Mittwoch, 27. Juli 2016

Fantasy Book Tag

Gefunden habe ich den Tag auf Weltenwanderer und da jeder getaggt wurde, der gerne mitmachen mag, mag ich auch gerne ein paar Antworten loswerden.
Ursprünglich scheint der Tag auf Youtube seinen Anfang genommen zu haben.

Eins: Warum magst du das Fantasygenre so gerne?

Es gab eine Zeit, in der ich fast überwiegend Fantasy gelesen habe. Das muss etwa die Zeit gewesen sein, als ich mit der Uni begonnen habe. Jetzt lese ich eine Menge Genres querbeet, kehre aber immer wieder gerne zur Fantasy zurück.
Lesen generell ist für mich eine ganz besondere Form des Eskapismus. Und deshalb lese ich vermutlich Fantasy auch so gerne. In der Fantasy fällt es mir leichter zu flüchten, da die Welten fremd sind und anders und ich so schneller die Realität vergessen kann.
Außerdem liebe ich Magie in allen Formen und Farben. Es gibt in unserer Welt einfach zu wenig davon und daher liebe ich es, all die unterschiedlichen magischen Praktiken, Traditionen, Vorgehendsweisen und Wesen zu erforschen. Je ausgeklügelter das Magiesystem desto besser. Allerdings nehme ich auch „unerklärte“ Magie in Kauf.


Zwei: Was ist das letzte Fantasybuch, das du gelesen hast?

Getrickst – Die Chronik des Eisernen Druiden 4 von Kevin Hearne.
Die Bücher gehören zur Urban Fantasy und spielen in unserer Zeit in Tempe Arizona in Amerika. Sie werden gerne und viel und oft mit der Harry Dresden Reihe von Jim Butcher verglichen. Allerdings gefiel mir der erste Band der Dresden Files Reihe auch beim Re-Read nicht besonders und in Atticus den Druiden, seinen Hund Oberon und die Druidenmagie habe ich mich direkt absolut verliebt.
Der Charakter ist mir sympatisch, das Setting gefällt mir besser, der magische Hintergrund ist für mich absolut spannend. Es ist im Grunde leichte Kost, mit Witz und viel Action, aber es ist jedesmal wie Nach Hause kommen, wenn ich von Atticus lese. Der fünfte Band erscheint leider erst im Oktober und ist für mich ein Must-Have, auch wenn die Bücher in meinen Augen immer etwas schlechter wurden.


Drei: Welches Fantasybuch sollte unbedingt verfilmt werden?

Im Grunde würde ich mir die Verfilmungen aller Fantasybücher, die ich mochte, anschauen.
Allerdings würde ich mich über Verfilmungen der Brandon Sanderson Bücher wohl am meisten freuen. Welche Reihe ich am liebsten verfilmt sehen würde ist schwer. Ich schwanke zwischen Zweien, entscheide mich aber für die Mistborn Trilogie.
Das Setting ist schön düster, die Magie wahnsinnig spannend, die Charaktere sind stark ausgearbeitet und der Plot ist wunderbar komplex. Außerdem ist das Ende episch.
Ich könnte es mir sehr gut vorstellen, dass die magischen Szenen ein wenig im Matrix Style verfilmt werden, Großaufnahmen auf die Münzen und Metalle. Verwischte Szenen im Nebel. Dazu zwei herausragende Schauspieler als Vin und Kel und ich wäre glücklich.


Vier: Welches Fantasybuch ist den Hype nicht wert?

Ich bin kritisch. Sehr kritisch. Bei Fantasy vermutlich kritischer, als bei Frauenromanen oder Thrillern. Und bei High Fantasy noch kritischer als bei Urban Fantasy. Und genau aus dem Grund kenne ich eine Menge Bücher, die in meinen Augen den Hype nicht wert sind.
Und da ich gerne schimpfe, nenne ich doch einfach mal ein paar.

Harry Dresden hatte ich ja schon erwähnt. Ich kann Harry nicht leiden. Er schaltet sein Gehirn aus, wenn er eine Frau sieht. Er stolpert von einem Missgeschick ins Nächste und nur durch Glück löst sich am Ende alles auf. Er bleibt ewig passiv und jammert mir zu viel.

Falling Kingdoms von Morgan Rhodes
Klischeefiguren, unsympatisch, die Geschichte ist nicht neu und vorhersehbar. Der Stil zieht sich, ich hatte kein Interesse am Verlauf des Plots. Die Magie wirkte fadenscheinig und unausgereift. Hier verstehe ich all die guten Meinungen überhaupt nicht.
Mit Game of Thrones haben die Bücher schon mal gar nichts zu tun.

