Donnerstag, 28. August 2014

Kurzrezensionen – Sommer 2014

Allgemeines:

Ich habe meinen Blog schon wieder einmal seit Monaten schändlich vernachlässigt. Und im Grunde nutze ich ihn auch nur noch übersichtshalber. Zur Zeit habe ich nicht die Motivation regelmäßig Rezensionen zu schreiben, oder Monatsstatistiken oder sonst irgendwelche informativen Dinge.

Im Moment lese ich auch bemerkenswert wenig, da ich gerade umziehe, und zusätzlich zu meinem neuen Freund auch noch zwei neue Katzen dazu bekommen habe, daher werde ich versuchen zumindest kurze Rezensionen zu allem zu schreiben, was ich in Zukunft lesen werde.
Vorweg werde ich nun die letzte Bücher erwähnen, die ich gelesen habe und immer kurz was dazu sagen:

Blutspiel - Die Rachel-Morgan Reihe 2 von Kim Harrison

Im Grunde (wenn ich das meinen Beiträgen zur Lesewoche mal so entnehmen kann) ließ sich das Buch durchaus flüssig lesen, hatte aber so den ein oder anderen Schönheitsfehler, der mich anscheinend sehr gestört hat.
Unter anderem Rachel selbst, die mir mehrfach furchtbar auf den Geist gegangen ist, mit ihrer Ungeduld und ihren überstürzten Entscheidungen. Außerdem zerrte ihre vollkommen überzogene Besessenheit nach Trent und allem was mit ihm zusammenhing sehr an meinen Nerven.
Stellenweise war das Buch auch sprachlich nicht ganz ausgereift. Teilweise etwas zu umgangssprachlich. Dennoch mochte ich vor allem die ganzen teilweise eher nebensächlichen Details und alles was sich rund um das Thema Magie bewegte.
Und natürlich auch all die Figuren, Jenks ist und bleibt mein Liebling, aber auch die anderen Figuren entwickeln sich und befreien sich aus ihren Standartrollen. Nick habe ich hassen gelernt und Trent dagegen lieben. Mit dem Ende des Buches war ich zufrieden. Ich hab den dritten Band auch schon irgendwann mal angefangen, bin aber bisher nicht besonders weit gekommen, weil mich dann doch das Interesse verlassen hat.

Der Augensammler von Sebastian Fitzek

Das Buch begann relativ langsam, und es kam auch nicht so richtig Spannung auf, trotzdem war ich gefesselt genug um schnell weiter zu lesen. Stellenweise störte es mich, dass mir manche Geschehnisse zu mysteriös dargestellt waren und auch die Art wie die Polizisten beschrieben wurden, ging mir ein wenig gegen den Strich, aber der Protagonist war mir auf seine verschrobene Weise irgendwie sympatisch.
Letztendlich muss ich sagen, dass mich das Buch auf Grund seines Aufbaus und einiger Überraschung zumindest ein wenig hinters Licht führen konnte. Obwohl ich echt hätte drauf kommen müssen, spätestens bei der Hälfte. Dennoch war es eher ein durchschnittliches Buch von Herrn Fitzek. Ich habe „Die Therapie“ und „Seelenbrecher“ geliebt! Und „Amokspiel“ und „Das Kind“ fand ich beide nicht so besond
ers. Der Augensammler bewegt sich allerdings irgendwo dazwischen.
Teilweise kam mir das Buch auch blutiger und grausamer vor von den Beschreibungen als die anderen davor. Außerdem entwickelt es schreibtechnisch nicht so einen Sog. Es wirkt gemächlicher in seinen Beschreibungen.
Aufbau und Atmosphäre waren aber wirklich gelungen. Der Perpetuum-Mobile Effekt der sich einstellen sollte, ist bei mir eingeschlagen wie eine Bombe und das Buch hat mich traurig und hilflos zurück gelassen. Also im Grunde nichts falsch gemacht.

