch.

Banshee die Todesfee von Margaret Millar

Ein kurzes Buch, das ich irgendwo unter dem Bett gefunden habe, als ich dabei war Kisten zu packen für den Umzug. Ich hab es dann kurzerhand eingesteckt und unterwegs gelesen. Es hat einen irgendwie träumerischen Stil und die Autorin benötigt auch nicht viele Worte um ihre Charaktere auch tatsächlich zu lebendigen Figuren zu machen.
Ich mochte die Figuren, fast alle irgendwie, die so liebenswert schräg waren teilweise. An manchen Stellen gab es dann durchaus eine Form von Plottwist, der mich dann hat mehrfach schlucken lassen und nicht nur schlucken, sondern vor Wut die Fäuste ballen.

Das Ende war nicht überaus kreativ, aber es war absolut passend und gut beschrieben und mich hat das kleine, feine Büchlein richtig begeistert. 

1 Kommentar:

  1. Das Banshee-Cover ist super creepy :D
    Und deine Meinung zum Will-Buch... gnihihi

    AntwortenLöschen