Samstag, 13. September 2014

Kurz-Rezension: Legion aus Die Seele des Königs von Brandon Sanderson

Novelle
Legion
aus: Die Seele des Königs
Brandon Sanderson
Heyne (März 2014)
Originaltitel: Legion

Kurzbeschreibung:
Stephen Leed ist nicht im eigentlich Sinne verrückt. Er teilt seine Behausung nur mit einer Vielzahl an eingebildeten Persönlichkeiten, die alle sehr viel genialere Talente haben als er. Er hat sich damit abgefunden. Dann steht eines Tages eine junge Frau vor der Tür und bittet ihn ein seltenes Artefakt zu finden, das gestohlen worden ist: Eine Kamera, die angeblich Bilder aus der Vergangenheit machen kann.

Legion ist die zweite und kürzeste Novelle in diesem Buch und steht den anderen in Nichts nach. Sie ist etwas ungewöhnlich für mich gewesen, denn sie war bis auf zwei bis drei Anklänge kaum dem Genre Fantasy zuzuordnen. Sie spielt in der heutigen Zeit und auch in der heutigen Welt und auch die Fähigkeiten des Protagonisten kann man durchaus mit einer Form von Geistesstörung oder genetischen Mutation erklären.

Dennoch hat sie den gleichen Sog entwickelt wie Sandersons andere Werke. Mir gefiel die erste Novelle ein wenig besser, als Legion. Aber dafür war mir der Hauptcharakter einfach so doll sympathisch, wie ich es selten erlebt habe.
Und auch seine Aspekte, so einfach skizziert sie auch waren, hatten alle eine sehr eindrückliche Persönlichkeit und waren von heiter bis skurril alle vertreten. Ich hätte gern noch viel mehr von ihnen gelesen, aber die Geschichte war dann doch sehr darauf angelegt zügig voran zu schreiten.
Einige Details waren wirklich wunderbar. Tobias zum Beispiel – ein Aspekt, der selbst eine Geistesstörung hat – oder J.C. Der Kämpferprolet, der einfach nicht einsehen will, dass er nur imaginiert wurde.

Am Ende waren noch so viele Fragen ungeklärt, dass Legion ein wenig wie ein Prolog zu einem Roman wirkte, aber die Plotline rund um das Finden der Kamera war zumindest für mich genug abgeschlossen, so dass ich zufrieden war mit der Geschichte.
Und wer weiß, vielleicht kommt Sanderson ja doch noch mal auf Stephen zurück. Genug Potential hätte der Charakter auf jeden Fall und nicht nur er, sondern auch die Geschichte rund um das Artefakt.
Im Grunde könnte man rund um die Figur eine ganze fantastische Krimiserie schreiben. Aber ich schweife ab.

Ich war sehr begeistert von Legion und bereue bisher absolut nicht, mir den Sammelband gekauft zu haben. Jetzt bin ich nur noch gespannt auf die dritte Geschichte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen