Mittwoch, 30. September 2015

Rezension: Ich fürchte mich nicht (Band 1) von Tahereh Mafi

Ich fürchte mich nicht
Tahereh Mafi
Band 1
Goldmann
E-Book
336 Seiten

Kurzbeschreibung

Juliette lebt in einer zerstörten Welt. Das Reestablishment hat die Regierung übernommen unter der Prämisse, dass sie die Menschheit vor dem Untergang retten werden. Doch sie halten ihr Versprechen nicht und regieren mit Angst und Terror.
Juliette kann mit einer einzigen Berührung töten und gerät zwischen die Fronten. Das Reestablishment will sie als Waffe benutzen, aber auch die Rebellen wollen sie an ihrer Seite.
Doch dann trifft sie auf Adam...


Einführung

Ich habe als das Buch damals erschienen ist die Leseprobe dazu gelesen. Mir ist vor allem der besondere Schreibstil aufgefallen. Ich empfand es als interessante Kunstform Ungesagtes zu streichen. Außerdem war das Buch sprachlich schon auf den ersten Seiten gespickt mit Metaphern. So was gefällt mir, wenn es gut gemacht ist.
Aber dann kam der Hype. Dann kam Team Adam, oder Team Warner. Und Dreiecksgeschichten kann ich wenig bis nichts abgewinnen und verlor das Interesse an dem Buch.
Letztens begegnete es mir dann mal wieder (und wieder und wieder) bei einiger Booktuberinnen und irgendwie war ich doch neugierig.


Stil

Stilistisch blieb ich im Recht. Die Autorin malt sehr schöne Bilder, nutzt reichlich Metaphern und benutzt die Sprache auf sehr kunstvolle Art und Weise. An dieser Stelle muss ich mich kurz räuspern.
Denn zeitweise ist es auch einfach zu viel des Ganzen. Manchmal wirkt die Art der Satzbildung so übertrieben melodramatisch, dass es mir nicht mehr gefiel.
Dennoch finde ich gerade den Kontrast zwischen kalter, zerstörter Welt und sehr poetischer Sprache durchaus ansprechend.


Atmosphäre

Auch hier kann ich nur bedingt klagen. Gerade der Anfang des Buches empfand ich als kribbelnd und herzzerreißend. Als dramatisch, schockierend und emotional.
Leider flaut dieses Gefühl mit der Zeit stark ab. Juliettes Gedanken (Selbstmitleid) drehen sich immerzu im Kreis und irgendwann verlor ich einfach mein Mitgefühl für sie.
Auch die Spannung die aus der Unmöglichkeit von Berührungen entsteht nimmt ab und die anfängliche Interaktion und Elektrizität zwischen Juliette und Adam verkommt zu Kitsch. Zu einer sehr unglaubwürdigen Jugendschwärmerei. Die große erste Liebe. Meh!

Charaktere und Handlung

Um ehrlich zu sein gibt es nicht viel Handlung. Juliette wird herum gezeigt, dann eine Flucht und fertig. Typisch Dystopie möchte ich gerne sagen, würde dem Buch damit aber vielleicht auch Unrecht tun.
Juliette ging mir vor allem anfänglich weniger auf die Nerven, als ich befürchtet hatte. Ich konnte mich zu Beginn noch recht gut in sie hinein versetzen und habe mit ihr zusammen gelitten. Irgendwann wurde sie mir dann aber ein bisschen zu weinerlich und irgendwie auch zu passiv. Dennoch – ich habe schon Schlimmeres gelesen.
Adam mag ich dagegen richtig gerne. Er zwar (wieder) typisch hübsch und heiß und so liebevoll und toll und trotzdem männlich – (meh!) aber hassen könnte ich ihn jetzt nicht.

Warner, der Antagonist, konnte ich leider nicht ernstnehmen. Meine Güte, der ist 19. 19!!! Was für ein verzogenes, selbstverliebtes Kind. Ich musste immer das Lachen unterdrücken.
19! Ich komm einfach nicht darüber hinweg, dass er der große furchteinflößende Anführer sein soll. 19! Duh!
Mit Warner nahm eh das ganze die Talfahrt auf. Was ich wirklich schade fand.


Fazit

Irgendwie unterhaltsam durchaus. Und irgendwie auch leicht zu lesen. Und nicht so nervig wie befürchtet.
Aber trotzdem gibt’s einige, einige Probleme, an denen das Buch krankt und weswegen es von mir eine eher mittelmäßige Bewertung bekommt.
Vom Lesevergnügen her gabs nur wenig zu meckern, aber naja – die vielen meh! Momente.

Letztendlich würde ich die Trilogie schon gerne beenden. Ich denke da könnte noch einiges interessantes passieren, aber...




Achtung Spoiler Alarm

ich höre von allen Seiten immer quietschende, verliebte Mädchen in Team Warner. Und da kommt mir die Galle hoch.
Juliette wird von ihm manipuliert und beinahe vergewaltigt in Band 1. Egal wie sehr sich Warner auch ändern mag, egal wie toll er sich entwickelt...
NEIN! Dieses Verhalten in Band 1 ist ein No-Go für eine spätere Beziehung, das kann und will ich nicht tolerieren

Spoiler Ende






daher habe ich Sorge, dass ich mich nur ärgern würde und mir die restlichen Bücher das kleine Vergnügen des ersten Bandes mies machen würden.  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen