Dienstag, 9. August 2016

White Sand – Volume 1 – Brandon Sanderson und Julius M Gopez

Vorneweg muss ich sagen, dass ich selten bis nie Comics, Mangas oder Graphic Novels lese. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es einen Unterschied zwischen einem Comic und einer Graphic Novel gibt und wenn ja, worin dieser besteht.

Nun ist es aber kein Geheimnis, dass ich nur schwer (okay, gar nicht) an Werken von Brandon Sanderson vorbei gehen kann.
White Sand ist ursprünglich der aller erste Roman von Sanderson, den er je beendet hat und der bislang nie veröffentlicht worden ist. Als Dynamite an ihn heran trat und ihn fragte, ob er etwas Unveröffentlichtes hätte, das sich zur Graphic Novel eigne, kam er auf White Sand.
Ich weiß, dass White Sand häufig als Word Datei an Fans verschickt worden ist und seitdem war ich neugierig, auf diese neue Welt und das neue Magiesystem.

Letztendlich bin ich etwas enttäuscht von dem Werk und bin mir fast sicher, dass die Geschichte als Roman besser funktioniert hätte.
Eine wirklich fundierte Kritik wird mir schwerfallen, da ich weder von Graphic Novels, noch vom Zeichnen auch nur entfernte Ahnung habe.
Ich denke ich gehe einfach ein paar Punkte durch.

Der Zeichenstil

Ich mag die Zeichnungen. Ich kann leider nicht begründen, warum das so ist, aber ich sehe mir die Welt, die Figuren und die Magie gerne gezeichnet an.
Ich mag die Farbwahl, die je nach Szenerie, entweder, die karge Trostlosigkeit der Wüste einfängt, oder das bunte Treiben eines Marktes.
Ich mag dass die Figuren unterschiedliche Hautfarben und Haarfarben (oder keine Haare) haben, so dass nicht nur im geschriebenen Wort (Die Figuren haben häufig unterschiedliche Akzente) sondern auch in den Zeichnungen die Unterschiede sehr deutlich hervor gehoben werden.
Außerdem mag ich die Zeichnungen, die sehr viel Raum einnehmen. Als Beispiel ist ein Schlachtfeld zu nennen, das mit vielen, vielen Details aufwartet, oder eben der Kampf gegen einen Riesensandling, der sehr dynamisch dargestellt wurde.

Von der Magie hätte ich gerne genauere, oder komplexere Zeichnungen gehabt, einfach um sie mir noch besser vorstellen zu können. Allerdings hoffe ich, dass es in den weiteren Bänden (Zwei sollen noch folgen) davon noch etwas mehr zu sehen gibt.

Die Aufmachung

Die grundsätzliche Aufmachung der Graphic Novel gefällt mir ebenso. Sie kommt mit 160 Seiten Hochglanz, gebunden mit Schutzumschlag. Der Schutzumschlag zeigt eine Szene aus dem Comic, das Cover darunter allerdings ist schlicht, aber wirklich schön gehalten und gefällt mir besser als der Umschlag.

Zudem gibt es vor dem eigentlichen Comic ein Vorwort des Autors, mit einigen Erklärungen zur Enstehungsgeschichte des Werkes und am Ende gibt es ein paar Making Ofs. - vor allem Beispiele „Von der Skizze zum fertigen Werk“ - als Nicht-Zeichner und Nicht-Künstler war es von meiner Seite aus eher beiläufiges Interesse, als wirkliche Leidenschaft mit der ich mir das Making Of angesehen habe. Aber für Künstler ist es sicher interessant zu sehen.

Die Story

Wie schon erwähnt, hätte die Geschichte rund um Kenton – einem Sandmagier, der nach einem Massaker als schwächstes Mitglied seiner Art allein zurück bleibt – sicher besser funktioniert.
Viele Szenen, vor allem Szenen, in denen Spannung erzeugt werden sollte, gingen einfach zu schnell.
Die Lösungen waren schnell parat und der Spannungsbogen blieb auf der Strecke. Ich befürchte, das ist vor allem dem Medium geschuldet.
Auch die Charakterentwicklung wirkte immer etwas aus der Luft gegriffen, da man zu wenig direkte Einsicht in das Innenleben der Figuren hat. So bleiben einige Veränderungen ein wenig unglaubwürdig.

Auch die Magie – ist sicher, wie immer, sehr gut durchdacht – allerdings bleibt die Tiefe des Systems auf der Strecke, da Zeichnungen und ein paar Erklärungen einfach nicht ausreichen um das System wirklich klar auszureizen.
Allerdings habe ich die Hoffnung, dass es in den weiteren Bänden auch dazu noch ein bisschen mehr geben wird.

Ansonsten trägt die Graphic Novel durchaus Züge eines „echten“ Sandersons. Es gibt viele Perspektivwechsel – mehrere POVs und viele Szenensprünge, die auf Grund der mangelnden Erklärung schon mal im ersten Moment verwirrend ausfallen können.
Am liebsten gelesen habe ich die Story rund um Kenton, denn der junge Mann ist mir sehr sympatisch, seine Handlungen sind nachvollziehbar und seine Entwicklung wohl auf Deutlichsten. Die anderen Figuren sind auch irgendwie interessant, konnten mich aber noch nicht ganz so packen.

Das Ende kommt aprupt und mit einem gemeinen Cliffhanger, aber mir war schon relativ früh klar, dass ich dennoch weiter lesen werde … weil.... nun …. Sanderson.
Der einzige Grund, der mich am Weiterlesen hätte hindern können, wäre wohl ein Zeichenstil gewesen, der mir nicht gefallen hätte. Aber das war ja hier nicht der Fall.


Fazit

Durchaus interessant zu lesen. Ein Zeichenstil, der zu gefallen weiß, eine gelungene Mischung aus Action und Politik, Charaktere und Magie, wie von Sandersom gewohnt.
Manches geht ein wenig zu schnell, das Ende kam zu abrupt und die Magie ist noch zu wenig schlüssig.
Dennoch hat es mir eine gute Lesezeit beschert und die folgenden Bände werden mit Sicherheit ebenfalls bei mir einziehen.


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