Mittwoch, 29. Oktober 2014

National Novel Writing Month 2014 - Ankündigung

Viele von Euch werden sicherlich schon einmal von diesem weltweiten Event gehört haben und einige haben sicherlich bereits einmal daran teilgenommen.
Kurz gesagt, es handelt sich beim National Novel Writing Month (kurz: NaNoWriMo oder NaNo) um ein Ereignis, bei dem alle Schreiberlinge dieser Welt, die Zeit, Lust und Spaß daran haben das gleiche Ziel erstreben.
50,000 Worte in 30 Tagen zu Papier zu bringen. Dabei geht es nicht darum einen großen Preis zu erhalten, eine veröffentlichungsreife Geschichte zu tippen, oder ähnliches. Es geht vor allem darum, mal wieder regelmäßig ans Schreiben zu kommen, Ideen zu verwirklichen, die schon lange in einem schwelen. Austausch mit Anderen, Erfahrungen sammeln, Spaß haben. Schreiben eben.

Ich habe mich spontan dieses Jahr dazu entschieden wieder einmal mitzumachen.
2009 oder 2010 habe ich glaube ich das erste Mal daran teilgenommen. Ich hatte damals nur einen Titel, der mir durch eine Fernsehdokumentation in den Sinn gekommen ist. Mehr hatte ich nicht. Kein Plot, keine Welt, keine Magie, keine Charaktere.
Ich schrieb den Titel in mein leeres Word-Dokument bzw. ich habe damals ganz Standart Open Office benutzt und begann zu schreiben.

Ich war so aufgeregt wie noch nie zuvor. Aber die Worte flossen so vor sich hin. Und so wurde also "Die Glasperlenstickerin" geboren. Irgendwann hatte ich eine grobe Skizze der Welt, tausende Notizen, mehrere Main-Charakters und ein halbswegs funktionierendes, wenn auch unausgereiftes Magiesystem. Meistens schaffte ich die durchschnittliche Wort-Anzahl pro Tag (1667 Worte) und meistens kam ich sogar darüber hinaus.
Nach 17 Tagen hatte ich mein Ziel erreicht. Ich hatte knapp 53 000 Worte geschrieben und war stolz. Die Geschichte aber war lange noch nicht fertig. Aber nach Erreichen des Wort-Counts hatte ich irgendwie meine Motivation verloren. Aber ich hatte es geschafft und darum ging es mir.

Ich habe viele Menschen getroffen nebenbei, die auch am NaNo teilgenommen haben und wir haben uns auch im Forum sehr viel ausgetauscht. Es hat Spaß gemacht. "Die Glasperlenstickerin" habe ich danach dennoch nie wieder angefasst.
In meinen Augen ist die Geschichte nicht viel wert. Sie ist voller Füllworte, vieler loser Plotlines, überflüssiger Details und sprachlich unausgereift. Trotzdem war sie mein Baby und ich hatte selten zuvor einen Roman-Text geschrieben, der so lang gewesen ist.

Im Jahr 2011 wollte ich wieder teilnehmen. Wieder spontan, wieder hatte ich nicht mehr als eine Szene. "Johans letzter Tanz" - es hätte eine Art Mystery Contemporary Story werden sollen. Mit dem Genre hatte ich aber wenig Erfahrung und wenn ich ehrlich bin hatte ich auch sehr wenig Motivation. Keine Aufregung, keine Ideen. Und dabei hatte ich eine dicke Bronchitis. Wie oft zu der Zeit. Johan war mir von Anfang an dazu furchtbar verhasst.
Schon nach 3200 Worten wusste ich, dass es nicht weiter gehen würde. Also habe ich es gelassen. Meine Prolog-Idee habe ich umgeschrieben zu einer Kurzgeschichte und habe diese bei einem Wettbewerb eingereicht. Meine Geschichte war nicht gut genug. Ein schneller Tod der Geschichte.

In jedem Jahr danach habe ich zwar jedesmal Anfang November an den NaNo gedacht, flüchtig jedesmal, manchmal nostalgisch, aber wirklich dazu durchringen zu schreiben konnte ich mich nicht. Also tat ich es nicht. Statt zu sagen, ich habe keine Lust, oder keine Idee, sagte ich "Ich habe keine Zeit" - "ich habe mein Foren-Passwort vergessen" oder "Mir ist nicht so wohl". Ich hatte tausend Ausreden. Aber geschrieben habe ich nicht. Dabei hat es in der Zwischenzeit genügend Projekte gegeben, die sich gelohnt hätten. Allen voran "Puks Chroniken" - ein Fragment-Roman, den ich immer zu einem "richtigen" Roman hatte umschreiben wollen. Aber dazu kam es nie. Mehr als das erste Kapitel ist davon nie entstanden. Puks Chroniken allerdings existieren noch. HIER! *klick*

Dieses Jahr hatte ich ebenfalls nicht mehr als einen Satz, und ein zwei Bilder vor Augen, und im Gespräch mit meinem Freund habe ich mich dann doch entschieden es dieses Jahr noch mal zu versuchen. Ich verbringe wahnsinnig viel Zeit im Forum - auch wenn ich nicht aktiv mit poste - bin ganz hibbelig und habe zum ersten mal zumindest ein bisschen so was wie Vorarbeit geleistet.
Es wird wieder Fantasy - in dem Bereich fühle ich mich wohler und sicherer. Ich habe eine Welt im Kopf, relativ komplex (zumindest für meine Verhältnisse), verschiedene aufeinander begründete Magiesysteme, unterschiedliche Kulturen und Religionen, einiges was Flora und Fauna betrifft und auch verschiedene landschaftliche Begebenheiten.
Ich habe ein paar Charaktere, jeder mit seiner eigenen Zielsetzung - wobei ich mich bemüht habe ihre Eigenschaften nicht allzu schwarz oder weiß zu gestalten und eine gewisse Form von Plot.

Dennoch bin ich gespannt wo mich "Aus Rauch und Rache" (Arbeitstitel) hinführen wird. Die Charaktere werden sicherlich wie immer tun und lassen was sie wollen und stellenweise wird die Geschichte abdriften bis von der Ursprungs-Plotidee nichts mehr übrig ist.

Natürlich kann ich nicht direkt am Wochenende anfangen, auch wenn mich der zwei-Tages Marathon oder das Mitternachts-Kick-Off Schreiben sehr reizen würde aber dieses Jahr werde ich, ich habe es mir fest vor genommen die 50,000 Worte erneut erreichen.
Vielleicht, je nachdem wie es läuft (oder eben nicht läuft) werde ich hier regelmäßige Updates posten zu meinen Fortschritten.

Drückt mir die Daumen.

Schreibt denn sonst noch jemand mit am NaNo? Und wenn ja, was? Wie bereitet ihr euch vor?

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