Freitag, 26. Juni 2015

Re-Read-Rezension: Der Ring der Händler – Die Zauberschiffe 1 von Robin Hobb

Vor einigen Jahren habe ich die ersten beiden Bände (im Deutschen gesplittet) schon einmal gelesen, aber da mir die Reihe zu dem Zeitpunkt nicht so gut gefallen hat, wie die Reihe rund um Fitz Weitseher, habe ich nie weiter gelesen.
Da aber nun die restlichen vier Bände noch auf meinem SUB schlummern und ich kaum noch Erinnungen an die Bücher hatte, habe ich den ersten Teil erneut gelesen.

Kurzbeschreibung

Als Altheas Vater stirbt ist plötzlich nichts mehr so wie zuvor. Statt selbst das lebendige Zauberschiff Viviace zu erben, legt ihre Mutter das Schiff in die Hände in den brutalen und grausamen Ehemann ihrer Schwester.
Althea wird von ihrem geliebten Schiff verbannt, stattdessen wird ihr Neffe aus seinem geliebten Kloster geholt und auf das Schiff gebracht.
Während in Bingtown die alten Händlerfamilien um ihre Existenz bangen, greift ein Piraten-Kapitän nach mehr als nach nur Beute.

Zum Buch

Ich muss sagen, dass mir das Buch tatsächlich besser gefallen hat, als beim ersten Lesen. Ich nehme an, dass sich mein Lesegeschmack einfach verändert hat.
Ich mag nun Bücher mit vielen Point of View Charakteren, Bücher mit fiktiver Politik und die Schiffe tun natürlich ihr Übriges.
Die Idee hinter dem Buch – lebendige Schiffe aus magischem Holz – fand ich schon immer ziemlich gut, aber ich konnte vor allem Althea beim ersten Lesen nichts abgewinnen. Sie war wirklich eine Zicke, die zu einer Menge Drama neigte.
Brashen war mir zu mürrisch, auch wenn ich ihn mochte, die anderen Figuren zu engstirnig.

Jetzt beim neuen Lesen mochte ich Althea tatsächlich lieber. Ich konnte ihren Schmerz besser nachvollziehen, auch ihre ganze Reaktion. Ich habe genauso wie sie den Ehemann ihrer Schwester gehasst. Ihre Liebe zu Viviace, ihre Liebe zur See. Ebenso mochte ich ihren Neffen, der versucht Stärke zu bewahren, obwohl er aus seiner bekannten Welt gerissen wurde.
Auch Altheas Mutter ist mir jetzt sympatischer. Sie hat einen Fehler gemacht, aber sieht ihn auch ein und gibt sich nun Mühe alles wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.

Die Zauberschiffe bzw. generell das magische Holz birgt so viel Potential und so viele Details, genauso wie der Handel zwischen den Bingtown-Familien und den Regenwildnis-Händlern. Es gibt so viele Stränge, so viele Konflikte... dass ich jetzt tatsächlich sehr viel neugieriger bin, wie es wohl weiter gehen wird.
Wie beim ersten Lesen gefiel mir vor allem das verfluchte Zauberschiffe, was blind am Strand liegt, am Besten. Ich würde sehr gerne wissen, was mit ihm wirklich geschah und ob er noch eine größere Rolle spielen wird.
Ich denke ich werde in Kürze auch den zweiten Teil re-readen, so dass ich mich irgendwann doch noch mal auf den SUB-Abbau stürzen kann.

Fazit


Ich glaube ich mag die Fitz-Bücher immer noch lieber, kann den Zauberschiffen aber nun deutlich mehr abgewinnen, als beim ersten Lesen. Der Re-Read hat mir gut gefallen. Einige Szenen haben mich sogar emotional durchaus getroffen. Altheas Schmerz ging mir deutlicher näher, als beim ersten Lesen.  

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