Daughter of Smoke and Bones von Laini Taylor
Hier habe ich mich nur aufgeregt. Eine reiche, wunderschöne, Mary Sue, die durchgehend jammert. Krieg den Hintern hoch Mädchen und stell dich nicht so an. Der männliche Protagonist ist dagegen der totale Creep. Gewürzt mit Insta Love – kriege ich das kalte Grausen.

Die Chroniken der Unterwelt von Cassandra Clare
Mehr als ein Snack für Zwischendurch waren die Bücher nicht. Die Figuren – vor allem Clary und Jace haben mich unnütz genervt. Die Kämpfe waren teilweise unglaubwürdig und unlogisch. Das Setting konnte mich nicht packen und einige Wendungen waren mir zu platt.
War den Hype nicht wert.

Die Gilde der schwarzen Magier von Trudi Canavan
Im Grunde wurden die Bücher gehypt als ich noch ein Teenie war. Ich habe die Trilogie auch komplett gelesen und sie war durchaus okay. Der erste Band war zum Sterben langweilig, die Geschichte zog sich und ich mochte die Figuren nicht.
Der zweite Band gefiel mir sehr, weil er sich vor allem mit dem Thema Mobbing und Ausgrenzung auseinander setzte und mich so das ein oder andere Mal wirklich berühren konnte, und Band 3 war akzeptabel, zog sich wieder und das Ende war so mäh. Kann man lesen, muss man aber auch nicht.

Eragon
Hier stößt man bei mir auf absolutes Unverständnis. Ich kann den Hype nur so verstehen, dass Papi zu viel Geld hatte und deshalb genug Werbung gemacht werden konnte. Ich mag Drachen, ja, aber Ergaon war furchtbar. Nach dem ersten Band war bei mir Schluss.

Das Geheimnis der großen Schwerter von Tad Williams. Ich habe vor Jahren mal den Drachenbeinthron angefangen und ich kenne viele, die die Reihe wirklich wirklich lieben und es als DIE Fantasyreihe schlechthin bezeichnen und ich verstehe es einfach nicht. Simon ist die schlimmste Hauptfigur, die mir je untergekommen ist. Der Stil ist langatmig und zäh und der Plot ist langweilig und uninnovativ.

Ansonsten könnte ich noch so Reihen nennen, wie Black Dagger, Midnight Breed etc. aber ich lasse es jetzt mal dabei bewenden.


Fünf: Welches Fantasybuch verdient mehr Aufmerksamkeit?

Allen voran die Weitseher Chronik von Robin Hobb. Ich hab sie vor Jahren auf Empfehlung meiner besten Freundin gelesen und die Bücher waren der absolut Wahnsinn. Ich habe so mitgefiebert, teilweise vor Zorn geweint. Ich war emotional absolut involviert. Die Magieformen sind großartig. Hach... Es wäre schön, wenn die anderen Reihen auch noch mal neu verlegt werden würden auf Deutsch, aber ich empfehle trotzdem die ersten Chroniken von Fitz Weitseher.

Dazu kommt die Wahrheiten Reihe von Dawn Cook, die mich jedes Mal aus einem Lesesumpf befreit und die – meiner Meinung nach – zu Unrecht zu schlechte Kritiken bekommt. Auch hier liebe ich die Magie, aber noch mehr liebe ich die Figuren.
Und wer Einzelbände und Romantik mag, der sollte auf jeden Fall mal in „Die Messertänzerin“ von Susanne Rauchhaus hinein lesen. Die Story ist nicht neu, aber ihr Stil ist poetisch, die Liebe verursacht Fingerspitzenkribbeln und der Plot ist durchaus spannend zu lesen. Und es ist eben ein Einzelband.


Sechs: Deine liebsten Charaktere

Ich mag wirklich wirklich viele Figuren.

Renarin aus den Sturmlicht Archiven von Brandon Sanderson
Bisher nur eine Nebenfigur mit einer ungeordneten Reihe, aber er ist wahnsinnig sympathisch, ein bisschen nerdig, nicht der starke Held, aber trotzdem... Mein Herz schlägt für ihn.
Aus anderen Brandon Sanderson Büchern kommen noch ein paar andere Figuren hinzu. Vor allem aus den Sturmlicht Archiv Büchern und der Mistborn Saga.

Alissa und Strell aus den Wahrheiten Büchern von Dawn Cook. Vor allem in Interaktion.

Der Panzerbjoern Iorek Byrnison aus Der goldene Kompass von Philipp Pullmann, vermutlich die erste Buchfigur, die ich mit ganzer Seele verehrt habe.

Der Wolfshund Oberon aus der Chronik des Eisernen Druiden von Kevin Hearne. Eine Figur, die man lieben muss. So viel Charme, so viel Witz, so viel Treue.

