Samstag, 13. September 2014

Kurz-Rezension: Die Seele des Königs aus Die Seele des Königs von Brandon Sanderson

Novelle
Die Seele des Königs
aus: Die Seele des Königs
Brandon Sanderson
Heyne (März 2014)
Originaltitel: The Emperor's Soul

Kurzbeschreibung:
Nach einem Attentat liegt der König des Reiches im Wachkoma. Um die eigene Herrschaft zu retten, entscheiden die Berater die Seele des Königs fälschen zu lassen. Shai ist die beste Fälscherin des Reiches und zum Tode verurteilt. Die Berater des Königs machen ihr ein Angebot. Die Seele des Königs gegen ihr eigenes Leben. Dafür hat sie nur wenige Monate Zeit. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Ursprünglich bin ich auf das Buch beim Stöbern gestoßen und hatte mich dazu entschieden, es sowieso nicht lesen zu wollen. Denn ich bin einfach kein großer Fan von Novellen und Kurzgeschichten. Als ich dann letztens in der Buchhandlung gewesen bin – das typische „nur mal kurz – und nur stöbern – nicht kaufen“ - fiel es mir wieder in die Hand und da kein anderes Brandon Sanderson Buch vorrätig gewesen ist, was ich noch nicht gelesen habe, habe ich es dann doch einfach mitgenommen.
Da ich gerade die Weisheitszähne gezogen bekommen habe und zwei Tage krank geschrieben wurde, hatte ich also Zeit mit dem Buch anzufangen. Ich saß eh schon auf heißen Kohlen. Musste ja vorher noch „Fear and Loathing“ beenden, und das Buch stand im Regal und lockte mich.

Und ich muss sagen, die erste Novelle habe ich quasi am Stück gelesen. Es ist absolut faszinierend, wie der Autor es schafft eine Geschichte auf engstem Raum zu gestalten, ohne dass es auch nur an einer einzigen Stelle langweilig wird. Shai, die Protagonistin der Novelle, ist mir sehr sympatisch. Oft mag ich weibliche Hauptfiguren nicht, da sie zickig und nervtötend sein können, aber Shai ist klug und taff und weiß was sie tut.
Im Grunde ist sie ein wenig eine Mary Sue, denn sie beherrscht ihr Handwerk perfekt und auch die Manipulation von anderen Menschen und schafft auch noch das Unmögliche. Dennoch hatte ich sie nie als eingebildeten Charakter im Kopf. Ihre Neugierde und ihr Zögern geben ihr dann doch genug Schwächen.
Da sie eine Gefangene des Reiches ist, darf sie ihr Gemach nicht verlassen und so spielt ein Großteil der Geschichte in ihren Räumlichkeiten. Dennoch ist das entworfene Magiesystem wieder einmal so neu und faszinierend und vielschichtig, dass es mir eine Freude war darüber zu lesen. Und für mich der Actionanteil gegen Ende zwar interessant war und auch wichtig für die Geschichte, aber generell für mich nicht notwendig gewesen wäre.

Noch mal zum Thema Magie – am Ende der Geschichte gibt es eine Art Nachwort des Autors. Sowas finde ich ja sowieso immer sehr interessant zu lesen, und diesmal erklärt der Autor wie er auf die Idee dieser besonderen Magieform gekommen ist. Und ja, obwohl ich verstanden habe, woher er in diesem Fall also seine Inspiration genommen hat, muss ich trotzdem meine große Hochachtung aussprechen.
Denn aus etwas, was man gesehen hat, direkt eine solche Geschichte zu erdenken und eine Magieform zu erschaffen, die einer so starken inneren Logik folgt – hach – ich war mal wieder total hingerissen. Und ich war auch sehr zufrieden mit dem Ende. Es war gut abgeschlossen, ließ keine Fäden offen, auch wenn ich natürlich irgendwie hoffe, dass Sanderson in die Welt von Elantris zurück kehrt und vielleicht noch ein mal auf das Fälschen eingeht. Muss auch nicht unbedingt aus Shais Sicht sein.

Im Grunde hatte die Novelle mit Elantris auch nicht viel zu tun, aber ich verstehe die Entscheidung eine Kurzgeschichte in einer bestehenden Welt anzusiedeln. So bleiben nicht zu viele Hintergründe offen.


Ich bin begeistert und kann auch den Novellenband bisher nur empfehlen.

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