Mittwoch, 24. Juni 2015

Rezension: Alcatraz versus the evil Librarians – Part 1 von Brandon Sanderson

Alcatraz versus the evil Librarians
Brandon Sanderson
Orion Children's Book (Feb. 2013)
Kindle Version
241 Seiten
5,99 Euro

Kurzbeschreibung

Alcatraz ist eine Waise. Und Alcatraz leidet, denn alles was er berührt scheint kaputt zu gehen. Dann bekommt er zu seinem dreizehnten Geburtstag ein Päckchen mit Sand geschickt. Sein Erbe. Zunächst weiß er absolut nicht was er damit anfangen soll, dann beginnen sich die Ereignisse zu überstürzen und unversehens landet er in einer vollkommen anderen Realität.
Eine Welt, in der seine Missgeschicke eine Gabe sind.

Allgemeines

Ich habe mich ja schon etliche Male als totaler Brandon Sanderson Fan geoutet. Und die meisten Werke, die er veröffentlicht hat, habe ich bereits gelesen und geliebt. Mir fehlen im Grunde nur noch ein paar Non-Cosmere-Kurzgeschichten und eben die Alcatraz-Reihe.
Da ich nicht warten wollte, bis Alcatraz endlich neu aufgelegt wird (was in Planung ist) – habe ich mir die UK Ausgaben zugelegt.
Es sind Middle-Grad Bücher, die also für eine vollkommen andere Zielgruppe geschrieben wurden, trotzdem wollte ich sie lesen. Sanderson halt – bevor der Entzug zu schlimm wird.

Zum Buch

Alles in Allem hat mir das Buch gefallen. Es lässt sich leicht und schnell lesen und ist trotz Einwürfe durch den Ich-Erzähler durchaus rasant.
Inhaltlich ist es einfach nur total abgefahren, abgedreht, obskur, seltsam, verrückt mit vielen What the F*ck Momenten.
Viele Szenen sind einfach nur lustig zu lesen, was vermutlich sehr stark an dem trockenen, fast gleichgültigen, teilweise sehr sarkastischen Stimme des fiktiven Erzählers liegt.
Ich war in jedem Moment sehr gespannt, was der Herr Sanderson noch so an Merkwürdigkeiten aus dem Hut zaubern würde.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt habe ich auch die Handlung nicht mehr hinterfragt, sondern mich vor allem nur noch berieseln lassen. (Ich meine – sprechende Dinosaurier). Ich denke vor allem wenn man aus der Zielgruppe hinaus gewachsen ist, macht es einfach Sinn sich durch die abgefahrene Welt treiben zu lassen und die ganzen kleineren Überraschungen einfach hinzunehmen.

Der Plot an sich ist natürlich jetzt nicht über die Maßen innovativ. Es ist ein Kinderbuch, das sich auch an gewisse Regeln hält, trotzdem ist es interessant zu lesen, vor allem durch all die Einwürfe aus der magischen Welt.
Die Charaktere sind ebenfalls sehr skurril. Da ist Alcatraz fast noch der Gediegenste.

Besonders an dem Buch ist sicher, dass Alcatraz die Geschichte aus seiner Sicht erzählt – oft mit Foreshadowing arbeitet und oft die Szenen unterbricht um einen Kommentar oder eine Erklärung einzufügen.
Außerdem stellt diese fiktive Figur einen Realitätsanspruch, behauptet also, dieses Buch würde nur als Fiktion verkauft werden, sei in Wirklichkeit aber seine echte Autobiografie.
Für Kinder ist das sicher ein spannendes Stilmittel. Ich selbst habe das ganze eher mit einem Augenzwinkern hingenommen.

Was mir ebenfalls gefällt ist die Tatsache, dass dies ein Middle-Grade-Buch ist, dass auch Jungs zum lesen animieren könnte. Denn Alcatraz läd durchaus zur Identifikation ein. Er ist ein normaler Junge, dem vieles misslingt, bei dem einiges schief geht und der seinen Platz im Leben erst finden muss.
So verrückt das Buch auch ist, es weiß definitiv zu unterhalten. Ernstere Szenen werden durch viel Humor und Lockerheit wieder aufgebrochen und man kann sich für ein zwei Stündchen einfach in dieser bunten, faszinierenden Welt fallen lassen.

Fazit


Ich würde das Buch meine Kinder lesen lasse, wenn ich denn welche hätte. Aber auch ich fühlte mich durchaus unterhalten von all den lustigen, süßen Ideen, die auf sehr schöne Art und Weise durch den Hauptcharakter Alcatraz zu einem passenden Großen und Ganzen zusammen geflickt worden sind.  

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