Damin und Wrayan aus der Legende von Hythria von Jennifer Fallon, obwohl beide total unterschiedlich sind.

Mace aus Die Königin der Schatten von Erika Johansen

Temeraire aus Die Feuerreiter seiner Majestät von Naomi Novik

Roland und Jake aus der dunklen Turm Saga von Stephen King

Puck und Sean aus Rot wie das Meer


Sieben: Was liest du am liebsten: High Fantasy, Urban Fantasy oder Dystopien?

Mal so, mal so... zumal die Einteilung in High Fantasy und Urban Fantasy mir ein wenig zu eng ist. Es gibt noch so viele andere Untergenres.
Ich lege mich da nicht fest. An dem einen Tag ist mir mehr nach fremden Welten, nach klassischer Magie, oder mal auch nach gar keiner Magie und mal mag ich magische Elemente in unserer Welt.


Acht: Wie muss ein Fantasybuch sein, um dich zu fesseln?

Es gibt kein Patentrezept dafür, dass mir ein Fantasybuch gefällt. Ich habe schon sehr viele unterschiedliche Fantasyromane gelesen und bei einigen gibt es gar keine gemeinsamen Schnittstellen.
Es ist leichter zu sagen, was ein Fantasyroman besser NICHT haben sollte, damit es die Chance mir zu gefallen, nicht direkt verbaut.

(Einige Aspekte lassen sich so eins zu eins auch über andere Genres sagen)

Love Triangle - Insta-Love – der Bad Boy mit dem guten Herzen
Ich mag meine Fantasy auch mit Liebe gespickt. Aber das sind drei Aspekte, die disqualifizieren ein Buch direkt. Außerdem sollte die Romanze sich langsam entwickelt, wenn überhaupt, und vor allem nicht im Vordergrund stehen.

Feuerball ex Machina
Ich mag es nicht, wenn Magie nirgendwo erklärt wird und plötzlich aus dem Nichts kommt und die ganze Situation, den Protagonisten oder gleich die ganze Welt rettet.
Ich mag ausgeklügelte, verständliche, komplexe Magiesysteme.

Das Böse kommt aus dem Norden/Osten Klischee
Was ich damit meine ist, dass ich es mag, wenn es ein interessantes World-Building gibt und der Autor sich nur auf Klischees ausruht.

Ansonsten mag ich gut ausgereifte Charaktere, gut geschriebene Dialoge, ein Stil, der (egal ob ruhig oder plotdriven) einnehmend ist. Comicsprache in Romanen mag ich gar nicht. Ich mag innovative Ideen und kluge Details.



Wieder mal ein Beitrag, der deutlich zu lang geworden ist, weil ich zu viel quatsche.  

Kommentare:

  1. Ich glaube nicht, dass ich erklären könnte, warum ich Fantasy so mag. Für mich war es einfach ein natürlicher Übergang von den Märchen, die ich als Kind gelesen habe, über britische fantastische Kinder- und Jugendbücher bis zu klassischen High-Fantasy-Geschichten.

    Bei deinem Absatz über Atticus musste ich schmunzeln, mir geht es genau anders herum. Ich liebe Harry Dresden und kann mit dem Druiden nichts anfangen. Oh, und die Harry-Dresden-Romane werden immer besser! ;)

    Und ich glaube, mir würde es auch leichter fallen zu sagen, was ich nicht mag ... Oft genug habe ich schon ein Problem mit einer eigentlich guten Geschichte, weil darin zu viele Elemente vorkommen, die ich in vielen anderen Romanen schon gelesen habe. Es sollte okay sein, wenn es gut gemacht ist, aber es stört mich trotzdem.

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    1. Ach, ich kann das schon ganz gut verstehen, ich hab das Gefühl, dass ich deswegen immer weniger High Fantasy lese, weil man bei vielen Themen, Zusammenhängen und Tropen das Gefühl hat, das Ganze vorher schon mal gelesen zu haben. Vielleicht ein wenig abgewandelt, aber auch nicht richtig neu. Und wenn einen dann nur noch wenig in einem Genre überraschen kann, kann das schon mal stören. Ich bin bei Fantasy auch viel pingeliger geworden, als früher. Bis ich mich an neue (High-)Fantasy wage, muss quasi jeder Punkt stimmen (Klappentext, Leseprobe, Rezensionen - am besten Meinungen von Freunden mit dem gleichen Geschmack) und die Laune... Außerdem hoffe ich immer noch mal einen weiteren Author zu finden, der mich absolut anspricht und bei dem ich dann sehnsüchtig auf neue Bücher warten kann. Bisher sind das ja nur (noch) wenige Authoren und einige davon brauchen Jahre, bis sie mal wieder etwas veröffentlichen.

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