Freitag, 17. Juli 2015

Kurz-Rezension: Erebos von Ursula Poznanski

Die Ausgangslage dieses Jugendthriller fand ich gut. Leider mangelte es dann etwas an der Umsetzung.
Bisher kannte ich nur Seaculum von der Autorin, und bei diesem Buch fand ich die Ausgangslage etwas mau, dafür war die Atmosphäre beklemmend, die Handlung spannend und das Ende durchaus lesenswert.

Erebos
Ursula Poznaski



Bei Erebos hatte ich einige Probleme mit dem Sense of Believe.

Okay, ein paar Jugendliche bekommen ein PC-Spiel, über das niemand reden darf, was offensichtlich süchtig macht und sich nicht auf die Spielwelt beschränkt, sondern auch Aufgaben in der realen Welt bereit stellt.
Soweit so gut.
  1. Das Spiel wurde als schwache Version von WoW beschrieben. Außer dass es realistischer aussah und die KI ein bisschen besser war, konnte ich leider nichts erkennen, was das Spiel jetzt dazu bringen würde andere Leute süchtig zu machen. Dafür war es einfach zu platt.
  2. Jede Handlung die Ingame spielt empfand ich als fad und lustlos. Ich habe schon Spiele gespielt, die spannender waren. Leider wirkten hier die Ideen auch einfach unkreativ.
  3. Die Aufgaben in der realen Welt sind teilweise solcher Humbug, dass ich nicht verstehen kann, wie Jugendliche diese tatsächlich unbedingt um jeden Preis ausführen wollen. Ich meine ein bisschen Grips sollte man in einem gewissen Alter doch haben? Oder nicht?
  4. Lehrer machen sich Sorgen. Okay. Das sehe ich ein. Warum diese Lehrer allerdings nicht mal bei den Eltern anrufen, da Bescheid sagen, dass ihre Kinder schwänzen, schlecht gelaunt und übermüdet zur Schule kommen. Dass sie befürchten ein Spiel stecke dahinter und dass sie doch bitte mal die Computer untersuchen sollen, das verstehe ich dagegen nicht. Klar, es gibt Eltern, die kümmert das nicht – aber wirklich ALLE Eltern?
  5. Naja, und dann wäre da noch die Auflösung des Ganzes. Der Showdown wirkte ein wenig lächerlich und überzogen, war aber zumindest halbwegs haltbar
  6. Die Liebesgeschichte dagegen empfand ich als unerträglich.
  7. Der Protagonist ist ein blöder Penner. Selbstbezogen, arrogant, zeitweise weinerlich – dass ich ihn unsympatisch fand kann aber auch an seinen Sucht-Symptomen liegen. Daher lasse ich das mal aus der Wertung raus.

Da mich wie gesagt, die Ausgangslage interessierte, und auch das Buch seinen gewissen Unterhaltungswert hatte, bekommt es von mir noch gut gemeinte 3 Sterne.  

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