Leopardenblut und Jäger der Nacht von Nalini Singh

Beides Bücher, die ich vermutlich unter anderen Umständen nie zur Hand genommen hätte. Aber ich hab es getan und sie waren besser, als das was ich bisher aus dieser Richtung gelesen habe. Mir war die Protagonistin des ersten Teils durchaus sehr sympathisch und ich mochte sie mehr, als den männlichen Helden.
Sie wirkte in ihren Vorstellungen und Überlegungen irgendwie trotzdem stark und menschlich. Auch die Ideen rund um die Mediale und/oder die Gestaltwandler fand ich durchaus interessant zu lesen. Der männliche Protagonist war mir ein wenig zu überbesorgt und zu besitzergreifend. Teilweise hatte ich kein Verständnis dafür, wieso sich Sasche hat so behandeln lassen. Manchmal einfach ein bisschen zu viel des Guten. Das Ende war bewegend und wenn auch nicht überraschend, durchaus gut dargestellt. Die Sexszenen waren wenig kreativ, aber immerhin nicht vollends zu platt.
Der zweite Band war mir ein wenig zu sehr ein Aufguss des Ersten und leider nicht einmal besser. Die Mediale war mir einfach zu weinerlich, zu schwach, zu sehr Püppchen. Im Grunde empfand ich sie als wahnsinnig anstrengend. Der männliche Protagonist dagegen war mir ein wenig zu sehr in seinem Selbstmitleid gefangen und seine „Härte“ und seine „Stärke“ und auch seine besitzergreifende Art, dieses der Partnerin GAR NICHTS zutrauen etc. das hat mich so wütend gemacht. Das Ende war dann ebenfalls nur noch eine Kopie.
Auch hier habe ich den dritten Band schon angefangen und ich kann mir vorstellen, dass es wieder etwas abwechslungsreicher werden wird, da sich der dritte Teil mit den Wölfen und nicht mit den Katzen auseinander setzt. Aber auch hier fehlte bisher die Lust weiter zu lesen.

Für immer vielleicht von Cecilia Ahern

Hier musste ich eben googeln, welches Buch das gewesen ist. Scheint nicht besonders viel hängen geblieben zu sein, aber das hat diese Art von leichter Liebeslektüre leider so an sich. Zumindest bei mir. Dennoch habe ich das Buch in guter Erinnerung.
Der Stil ist natürlich ganz anders, als gewohnt, da er nur aus Chatnachrichten, E-Mails, Briefen, SMS und Postkarten besteht, und zeitweise war das Buch im Mittelteil ein wenig zu langatmig, weil es einfach zu viel wildes Hin- und Her gab und einfach zu viele „Zufälle“ die dann die große Liebe doch verhindert haben. Aber am Ende war ich soweit zufrieden. Immerhin war mir der männliche Protagonist sympathisch und es gab so den einen oder anderen Fingerkribbeln-Moment.

 Narziß und Goldmund von Hermann Hesse

Ich hatte zwischenzeitlich also mal wieder eine Phase wo ich „klügere“ Literatur lesen wollte. Vielleicht war es aber auch einfach zu viel Kitsch davor. Narziß und Goldmund gefällt mir von den bisher gelesenen Hesse-Werken am Wenigsten. Goldmund ist ein affektierter Träumer, ein Aufschneider und Aufreißer und arrogant und teilweise selbstmitleidig. Narziß mochte ich wahnsinnig gern, aber er bekommt einfach zu wenig erzählte Zeit. Im Mittelteil zog sich die Geschichte, weil Goldmunds Wanderung immer aus den gleichen Begebenheiten bestand. Seine Lehrzeit und später die Zeiten der Pest waren dann schon etwas aufregender.
Auch seine Entwicklung die er durch macht und die Person, die er am Ende geworden ist, seine Läuterung, die Umkehr etc. das hat mir alles gefallen. Im Grunde ein grundsolides, sehr rundes Werk, aber schwächer als so manch andere.

Vermiss mein nicht von Cecilia Ahern

Hat mir leider nicht so gut gefallen. Die Neurose der Protagonistin war ja irgendwie interessant, aber diese beiden Erzählebenen die nebeneinander gelaufen sind, empfand ich als zu gewollt. Und außerdem war es mir dann doch zweitweise zu über-fantastisch, als das irgendwas noch glaubhaft gewesen wäre.
Selbst wenn man das ganze Geschehen auf einen Sturz zurückführen könnte, wäre mir das ganze dann doch etwas zu bunt. Und so richtig mitfiebern wollte ich mit der Heldin auch nicht. Ich fand es dann doch arg zu verrückt auf Grund einer solchen Begebenheit einen so derben Spleen zu entwickeln. Das Ende kam dann zu abrupt. Vieles blieb mir allzu ungeklärt. Naja, es war eine Leihgabe und ich konnte es schnell lesen, aber begeistert ließ es mich nicht zurück.



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