Freitag, 19. Juni 2015

Zwölf – Passage Trilogie 2 von Justin Cronin

Justin Cronin
Zwölf
Goldmann Verlag (April 2014)
Taschenbuch
OT: The Twelve
ISBN: 978-3442469352
832 Seiten
9,99 Euro

Zunächst erstmal vielen vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Allgemeines

Zwölf ist der zweite Band einer Endzeit/Zombie-Trilogie, die ich ursprünglich gar nicht hatte lesen wollen. Kurz nach Erscheinen von The Passage empfahl mir eine Freundin eben jenes Buch, da es recht schnell in ihre Top Ten Lieblingsbücher aufgestiegen war. Ich dachte mir nur „Oh, mein Gott, Zombies – ne“ - Später gab es dann in einem Forum eine Leserunde dazu und ich habe mich dann doch spontan angeschlossen.

Während Der Übergang mehr oder weniger in zwei Teilen erzählt wird – der erste kurz vor Ausbruch des Virus' und Währenddessen bzw. kurz danach – und der zweite mehrere Jahre danach – ist Zwölf ein wenig anders aufgebaut. Hier springt der Autor zwischen den Zeitebenen, reißt kurz das „aktuelle“ Geschehen an, dann einige Passagen, die wirklich sehr kurz nach Verbreitung des Virus' spielen, dann einige ein paar Jahre später, dabei werden einige Schlüsselereignisse aufgebracht und dann wieder ein großer Teil der das aktuelle Zeitgeschehen beleuchtet.

Was im ersten Moment ein wenig wirr wirkt ist aber grandios umgesetzt. So erfährt man viel über das Schicksal einiger Figuren und wie sie zu dem wurden, was sie nun sind, die im ersten Teil nur eine scheinbare Nebenrolle eingenommen haben.
Im Grunde ist das ganze Buch ein Puzzle, das zusammen gesetzt ein großes Meisterwerk darbietet.

Die Charaktere

Viele Charaktere aus dem ersten Band sind wieder aktiv mit dabei. Allen voran die geheimnisvolle Amy, aber auch Alicia und Peter. Aber auch liebgewonnene Figuren wie Hollis oder Michael tauchen wieder auf und noch einige mehr.
Jeder Charakter macht eine liebenswerte und nachvollziehbare Entwicklung durch. Und jeder Handlungsstrang ist spannend. War ein Abschnitt vorbei und die Perspektive wurde gewechselt wünschte man sich manchmal, dass der Cliffhangar schneller aufgelöst werden würde, nur um dann zu merken, dass das aktuelle Kapitel ebenso spannend war wie das voran gegangene.

An einigen Stellen sind auch Nebencharaktere aus dem ersten Band zu Point of View Charakteren geworden. Allen voran Sara, die ich als ambivalente und äußerst sympatische Figur kennen gelernt habe.
Ihr Handlungsstrang gefiel mir mitunter am Besten, auch wenn er von allen vermutlich der Brutalste und Gewalttätigste war.

Stil

Der Stil war wieder überaus einprägsam. An manchen Stellen fast poetisch, teilweise sogar so atmosphärisch, dass ich weinen musste. Also richtig bitterlich weinen. Es gibt eine Passage zwischen Amy und einem Tier, die nur etwa fünfzehn Zeilen lang ist, die mich nachhaltig beeindruckt hat.
Auch am Ende gibt es einige Szenen, die mich Schlucken ließen, weil der Autor genau zur richtigen Zeit die richtigen Worte gefunden hat.

Dennoch muss ich sagen, dass ich das Buch auch immer wieder zur Seite legen musste, da ich mit implizierter sexueller Gewalt ein Problem habe. Keine Szene wurde genau ausformuliert, aber die Andeutungen und Konsequenzen sind mir teilweise sehr auf den Magen geschlagen.
Die Hilflosigkeit, die ich beim Lesen empfinde, kann ich nur gut portioniert ab. Und gerade gegen Ende des Buches häuften sich Szenen mit expliziter Gewalt.

Fazit

Alles in Allem muss ich sagen, dass mir Zwölf sogar besser gefallen hat, als sein Vorgänger. Durch die lange Reise gegen Ende zog sich der erste Band ein wenig, der zweite dagegen war voller Action, schneller, rasanter, spannender und mit viel mehr zusammen gepuzzelten Hintergrunddetails bestückt.
Dennoch musste ich die Lektüre mit Vorsicht genießen, da sexuelle Gewalt mir schnell auf den Magen schlägt.

Eine Reihe, die ich dennoch bisher absolut empfehlen kann und ich bin sehr gespannt, wie es mit Amy und ihren Freunden weiter gehen wird.  

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