Sonntag, 14. Februar 2016

Ausmisten - oder wie ich den Druck raus nahm

Nachdem ich letztes Jahr einen Lese-Rekord nach dem anderen aufgestellt habe - zumindest für mich persönlich, war dieses Jahr ganz plötzlich die Luft raus. Wir haben jetzt Mitte Februar und ich habe erst vier Bücher beendet.
Im Moment bin ich dazu noch extrem wählerisch. Ich lese Leseproben, suche nach Büchern, die mich auf den ersten Blick ansprechen, finde Bücher, die ich vielleicht irgendwann mal lesen mag, aber jetzt eben nicht. Bevor ich zu einem Buch greife vergehen Tage, mitunter sogar Wochen.

Und im Hintergrund schlummerte immer noch diese riesige Zahl. Der SUB. 37 Bücher. Für andere eine Kleinigkeit. Für mich wuchs der Druck aber immer mehr. Viele der Bücher stehen seit 2009 im Regal und ich habe im Laufe der Zeit absolut die Lust an ihnen verloren. Nur wenige von ihnen können mich mit den Abenteuern, die sie versprechen, überhaupt noch locken. Sie nerven mich nur. Setzen mich unter Druck.
Wenn ich die ersten Seiten lese, langweilen sie mich und dann packt mich das schlechte Gewissen, wenn ich sie wieder zurück stelle.

All das zusammen minimierte meine Leselust auf quasi Null. Auch das Rezensieren lockt mich im Moment überhaupt nicht. Im Moment finde ich es schon schwierig mich überhaupt auf ein Buch einzulassen. Und mir dann auch noch darüber größere Gedanken zu machen, oder es auf gesunde Weise zu reflektieren.... Im Moment ist daran nicht einmal zu denken.

Da ich mich sowieso zu allerhand radikaler Schritte entschieden habe dieses Jahr, war die nächste Entscheidung eigentlich nur noch die logische Konsequenz.
Ich habe ausgemistet. Radikal! Von 37 Büchern auf dem SUB habe ich ganze 23 in eine Kiste gepackt und in den Keller gebracht. Dabei sind ganze ungelesene Reihen, dabei sind auch Folgebände. Selbst wenn ich Reihen bereits vollständig besaß, aber nicht vollständig gelesen habe und mich das Interesse vollkommen verlassen hatte, kamen die ungelesenen Bände in die Kiste.
Raus aus dem Regal, raus aus dem Kopf. Raus mit dem Druck.

Seit ziemlich langer Zeit kaufe ich ja nur noch ein Buch zur gleichen Zeit. (Wenns hoch kommt mal zwei) - meistens E-Books, um Platz zu sparen und auch um innerhalb von Sekunden mit dem Lesen anfangen zu können.
Der SUB wächst schon lange nicht mehr. Mit diesem Verhalten komme ich sehr sehr gut zurecht und es macht mich deutlich zufriedener.

14 Bücher also noch. Ganze 5 davon sind von einer Autorin. Weitere 4 von einer anderen. Bücher, die ich auf jeden Fall noch lesen möchte.
Der Rest sind Einzelbände oder die ersten Bände von Reihen, auf die ich noch immer neugierig bin. Aber eben nur die ersten Bände. So besteht kein Druck, die Reihe beenden zu müssen, auch wenn mir schon Band eins nicht gefiel.
Ich bin erleichtert. Die Regale sind nicht merklich leerer geworden und ich stehe davor und bin - ja was eigentlich - ja merklich zufriedener und merklich erleichterter.

Jetzt habe ich den Kopf wieder frei um mich auf andere Bücher zu konzentrieren. Bücher, auf die ich mich freue. Neues entdecken. Und keine Altlasten mehr im Rücken, die mich von einer Leseflaute in die nächste treiben. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich selbst wenn ich nur ein SUB-Buch im Monat lese, keine zehn Jahre mehr brauche um sie alle zu lesen. SUB - früher ein Grund zur Freude, heute nur noch Ballast.
Aber jetzt nicht mehr :)

Kommentare:

  1. Das Leben ändert sich, das Leseverhalten ebenso und dementsprechend muss eben der SuB auch angepasst werden. So eine Ausmist-Aktion kann schon sehr befreiend sein - ich hoffe, dass du nun wirklich wieder Freude am Lesen findest. Und wenn nicht, dann leg die Bücher einfach für ein paar Wochen oder Monate zur Seite, kein Mensch muss ständig lesen - irgendwann kommt die Freude daran wieder!

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    1. Ich merke auch einfach, dass ich zur Zeit ganz andere Dinge im Kopf habe. Der Hochzeitstermin steht jetzt fest, ich beschäftige mich viel mit Sport im Allgemeinen und dem Verein meines Liebsten. Ich mag gerne einfach auf die Couch bei dem Wetter und einen schönen Film, oder eine angenehme Serie schauen. Durchstöber viele Youtube-Videos oder Foren. Ich mag mich dieses Jahr einfach zu nichts zwingen müssen. Aber es stört mich auch nicht allzu sehr, dass ich vielleicht nur ein Buch pro Monat lese. :) Das wird wieder.

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    2. Zwingen sollte man sich grundsätzlich zu nichts, zumindest wenn es um das Privatleben geht. Es gibt schon sonst zu viele Sachen, um die man nicht herum kommt. ;)

      Solange du deine Zeit angenehm verbringst- und danach klingt es - ist doch alles gut!

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  2. Jaaaa, ich versteh dich. Mit kleinem SUB gehts mir auch viel viel besser. Und ich muss mich nicht schlecht fuehlen, wenn die armen Buecher in meinem Regal vergammeln ohne je gelesen zu werden. Geschmaecker aendern sich. Von meinem alten SUB wuerde mich jetzt eh kaum noch was interessieren.

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